Berchtesgaden am südlichsten Zipfel Bayerns ist eine der beliebtesten Regionen Deutschlands. Kein Wunder, denn hier findet ihr alles, was das Herz begehrt: Hohe Berge zum Wandern (und Seilbahnen dazu), kristallklare Seen, zünftige Bauernhöfe, endlose Wiesen voller Blumen im Sommer und tiefstem Schnee im Winter…

Ein Ort mitten in diesem idyllischen Fleckchen Erde weist allerdings eine durchaus düstere Vergangenheit auf: Der Obersalzberg, auf dem in den 1930er und -40er Jahren auch die Nationalsozialisten um Adolf Hitler nur zu gerne ihre „Sommerfrische“ verbrachten, sich vor perfekter Kulisse naturnah und volksverbunden inszenierten und sich zu Besprechungen (man mag gar nicht über die Inhalte nachdenken) hoch oben in den abgelegenen Bergen zurückzogen.

Was ist das Kehlsteinhaus überhaupt?

Alle Ferienhäuser, die sich die ranghöchsten Offiziere hier in den Berchtesgadener Alpen erbauen ließen, wurden bei Bombenangriffen der Alliierten während des Zweiten Weltkriegs zerstört (inklusive dem privaten Domizil von Adolf Hitler) und die Reste der Ruinen später komplett abgetragen, um keine perfide Gedenkstätte für verirrte Geister entstehen zu lassen.

Ein einziges wurde als Mahnmal erhalten: Das Gästehaus, in dem offizielle Treffen stattfanden und Besucher empfangen wurden – und das ist das sogenannte Kehlsteinhaus (international auch als „Eagle’s Nest“ bekannt), heute eine der offiziellen „Top 100 Sehenswürdigkeiten“ Deutschlands.

Wie kommt man am besten hin zum Kehlsteinhaus?

Hitlers ehemalige Sommerresidenz befindet sich auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden in Bayern, soweit, so einfach – aber ganz so einfach ist es dann doch wieder nicht, zumindest nicht, hinzukommen, wenn man sich das einmal mit eigenen Augen anschauen möchte:

Die Straße hinauf ist nämlich vollständig gesperrt und darf nicht befahren werden. Eine einzige Buslinie gibt es, die Passagiere hinaufkutschiert, und wie das genau abläuft, beschreiben wir euch hier:

Buslinie 838: Von Berchtesgaden Hbf zum Dokumentationszentrum Obersalzberg

Für den Fall, dass ihr komplett mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs seid (so wie wir bei unserem Abstecher hierher vom nahen Salzburg in Österreich aus), beginnen wir am Busbahnhof von Berchtesgaden, dem „ZOB/Berchtesgaden Hbf“: Dort steigt ihr in den Bus mit der Nummer 838, Richtung „Dokumentation – Buchenhöhe – Christophorusschule“.

Übrigens fehlt auf keinem Fahrplan der Hinweis „Bei widrigen oder winterlichen Straßenverhältnissen muss mit Fahrplaneinschränkungen gerechnet werden!“ – na dann! Wir haben heute allerdings richtiges Glück mit dem Wetter: Es ist zwar schon ordentlich kalt, aber die Sonne lacht vom Himmel, wunderbar!

In Serpentinen windet sich die Straße langsam bergaufwärts - aber noch moderat!

In Serpentinen windet sich die Straße langsam bergaufwärts – aber noch moderat!

Die Straße vor dem Dokumentationszentrum, an der die Linienbusse halten. Der große Parkplatz für Autos, Reisebusse und die Haltestelle der Kehlsteinlinie liegt noch hinter uns!

Die Straße vor dem Dokumentationszentrum, an der die Linienbusse halten. Der große Parkplatz für Autos, Reisebusse und die Haltestelle der Kehlsteinlinie liegt noch hinter uns!

Nach gut 10 Minuten Fahrt erreichen wir die Haltestelle „Dokumentation Obersalzberg“ und steigen aus. Hier, auf halber Strecke den Berg hinauf, befindet sich ein Dokumentationszentrum, dass sich mit der Zeit der Nationalsozialisten in der Region auseinandersetzt und das man für kleines Geld besuchen kann.

Achtung: Nach 22 Jahren ist die Ausstellung allerdings seit Ende 2021 nun erst einmal bis auf Weiteres geschlossen, da sie in einen Neubau an der gleichen Stelle umzieht. Bis sie in neuem Glanz wiedereröffnet wird, müssen wir uns also etwas gedulden. Ein genaues Datum steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.

