Um 3:30 Uhr in der früh klingelt der Wecker, uff! Wir springen in die abends zuvor extra bereit gelegten Klamotten und frühstücken noch ziemlich verschlafen eine Kleinigkeit.

Danach geht es hinaus ins nachtschlafende Dubai, und unser Guide holt uns pünktlich am vereinbarten Treffpunkt mit einem blitzsauberen, fancy Jeep ab. In die gemütlichen, hellen Ledersitze gekuschelt brausen wir erst einmal eine Stunde bei entspannter arabischer Instrumental-Musik durch die Dunkelheit und heraus aus Dubai. Alleine diese Erfahrung möchten wir nicht missen, das hat schon etwas Surreales irgendwie, und wir verlieren schnell jedes Zeitgefühl.

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Wir sind noch ziemlich müde und so – ganz entgegen unserer Gewohnheit – nicht sonderlich gesprächig. Unser Guide versteht das zum Glück und lässt uns nach ein wenig freundlichem, einleitenden Begrüßungs-Small Talk höflich unseren Gedanken nachhängen.

Ab und zu weist er uns leise auf Sehenswertes hin, wie zum Beispiel die mehrere Kilometer lange Kamelrennbahn bei Nad Al Sheba, die wir irgendwann passieren, nachdem wir die Skyline von Dubai City schon lange hinter uns gelassen haben. Ach, verrückt! Aber natürlich, das ist ein sehr beliebter Sport in den VAE und Kamele gelten nach wie vor als absolute Statussymbole.

Am Rande der Wüste angelangt stoppt unser Jeep schließlich kurz und wir lassen etwas Luft aus den Reifen, um besser auf dem Sand fahren zu können. Das bei Touristen so beliebte „Dune Bashing“, wildes Herumschliddern die Dünen hinauf und vor allem hinunter, wollen wir gar nicht. Kein Problem, unser Fahrer weiß Bescheid, und so geht es für uns eher gemächlich ins Abenteuer.

Ein paar Mal gibt er routiniert Gas, und dann sind wir ganz oben auf einer Düne angelangt. Perfekte Sicht auf die gegenüberliegende, langgezogene Bergkuppe, hinter der bald die Sonne aufgehen wird. Und darauf warten wir jetzt.

Da hinten, wo die Lichter leuchten, beginnt bereits die Landesgrenze des Oman, erklärt uns unser Guide.

Langsam, ganz langsam wird es schon ein kleinwenig heller.

Aber es dauert noch. Geduld ist angesagt, und fröstelnd harren wir der Dinge. Es ist vollkommen still um uns herum. In der Ferne sehen wir zwei weitere Jeeps, Sonnenauf- und -untergänge sind äußerst beliebt bei allen Touristen, aber zum Glück sind die weit weg. Unser Guide hat den idealen Platz gefunden!

Die Kinder warten nach einem ersten euphorischen Herumstapfen in diesem gigantischen Sandkasten lieber doch noch eine Weile im gemütlich warmen Jeep, bis irgendwann die Neugierde wieder siegt.

Denn es ist richtig, richtig kalt in der Wüste! Also, zumindest um diese Uhrzeit.

Jetzt wissen wir auch, warum Beduinen so aussehen, wie sie aussehen, und hier und jetzt tun auch wir nichts lieber, als uns ruckzuck so weit wie irgend möglich zu „verschleiern“: Zum Schutz vor der Kälte, alternativ vorm Sand und später vor der Sonne, so macht das auch Sinn…

Beduinen-Selfie von mir...

Beduinen-Selfie von mir…

... und auch ein Foto von den Mädchen, jetzt auch Beduinen.

… und auch ein Foto von den Mädchen, jetzt auch Beduinen.

Und dann geht es los: Es werde Licht, was für ein magischer Moment!

Wie unglaublich das ist, was für eine Atmosphäre!

Ein neuer Tag beginnt.

Ein neuer Tag beginnt.

Der Teil der Wüste, in der wir sind, erklärt uns unser Guide, hat übrigens roten Sand, der besonders schön in der aufgehenden Sonne leuchtet. Definitiv, da können wir nur zustimmen, der Anblick raubt einem den Atem!

Ein einzelner, winziger Jeep mitten im Nirgendwo. Was für eine bezaubernde Landschaft!

Ein einzelner, winziger Jeep mitten im Nirgendwo. Was für eine bezaubernde Landschaft!

Da oben wartet unser zuverlässiger Guide mit dem Jeep auf uns.

Da oben wartet unser zuverlässiger Guide mit dem Jeep auf uns.

Nach einer ganzen Weile steigen wir wieder in den Jeep und halten bereits nach kurzer Fahrt an einer Kamelfarm (bis dato war mir gar nicht bewusst, dass es sowas gibt), immer noch mitten im Nirgendwo.

