Eine Sache, die man unbedingt tun sollte, wenn man Urlaub im Allgäu macht, ist einmal mit einer Bergbahn auf einen Gipfel zu fahren!

In den bayrischen Alpen hat man da eine wirklich große Auswahl. Wir entscheiden uns für die Hündle-Bergbahn in Oberstaufen, bei der es sich wohl eher noch um eine kleinere Version handelt. Oben angekommen endet man nämlich – zumindest im Sommer – inmitten idyllischer Wildblumenwiesen. Es gibt aber auch Bergbahnen anderer Kaliber, mit denen man richtige Gletscher hinauffahren und dann ein wenig im Geröll am Gipfel herumkraxeln kann.

Uns als absoluten Anfänger der bayrischen Bergwelt reicht nun aber diese Bergbahn völlig aus, und über einen Punkt muss man sich auch bewusst sein: Richtig günstig ist das Vergnügen leider nicht. Sei’s drum: Wir sind das erste Mal hier unten so tief im Süden Deutschlands, das erste Mal „in den Bergen“ oder zumindest in der Nähe davon, also wollen wir das unbedingt ausprobieren!

Was und wo ist die Hündle Bergbahn überhaupt und wie hinkommen?

Die Hündle Bergbahn liegt bei Oberstaufen am Rande der Allgäuer Alpen, nahe der österreichischen Grenze, ziemlich genau zwischen Friedrichshafen am Bodensee und Füssen mit dem Schloss Neuschwanstein.

Der Name dieser Alpe hat übrigens gar nichts mit einem Hund zu tun, auch wenn das inzwischen durch eine entsprechende Comic-Bebilderung rund um die Bahnstation und an den Gondeln sogar noch nahegelegt wird, sondern leitet sich wohl ursprünglich von Heidelbeeren ab, die früher hier oben in Hülle und Fülle wuchsen.

Heutzutage jedenfalls kann man sein Auto oder Wohnmobil prima auf dem großen, kostenlosen und gut ausgeschilderten Parkplatz an der Hündle Bergbahn abstellen, den ihr ansonsten unter „Parkplatz Hündle“ via Google Maps auch zielsicher ansteuern könnt.

Viel Platz für Autos oder Wohnmobile auf dem Parkplatz der Hündle-Bergbahn - und umsonst noch dazu!

Viel Platz für Autos oder Wohnmobile auf dem Parkplatz der Hündle-Bergbahn – und umsonst noch dazu!

Mit Erreichen des Hündle Parkplatzes seid ihr zwar quasi mitten im Nirgendwo angekommen, aber neben der Talstation der Gondeln der Hündle-Bergbahn und dem Ticketschalter dafür, an dem ihr auch Wanderkarten der Umgebung erhalten könnt, findet ihr hier auch noch ein Sportgeschäft, in dem es sommers wie winters alles an benötigten Klamotten und Ausrüstung zu erwerben gibt, ein Restaurant, einen Spielplatz sowie kostenfreie, saubere, öffentliche Toiletten.

Ihr seid also bestens versorgt mit allem, was das Herz begehrt.

Da hinauf geht's!

Da hinauf geht’s!

Die Bergbahnen und Wanderwege der Umgebung sind prima beschrieben, entweder wie hier als Plakat oder auch als Broschüren zum mitnehmen!

Die Bergbahnen und Wanderwege der Umgebung sind prima beschrieben, entweder wie hier als Plakat oder auch als Broschüren zum mitnehmen!

Aufwärts! Plus: Was kosten Tickets für die Hündle-Bergbahn?

Nun aber endlich los zu den Gondeln!

Die Tickets erwerben wir direkt am Schalter vor Ort: Für Erwachsene kostet eine Berg- und Talfahrt 16,00€, für Kinder und Jugendliche, gestaffelt nach Jahrgängen, 13,00€ bzw. 9,00€. Es gibt auch noch Tages-, Halbtages- und Stundenkarten sowie Saisonpässe. Für detaillierte und aktuellste Infos schaut ihr dazu am besten auf der offiziellen Webseite von Oberstaufen nach.

Eingelesen werden die Tickets an der Talstation elektronisch, und dank Corona bekommt jede Familie eine eigene Gondel für sich ganz allein zugewiesen, anstatt mit anderen zusammengesetzt zu werden. In jede Gondel passen nämlich eigentlich bis zu acht Passagiere. Ganz schön modern und bequem sind sie auch, und im Winter sogar beheizt!

Jetzt sind wir dran. Die nächste Gondel hält direkt vor unserer Nase, wir steigen ein und los geht die Fahrt den Berg hinauf.