Falls ihr mit dem Auto unterwegs sein solltet, könnt ihr bis hierhin übrigens auch noch selber fahren. Am Dokumentationszentrum gibt es einen riesigen Parkplatz, an dem ihr euren Wagen nun abstellen könnt bzw. müsst.

Achtung: Der Parkplatz am Dokumentationszentrum ist kostenpflichtig, die 5€ müssen allerdings in bar (oder per Park-App) beglichen werden. Kartenzahlung ist nicht möglich.

Buslinie 849: Vom Dokumentationszentrum Obersalzberg zum Kehlsteinparkplatz

Ab hier geht es jetzt nur zu Fuss oder mit dem Spezial-Bus der Linie 849, mit der sogenannten „Kehlsteinlinie“, von einem großen Busparkplatz aus (von der Straße bzw. dem Dokumentationszentrum aus kommend müsst ihr nur ein paar Treppen hinuntergehen, nicht zu verfehlen) weiter. Nur sie darf die für andere Verkehrsteilnehmer gesperrte, kurvige und enge Hochgebirgsstraße hinauf zum Kehlsteinhaus befahren, und sie pendelt auch ausschließlich zwischen diesen beiden Stationen, „Kehlstein Busabfahrt“ und „Kehlsteinparkplatz“, hin und her.

Info: Busfahrt täglich von 8.55 – 16.00 Uhr im 25 Minuten Takt, letzte Talfahrt 16.50!

Bei der Fahrt handelt es sich übrigens um eine echte Panorama-Fahrt: Der Bus überwindet auf den 6,5 Kilometern Strecke sagenhafte 770 Höhenmeter (mit nur einer einzigen Serpentine!) und fährt dabei auch noch durch fünf Tunnel. Und dann erst die Ausblicke!

Ganz schön beeindruckend, wie die wirklich riesigen Bäume hier förmlich am steilen Berg zu kleben scheinen!

Ganz schön beeindruckend, wie die wirklich riesigen Bäume hier förmlich am steilen Berg zu kleben scheinen!

Auch die Gebühren sind allerdings etwas besonders, sind sie doch ein gutes Stück teurer als normale Fahrscheine, da sie neben der Auf- und Abfahrt des Obersalzbergs auch die Begehung des Tunnels, die Fahrt mit dem goldenen Aufzug und die Besichtigung des Kehlsteinhauses an sich inkludieren:

Erwachsene zahlen 28€ für Hin- und Rückfahrt, Kinder (sechs bis 14 Jahre) 14,50€. Zum Glück werden allerdings auch ordentlich vergünstigte Familienkarten angeboten, und als Sahnehäubchen speziell für uns gibt es auch eine um den zweiten Erwachsenen entsprechend reduzierte Familienkarte für Alleinerziehende, die wir natürlich gerne in Anspruch nehmen.

Das hätten wir in diesem abgelegenen und vielleicht doch eher noch ländlich-traditionell geprägten Winkel Deutschlands gar nicht so unbedingt erwartet, großes Lob daher also an den Regionalverkehr Oberbayern von uns!

Der Bus kommt gut voran: Im Handumdrehen sehen die Häuser im Tal bei Berchtesgaden nur noch wie Miniatur-Spielzeuge eines Riesen aus.

Der Bus kommt gut voran: Im Handumdrehen sehen die Häuser im Tal bei Berchtesgaden nur noch wie Miniatur-Spielzeuge eines Riesen aus.

Wichtig: Für größere Gruppen ab 10 Personen kann man Tickets für die Kehlsteinlinie vorab reservieren, ansonsten kann man sie erst vor Ort am Schalter kaufen. Besonders an den Wochenenden und in der Hochsaison muss man da allerdings schon einmal etwas Wartezeit einplanen – das Interesse an diesem Ausflugsziel ist einfach immer sehr groß! Es stehen allerdings auch eine große Anzahl an Bussen bereit, also keine Sorge: Ihr werdet mitgenommen!

Tipp: Es gibt allerdings einen großen Vorteil, wenn ihr einmal am Schalter steht, und zwar könnt ihr euch da vom Service-Mitarbeiter direkt einen Zeitpunkt eurer Wahl für die Rückfahrt eintragen lassen. Dann ist euch die Fahrt im Bus zurück um diese Uhrzeit sicher – ansonsten kann es nämlich passieren, dass ihr eine Weile oben warten müsste, bis Plätze frei sind.