Bei den abendlichen „Sonnenuntergang-Safaris“ ist üblicherweise ein komplettes Unterhaltungsprogramm enthalten: mit Kamelreiten und Bauchtanz und Barbecue und Shisha-Rauchen in einem organisierten Wüsten-Camp, aber für uns passt diese morgendliche Tour in aller Ruhe ganz prima.

Organisiertes Tierreiten finde ich mittlerweile ziemlich schwierig, und auch, wenn ich die Faszination durchaus nachvollziehen kann und das sicher ein großer Spaß ist, sind wir heute doch sehr glücklich und zufrieden damit, die Tiere einfach nur in ihrer mehr oder weniger natürlichen Umgebung beobachten zu dürfen.

Die Kamele sind auch gerade erst aufgewacht...

Die Kamele sind auch gerade erst aufgewacht…

... und warten ungeduldig auf ihr Frühstück.

… und warten ungeduldig auf ihr Frühstück.

Ich frage den Guide trotzdem skeptisch nach dem Grund, als ich sehe, dass die Kamele angebunden sind (und setze für die Kinder schon einmal vorsichtig zu einer „Andere Länder, andere Sitten“-Erklärung an), aber er lächelt nur und erzählt, dass alle diese Kamele, die wir hier sehen, schwanger sind, und dass sie die Nacht in dem Camp im Gatter verbringen, damit sie sich und die Babys nicht beim Herumlaufen unbeabsichtigt verletzen.

Abends und morgens fahren ja viele Jeeps kreuz und quer durch die Wüste wegen der Touristentouren, und da bekommen die Kamele, die sonst in dieser Gegend frei herumlaufen, schnell Panik und erschrecken sich. Morgens werden also die Tore geöffnet und die Kamele ziehen wieder den ganzen Tag durch die Wüste. Abends kommen sie freiwillig zurück! Okay, mit dieser Erklärung kann ich leben.

Unser Guide führt uns noch im ganzen Kamelpark herum, wo sich außer uns und ihm nur noch ein Arbeiter befindet, der dort wohnt und die Tiere versorgt. Wir dürfen sogar in das Gehege gehen, in dem die Babys mit ihren Müttern abgesondert von den anderen Tieren ihre Zeit verbringen.

Endlich Frühstück! Die frischgebackenen Kamel-Mütter haben schließlich Hunger!

Endlich Frühstück! Die frischgebackenen Kamel-Mütter haben schließlich Hunger!

Oooooh, Baby-Kamele! Und die sind auch schon voll groß.

Oooooh, Baby-Kamele! Und die sind auch schon voll groß.

Die helleren Babys links oben sind drei Wochen alt, die dunklen rechts im Bild zwei Wochen. In noch einem weiteren Bereich steht sogar eins, das erst einen Tag alt ist!

Streicheln dürfen wir die Kamele auch, und die kommen auch zügig und neugierig, dabei aber typisch majestätisch und erhaben, auf uns zu.

Ein Kamel ist so vernarrt in meine älteste Tochter, dass es ihr über den ganzen Hof hinterherläuft. Wir haben so gelacht! Immer, wenn wir uns umgedreht haben – hoppla, Kamel!

Ein bisschen unheimlich sind die aber auch schon, echt riesig und respekteinflößend. Aber ganz lieb und so ruhig! Wirklich eine interessante Erfahrung.

Unser Guide lacht: "Now you have got a friend in Dubai, forever!"

Unser Guide lacht: „Now you have got a friend in Dubai, forever!“

Schließlich wird es Zeit, wir setzen uns mit unseren Guide wieder in den Jeep, und hängen dort schon wieder nur unseren Gedanken nach. Das ganze Erlebte muss erst einmal verarbeitet werden. Außerdem merken wir jetzt erst wieder, dass wir doch ganz schön müde sind vom superfrühen Aufstehen. Aber es hat sich gelohnt!

Bald erreichen wir die asphaltierte Straße, und dann geht es, vorbei an riesigen Dattelplantagen, neu errichteten Villenvierteln und historischen Beduinendörfern, zurück nach Dubai City, wo wir uns von unserem tollen Guide verabschieden.

In unserer Unterkunft angekommen ist es immer noch Frühstückszeit – perfekt, wir haben nämlich ordentlich Hunger jetzt. Und danach… sind wir müde! Jetzt heißt es erst mal eine Pause machen und Schlaf nachholen…


Unsere „Sunrise Safari Tour“ wurde organisiert und durchgeführt von „Mohamed Nagy Travel & Tourism L.L.C“, den ich samt seinem Unternehmen hier sehr gerne weiterempfehlen möchte. Er führt organisierte Touren in Dubai und Abu Dhabi durch, macht wirklich alles möglich und ist dabei noch einer der freundlichsten Menschen, mit denen ich je zu tun hatte auf alle unseren Reisen.

Falls ihr also einen zuverlässigen Ansprechpartner in Dubai oder Abu Dhabi sucht, könnt ihr über seine Facebookgruppe Kontakt aufnehmen oder euch via WhatsApp direkt an ihn wenden unter 00971544517586.