Moderne Gondeln an der Talstation der Hündle-Bergbahn, und im Nu ist man hineingehüpft.

Moderne Gondeln an der Talstation der Hündle-Bergbahn, und im Nu ist man hineingehüpft.

Los geht die Fahrt, sanft schaukelnd den Hündle hinauf.

Los geht die Fahrt, sanft schaukelnd den Hündle hinauf.

Bergidylle auf dem Gipfel

Nur ein paar Minuten dauert es, dann sind wir oben auf dem Hündle, auf gut 1.000 Meter Höhe übrigens, angekommen. Hier gibt es wieder Wanderkarten, falls man seine unten im Tal vergessen haben sollte, einen weiteren Spielplatz und auch einen Berggasthof.

Ein Stück kommt man sogar zu einer echten ‚Sennalpe‘, wo Käse hergestellt und verkauft wird.

Ein richtiger Berggasthof und eine idyllische Sennanlpe erwarten die Besucher oben auf dem Hündle.

Ein richtiger Berggasthof und eine idyllische Sennanlpe erwarten die Besucher oben auf dem Hündle.

Und natürlich gibt es zahlreiche Wanderwege, die man hier oben, quer durch diese wirklich traumhafte Landschaft, entlangspazieren kann.

Bislang dachte ich ja immer, ich bin ein Kind der See (okay, ich war auch einfach mein ganzes Leben lang immer eher am Meer), aber diesem malerischen Zauber der Bergwelt kann man sich nicht entziehen. Wie wunderschön das hier ist, trotz der wilden Wolken, die sich bei unserem Besuch heute am Himmel auftürmen.

Pure Bergidylle hier oben über tiefgrünen Wiesen...

Pure Bergidylle hier oben über tiefgrünen Wiesen…

...auch wenn die Wolken heute tief hängen!

…auch wenn die Wolken heute tief hängen!

Wanderer unterwegs zum Gipfelkreuz auf dem Hündle.

Wanderer unterwegs zum Gipfelkreuz auf dem Hündle.

Das Wichtigste an jedem Berg, lernen wir, ist natürlich, das Gipfelkreuz zu erreichen. Auch der Hündle hat eines, auf dem sogenannten ‚Hündlekopf‘, und dahin zieht es auch alle anderen Wanderer um uns herum.

Davor ein Foto zu machen, ist anscheinend obligatorisch, und so ist dort eine ganze Menge los.

Hier wollen alle hin: Das Gipfelkreuz auf dem Hündle.

Hier wollen alle hin: Das Gipfelkreuz auf dem Hündle.

Aus einer anderen Perspektive wirkt das Gipfelkreuz im Gegenlicht gleich ganz anders.

Aus einer anderen Perspektive wirkt das Gipfelkreuz im Gegenlicht gleich ganz anders.

Lieber schlendern wir dann bald weiter und geniessen die wirklich wunderschöne Aussicht. Scheinbar endlos können wir unseren Blick in die Ferne schweifen lassen – und zugleich auch die vielen, bunten Wildblumen, die hier auf den Bergwiesen so zahlreich wachsen, aus der Nähe begutachten.

Dieses Gefühl, hier oben inmitten all der Natur im warmen Sommerwind zu stehen, das müsste man in Flaschen abfüllen können!

Wollweiße Schafgarbe...

Wollweiße Schafgarbe…

...knallgelber Hahnenfuss...

…knallgelber Hahnenfuss…

...und zartrosa Klee...

…und zartrosa Klee…

...und noch viel mehr blühen gemeinsam auf den Bergwiesen rund um den Hündle.

…und noch viel mehr blühen gemeinsam auf den Bergwiesen rund um den Hündle.

Weit, weit in der Ferne können wir sogar den Großen Alpsee bei Immenstadt im Allgäu sehen. Erkennt ihr ihn auch auf dem Foto? Der kleine blaue Fleck ganz da hinten, genau in der Mitte.

Was für ein Ausblick von hier oben, bis hin zum Großen Alpsee kann man schauen!

Was für ein Ausblick von hier oben, bis hin zum Großen Alpsee kann man schauen!

Wir wollen auch einen der Wanderwege abgehen. Viele sind geteert oder geschottert, so dass man mit kleinen Kindern auch mit Kinderwagen oder Buggy weiterkommt. Wir müssen darauf ja keine Rücksicht mehr nehmen und entscheiden uns für einen Pfad, der zunächst einmal mitten durch eine Wiese führt.