Falls ihr euch keine Uhrzeit für die Rückfahrt wünscht, wird automatisiert eine eingetragen, also werft einen Blick auf eure Tickets und vor allem: Bewahrt sie gut auf!

Der Tunnel: Vom Kehlsteinparkplatz in den Berg hinein

Nach etwa 20 Minuten Fahrt habt ihr den oberen Busparkplatz auf dem Obersalzberg erreicht und könnt hier bei dieser atemberaubenden Aussicht (auf etwa 1700m befinden wir uns jetzt) wieder aussteigen. Übrigens befindet ihr euch damit jetzt auf Deutschlands höchster Haltestelle!

Der Busparkplatz oben auf dem Obersalzberg - ganz schön einsam!

Der Busparkplatz oben auf dem Obersalzberg – ganz schön einsam!

Wenn ihr euch nun umdreht, steht ihr bereits direkt vor dem Eingang des Tunnels, der euch tief in den Berg führen wird – und wenn ihr den Kopf in den Nacken legt und ganz nach oben zum Gipfel hinaufschaut, könnt ihr es sogar schon sehen: Das Kehlsteinhaus.

Links der Eingang in den Tunnel, rechts gibt es sogar einen kleinen Kiosk. Und habt ihr schon ganz oben hoch das Kehlsteinhaus entdeckt?

Links der Eingang in den Tunnel, rechts gibt es sogar einen kleinen Kiosk. Und habt ihr schon ganz oben hoch das Kehlsteinhaus entdeckt?

Also los, hinein in den unterirdischen Gang!

Immer weiter, immer weiter, tiefer in den Berg hinein (zum Glück ist das Licht an!).

Immer weiter, immer weiter, tiefer in den Berg hinein (zum Glück ist das Licht an!).

Der Tunnel endet – nach 124 Metern – in einem kleinen Vorraum, und jetzt wisst ihr schon direkt, wie es weitergeht, wenn sich vor euch nun die Türen des goldenen (!) Aufzugs öffnen, der euch senkrecht nach oben auf den Gipfel des Berges bringen wird – übrigens wiederum genau 124 Meter!

Tipp: Falls ihr auf Tunnel und Aufzug lieber verzichten möchtet, führt auch ein schmaler, asphaltierter Fußweg mit wunderbarem Panorama-Ausblick hinauf zum Kehlsteinhaus. Für die Dauer solltet ihr allerdings 2,5 bis 3 Stunden einplanen.

Der Goldene Aufzug: Durch das Innere des Berges hinauf zum Kehlsteinhaus

Dieser wirklich ungewöhnliche Aufzug ist ebenfalls noch aus den 1930er Jahren original erhalten, von den Nationalsozialisten damals konzipiert und gebaut. Der goldene Glanz kommt daher, dass er vollständig, von oben bis unten, von der Decke über die Wände bis zum Boden, mit spiegelndem Messing ausgekleidet wurde. An den Seiten sind klappbare Ledersitze angebracht, die aber normalerweise bei den heutigen Touristenfahrten nicht benutzt werden.

Unvorstellbar, dass vor einer halben Ewigkeit hier genau Hitler, Göring andere NS-Größen gemütlich Platz nahmen und sich, wie wir jetzt, ebenfalls nach oben kutschieren ließen. Da läuft einem schon ein gruseliger Schauer über den Rücken…

Der nette Fahrstuhlführer weist mich darauf hin, dass Fotos hier nicht gerne gesehen werden, da durch die allgegenwärtige Spiegelung auch andere Gäste und vor allem Kinder darunter mit veröffentlicht werden würden. Das wollen wir natürlich nicht, also hier nur einen unpräkeren Ausschnitt, aber ich denke, ihr könnt es euch so schon vorstellen.

Der nette Fahrstuhlführer weist mich darauf hin, dass Fotos hier nicht gerne gesehen werden, da durch die allgegenwärtige Spiegelung auch andere Gäste und vor allem Kinder darunter mit veröffentlicht werden würden. Das wollen wir natürlich nicht, also hier nur einen unpräkeren Ausschnitt, aber ich denke, ihr könnt es euch so schon vorstellen.

Nach weniger als einer Minute Fahrt sind wir schon oben, nun auf über 1800 Meter Höhe angelangt, und wow – was eine Sicht!

So eine Aussicht kann einen schon einmal sprachlos machen.

So eine Aussicht kann einen schon einmal sprachlos machen.

Direkt erst einmal nach draußen an die frische Luft treten und sich umschauen - ganz schön hoch sind wir hier!

Direkt erst einmal nach draußen an die frische Luft treten und sich umschauen – ganz schön hoch sind wir hier!

Im Kehlsteinhaus

Der Biergarten

Ein paar Schritte weiter, um das Haus herum, stehen wir direkt vor dem großen Biergarten auf der Terrasse, denn aus dem ehemaligen Gästehaus der Nationalsozialisten wurde schon bald nach deren Ende ein zünftiger Berggasthof für die vielen interessierten Besucher des Kehlsteinhauses gemacht.

Die Einnahmen kommen übrigens gemeinnützigen Organisationen in der Region zugute!

Hier kann man gut Pause machen! Für Gulasch oder Schnitzel ist es morgens um neun Uhr noch etwas früh, aber eine Brezel ginge vielleicht?

Hier kann man gut Pause machen! Für Gulasch oder Schnitzel ist es morgens um neun Uhr noch etwas früh, aber eine Brezel ginge vielleicht?

Vom Biergarten aus führen Stufen weiter den Berg hinauf, und natürlich laufen wir neugierig dort hinauf. Und wow – ja, man kann nicht umhin einzugestehen, dass das schon wirklich wunderschön ist hier oben!

Ein Blick zurück auf das Kehlsteinhaus vom Gipfel des Berges aus.

Ein Blick zurück auf das Kehlsteinhaus vom Gipfel des Berges aus.

Wem die Berchtesgadener Alpen zu Füssen liegen

Ja, und dann stehen und gehen und schauen und genießen wir eigentlich eine ganze Weile nur noch. Die majestätischen Bergspitzen, die watteweißen Wolken, die hohen Tannenwipfel um uns herum sind einfach zu beeindruckend. Diese Höhe, diese Stille, diese Weite!

Es macht einen einfach sprachlos und staunend und demütig und versonnen und nachdenklich zugleich.

Endlose Weite...

Endlose Weite…

...einfach ein unglaubliches Gefühl, hier oben zu stehen!

…einfach ein unglaubliches Gefühl, hier oben zu stehen!

Irgendwo da unten unter den Wolken liegt Berchtesgaden (dessen Einwohner heute leider schlechtes Wetter haben). Aber hier oben scheint die Sonne, was haben wir für ein Glück!

Irgendwo da unten unter den Wolken liegt Berchtesgaden (dessen Einwohner heute leider schlechtes Wetter haben). Aber hier oben scheint die Sonne, was haben wir für ein Glück!

Da unten standen einst die privaten Sommerhäuser der Nazi-Größen. Heute ist davon nichts mehr übrig, nur noch reines Waldgebiet.

Da unten standen einst die privaten Sommerhäuser der Nazi-Größen. Heute ist davon nichts mehr übrig, nur noch reines Waldgebiet.

Tatsächlich liegt auch schon Schnee hier oben! Zum Glück ist heute so gutes Wetter, sonst wäre der Bus nicht mehr gefahren.

Tatsächlich liegt auch schon Schnee hier oben! Zum Glück ist heute so gutes Wetter, sonst wäre der Bus nicht mehr gefahren.

Das Gipfelkreuz

Noch einmal ein paar Schritte weiter treffen wir sogar noch auf ein malerisches Gipfelkreuz samt Edelweiß, einer typischen Bergblume, in der Mitte. Jetzt haben wir den offiziellen Bergsteiger-Beweis: Wir sind ganz oben angelangt!

Gipfelkreuze stehen für das Erreichen eines Ziels und sind populäre Fotomotive - was wir definitiv bestätigen können!

Gipfelkreuze stehen für das Erreichen eines Ziels und sind populäre Fotomotive – was wir definitiv bestätigen können!

Rückweg vom Kehlsteinhaus zum Busparkplatz

Nach einer Weile fangen wir trotz der Sonnenstrahlen doch langsam an zu frösteln und machen uns schließlich auf den Rückweg: In der Halle im Kehlsteinhaus warten wir auf den Aufzug (und sind froh, früh gekommen zu sein, als wir die Heerscharen an Menschen ankommen sehen, die gerade dort aussteigen), wechseln wieder ein paar Worte mit dem freundlichen Aufzugsführer und spazieren schließlich durch den Tunnel wieder Richtung Plateau, an dessen Rand auch schon ein Bus parkt, der auf die nächsten Fahrgäste nach unten, zum Parkplatz am Dokumentationszentrum, wartet.