Da die Wege hier oben sich ständig kreuzen und ineinander übergehen, kann man sich eigentlich jederzeit umentscheiden, wo man spontan langgeht, wenn man sich nicht von vornherein auf einen bestimmten Wanderweg festlegen möchte (oder falls man auf einmal ganz woanders herauskommen sollte, als man eigentlich erwartet hat).

Hier über den kleinen Trampelpfad durch das Drehkreuz geht unser Weg gleich weiter.

Hier über den kleinen Trampelpfad durch das Drehkreuz geht unser Weg gleich weiter.

Jetzt im Sommer begegnen wir jede Menge Kühen hier oben auf den Wiesen der Alm. Als würden wir geradewegs durch ein Bilderbuch laufen, hat jede einzelne eine typische, metallene Kuhglocke um den Hals gebunden – und die sind laut! Richtig laut!

Und da es so viele Kühe sind, die sich ja auch ständig bewegen, bimmelt es in einer Tour an allen Ecken und Enden vor sich hin. Rabimmel, rabimmel, rabimmel, rabimmel…

Jede Menge Kühe treffen wir auf unserem Weg.

Jede Menge Kühe treffen wir auf unserem Weg.

Ein Stück des Weges führt durch ein schattiges Wäldchen, aber am Ende wartet wieder die Sonne auf uns.

Ein Stück des Weges führt durch ein schattiges Wäldchen, aber am Ende wartet wieder die Sonne auf uns.

Und wieder abwärts

Am Ende unseres Rundwegs kommen wir wieder an der Bergstation der Hündle-Bergbahn heraus. Bei unserem Ticketkauf unten im Tal hatten wir die Rückfahrt ja direkt mitbezahlt, so können wir einfach in die nächste freie Gondel springen. Es gibt aber auch Tickets nur für eine Richtung, falls man den Hündle selber hinauf- oder hinunterwandern und nur eine Tour mit der Bergbahn absolvieren möchte.

Mit einem leichten Ruckeln setzt sich die Gondel in Bewegung, und sanft schweben wir wieder abwärts ins Tal hinunter. Schön war’s hier oben auf der Alp!

Nach unserem Spaziergang geht es zurück zur Bergstation des Hündle.

Nach unserem Spaziergang geht es zurück zur Bergstation des Hündle.

Die nächste Gondel abwärts ist schon unsere...

Die nächste Gondel abwärts ist schon unsere…

...und auf dem Weg nach unten werfen wir einen letzten Blick hinüber zu den Kühen auf der Alm.

…und auf dem Weg nach unten werfen wir einen letzten Blick hinüber zu den Kühen auf der Alm.

Was kann man noch an der Hündle Bergbahn unternehmen?

Wer nun noch nicht genug hat, kann unten an der Talstation der Hündle-Bergbahn angekommen neben dem – oben bereits erwähnten – Besuch im Sportladen, im Restaurant oder bei den Toiletten auch noch auf eine Runde Minigolf auf dem Minigolfplatz spielen, eine Runde mit der Sommerrodelbahn fahren (dafür gibt es einen eigenen Aufzug hinauf zu deren Startpunkt) oder die Kinder auf dem gut ausgestatteten Spielplatz samt Trampolinanlage austoben lassen.

Neben Wanderungen und Spaziergängen in allen möglichen Schwierigkeitsgraden von leicht bis ambitioniert könnt ihr im Sommer oben auf dem Hündle auch Mountainbike fahren. Im Winter bieten sich natürlich Skifahren und Snowboarden, aber auch Winter- und Schneeschuhwanderungen oder Rodeln an. Es gibt sogar eine Skischule vor Ort, sowohl für große als auch für kleine Schneeliebhaber.

Falls ihr generell noch etwas mehr vom Allgäu sehen möchtet, bietet sich ein Besuch im etwa eine Stunde entfernten Füssen mit einem Besuch beim weltberühmten Schloss Neuschwanstein an. Alternativ erreicht ihr, ebenfalls mit einer etwa einstündigen Autofahrt, allerdings in die entgegengesetzte Richtung, bereits den Bodensee, wo ihr euch zum Beispiel in Friedrichshafen umschauen oder dort das Zeppelin-Museum oder auch das Dornier-Museum mit seinen Flugzeugen besuchen könnt.

Viel Spaß euch unterwegs im Allgäu!


Das Hündle-Erlebnisreich mit Bergbahn in Oberstaufen

Hinterstaufen 10
87543 Oberstaufen

Die aktuellsten Informationen zu Veranstaltungen, Wetter, Livecams und vielem mehr findet ihr auf der offiziellen Webseite der Hündle- und Imbergbahnen und auf der offiziellen Webseite von Oberstaufen.