Tipp: Ändern der Busfahrzeiten zurück zum Dokumentationszentrum

Doch ganz so einfach ist es nicht, denn da ist ja noch die Rückfahrt-Zeit, die auf unserem Busticket vermerkt ist. Wir hatten uns unten am Schalter, vor der Fahrt nach oben, keine besondere Zeit gewünscht, und deshalb eine Standard-Rückfahrt-Zeit aufgedruckt bekommen.

Die ist jetzt aber noch nicht erreicht, und so könnte es passieren, dass in diesem Bus eventuell kein Platz mehr für uns wäre (weil wir ja erst für den späteren vorgemerkt sind). Länger in der Kälte warten wollen wir aber auf keinen Fall, deshalb gehen wir fix die paar Schritte zu dem Gebäude direkt neben dem Eingang zum Tunnel, denn an dessen Wand hängt ein Automat, mit dem man die Zeiten auf dem Ticket anpassen kann.

Es geht ganz einfach: Ticket einführen, die aktuell „gebuchte“ Zeit auf unsere Wunschzeit (jetzt!) korrigieren und bestätigen. Mit dem geänderten Ticket in der Hand geht es zurück zum Bus, denn jetzt haben wir unsere Plätze für diese frühe Fahrt im warmen Bus sicher und dürfen ganz offiziell auf jeden Fall mitfahren.

Einfach auf dem Touch-Screen die Zeiten ändern, je nach aktuellem Bedarf. Echt gut durchdacht!

Einfach auf dem Touch-Screen die Zeiten ändern, je nach aktuellem Bedarf. Echt gut durchdacht!

Wanderweg von Obersalzberg nach Berchtesgaden

Auf der Fahrt wieder hinunter vom Busplateau oben am Kehlsteinhaus zum Parkplatz am Dokumentationszentrum auf halber Höhe des Obersalzbergs genießen wir noch einmal die Panorama-Aussicht über die Berchtesgadener Alpen.

Unten angekommen stellen wir allerdings fest, dass der nächste reguläre Bus, der uns zurück nach ganz unten, nach Berchtesgaden, bringt, erst in fast einer Stunde auf dem Plan steht. Der letzte davor scheint uns gerade vor der Nase weggefahren zu sein. Die Zeit können wir gut im Dokumentationszentrum überbrücken, denken wir uns, und ein Café gibt es dort sogar auch.

Doch dann fällt uns ein kleiner Pfad auf, der in den Wald gegenüber hineinführt, und an dessen Ecke ein Schild auf einen Wanderweg hinunter nach Berchtesgaden hinweist. Wir überlegen kurz und entscheiden dann, die Gunst der Stunde zu nutzen und den vielleicht letzten schönen, goldsonnigen Herbsttag, den wir heute glücklicherweise erwischt haben, vor dem nahenden langen, dunklen und nasskalten Winter lieber draußen an der frischen Luft zu verbringen.

Sicherheitshalber machen wir Stadtkinder ein paar Beweisfotos, falls wir hier im Wald verlorengehen und man nur noch unsere Handys findet.

Sicherheitshalber machen wir Stadtkinder ein paar Beweisfotos, falls wir hier im Wald verlorengehen und man nur noch unsere Handys findet.

Also überqueren wir die Straße und wandern den restlichen Obersalzberg hinunter. Es gibt übrigens einige Wanderwege, über die man von Berchtesgaden bis zum Dokumentationszentrum – am besten vorher einen Blick in eine Karte werfen, um eine Route auszusuchen, oder auf Google Maps vertrauen. Wir hatten jedenfalls die ganze Zeit Empfang auf unserer Strecke und konnten uns immer gut vergewissern, wo wir sind. Ihr findet aber auch an jeder Kreuzung Schilder, die euch den Weg weisen.

Achtung: Manche Wege führen entlang der asphaltierten Straße, die allerdings über weite Teile nicht mit einem Bürgersteig ausgestattet ist. Das würden wir bei den vielen Serpentinen, wo man nie einschätzen kann, wann das nächste Auto plötzlich aus einer der vielen Kurven heranbraust, mit Kindern nicht unbedingt empfehlen.

Für unseren Weg hinunter durch den Wald haben wir in gemütlichem Tempo etwa eine Dreiviertelstunde benötigt und unsere Wahl nicht bereut: Wir hatten die Natur und die wunderbare Aussicht quasi ganz für uns allein (allerdings die nächsten Tage den schlimmsten Muskelkater unseres Lebens, aber das war es wert!).

Wann ist das Kehlsteinhaus geöffnet?

Wichtig: Aufgrund des hier in der Region (und in dieser Höhe!) zu erwartenden massiven Wintereinbruchs verkehrt die Kehlsteinlinie zwischen dem Parkplatz den Dokumentationszentrums und dem Plateau des Busparkplatzes unter dem Kehlsteinhaus nur zwischen Anfang Mai und Ende Oktober!

Wir hatten zum Beispiel richtig Glück und konnten noch an einem der letzten Tage der diesjährigen Saison hochfahren, am Ende der Woche wurde die Strecke geschlossen.

Am besten schaut ihr auf dem jeweils aktuellen Plan der Linie 849 des Regionalverkehrs Oberbayern nach oder ihr könnt auch anrufen unter der Nummer 08652-2029. Weitere Informationen wie aktuelle Preise mit sämtlichen Ermäßigungen, Fahrtzeiten und sonstige Hinweise findet ihr auf der offiziellen Sonderseite der Deutschen Bahn zum Kehlsteinhaus.

Tipp: Mit einer Kurkarte der Region bekommt ihr viele Vergünstigungen, so könnt ihr den Bus zum Dokumentationszentrum kostenfrei nutzen und auch für die Fahrt mit der Kehlsteinlinie braucht ihr nicht den vollen Preis bezahlen. Seid ihr mit dem Auto unterwegs, so ist für euch damit die Parkgebühr auf dem Parkplatz am Dokumentationszentrum um die Hälfte reduziert.

Lohnt sich ein Besuch im Kehlsteinhaus mit Kindern und Teenagern?

Ganz klare und einstimmige Antwort von uns: Absolut ja!

Seien es:

  • der Besuch des nach der Renovierung ganz neu und modern gestalteten, nigelnagelneuen Dokumentationszentrums auf halber Höhe des Obersalzbergs (Datum der Wiedereröffnung steht aktuell leider noch nicht fest),
  • die atemberaubende Panorama-Anfahrt auf der 6,5 Kilometer langen Strecke über 770 Höhenmeter durch fünf Tunnel hinauf zum Plateau,
  • der spannend-geheimnisvolle Weg durch einen Tunnel in den Berg hinein und mit einem goldenen Aufzug hinauf zur Spitze,
  • oder einfach die wahrhaft fantastische Aussicht über die Berchtesgadener Alpen, wenn man dann erst einmal oben am Kehlsteinhaus steht (und ein geschichtsträchtiger Ort ist es abgesehen davon natürlich auch)
  • oder nicht zuletzt eventuell eine zünftige Pause in einem richtigen Berggasthof auf über 1800 Metern Höhe?

Wir sind sicher, das ist ein Ausflugsziel, das man einmal gesehen haben muss!

Falls euch nach so viel Natur und Abgeschiedenheit zur Abwechslung nach etwas (beschaulichem) Großstadtrummel ist, empfehlen wir euch einen Abstecher ins von hier aus erstaunlich nahe Salzburg oder, mit etwas mehr Fahrtzeit, ins wunderbar gemütlich-geschäftige München oder in eine der ältesten Städte Deutschlands mit reicher Kaufmannsgeschichte: Die Fugger-Stadt Augsburg!


Das Kehlsteinhaus

Offizielle Webseite: kehlsteinhaus.de

Plan der Buslinie 838 (als pdf) von Berchtesgaden Hbf zum Dokumentationszentrum am Obersalzberg

Plan der Buslinie 849 (als pdf) vom Dokumentationszentrum am Obersalzberg zum Busparkplatz unter dem Kehlsteinhaus („Die Kehlsteinlinie“). Betrieb ca. Anfang Mai bis Ende Oktober jeden Jahres.

Offizielle Webseite der Region Oberbayern und der DB mit Infos, Preisen und Zeiten: dbregiobus-bayern.de

Das Dokumentationszentrum

Offizielle Webseite: https://www.obersalzberg.de/home (aktuell wegen Renovierung geschlossen)