Unser bis dahin größter Trip, eine mehrtägige Tour mit dem Zug durch Norditalien, beginnt offiziell in München. Doch auch dorthin müssen wir aus Köln ja erst einmal gelangen, und dies ebenfalls mit der Bahn: Nach gut vier Stunden entspannter Fahrt im reservierten Abteil betreten die Mädchen und ich erstmals bayrischen Boden.

Wo wir nun einmal hier sind, wollen wir uns natürlich auch etwas umschauen in der Landeshauptstadt des Freistaats Bayern. Wir haben zwar nur ein paar Stunden Zeit, aber netterweise hat mein Cousin, der hier studiert, angeboten, uns abzuholen und den Fremdenführer für uns zu geben, super! Also laden wir fix unser Gepäck ab und starten gutgelaunt zu unserem Rundgang.

Vom Hauptbahnhof vorbei am Landgericht von München Richtung Stachus.

Vom Hauptbahnhof vorbei am Landgericht von München Richtung Stachus.

Im schönsten Spätsommerwetter laufen wir zu Fuß los Richtung ‚Karlsplatz‘.

Diesen Namen verwendet jedoch kaum jemand; allgemein und selbst in der Bezeichnung der U- und S-Bahn heißt dieser verkehrsreiche Ort nur ‚Stachus‘, nach einem Wirt, der dort vor Jahrhunderten ein Haus und einen Garten mit Bierausschank führte.

Darunter befindet sich eine der größten Einkaufspassagen Europas, aber bei dem schönen Wetter bleiben wir lieber oberirdisch, passieren das Karlstor und gelangen so auf die Neuhauser Straße, Münchens Fußgängerzone.

Blick zurück auf Karlstor und dahinter Stachus, aus der Einkaufsstraße.

Blick zurück auf Karlstor und dahinter Stachus, aus der Einkaufsstraße.

Ein kleiner Schwenk führt uns zur berühmten Frauenkirche, mit ihren zwei markanten Türmen das Wahrzeichen Münchens schlechthin.

Die Münchner Frauenkirche ist übrigens auch von innen sehr schön, da haben wir aber keine Fotos gemacht.

Die Münchner Frauenkirche ist übrigens auch von innen sehr schön, da haben wir aber keine Fotos gemacht.

Wenige Meter weiter gelangen wir zum prächtigen Marienplatz mit der Kirche St. Peter und St. Paul sowie dem Neuen Rathaus.

Wir haben Glück, sind zur richtigen Zeit dort und können uns das beliebte Glockenspiel dort anhören!

Im Winter findet übrigens auf diesem Platz der bekannte Münchner Christkindlmarkt statt. Aber auch jetzt schon ist es uns hier viel zu voll, lieber schnell weiter also.

Nach etwa zehn Minuten haben wir das Ufer der Isar erreicht und mitten darin, durch diverse Brücken verbunden, die Museumsinsel, auf der sich in prominentester Lage das ‚Deutsche Museum‘ befindet, ein Urgestein unter den Museen, das größte seiner Art weltweit und eigentliches Ziel unseres kleinen Ausflugs.

Hier dreht sich alles um Wissenschaft und Technik, wann was entstanden ist oder erfunden wurde, wie es funktioniert und welche Bedeutung es für die gesellschaftliche Entwicklung hatte. All das wird an wirklich unzähligen Exponaten erläutert und veranschaulicht, vieles kann man auch selber ausprobieren.

Die imposante Eingangshalle des Baus aus den 1900-20er Jahren.

Die imposante Eingangshalle des Baus aus den 1900-20er Jahren.

Dank vorbestelltem Online-Ticket müssen wir nicht warten und können direkt loslegen.

Dank vorbestelltem Online-Ticket müssen wir nicht warten und können direkt loslegen.

Wir schlendern erst einmal etwas im Erdgeschoss umher und bleiben direkt am Thema „Bergwerk“ mit passendem schier unendlich tiefen Schacht hängen. Wow, da geht es abwärts…

Aber da hinten gibt es auch noch.. oder gehen wir zuerst hierhin? Oder dorthin? Oder da entlang?

Okay, stop – so funktioniert das nicht. Zurück auf Anfang: Wir müssen uns erst einmal orientieren und schauen uns den Plan der Stockwerke an. Es ist einfach zu viel hier zu entdecken, als dass man das an einem einzigen Tag schaffen könnte!

Wir selektieren also und beschränken uns nach einigem Hin und Her auf vier Bereiche.

Links: Die Themen des Deutschen Museums nach Etagen. Rechts: Unser erstes Thema Strom!

Links: Die Themen des Deutschen Museums nach Etagen. Rechts: Unser erstes Thema Strom!

Zuerst geht es zum Thema Starkstrom. Wir lassen Strom durch uns alle fließen, bringen Glühbirnen zum Leuchten und sehen im direkten Vergleich, wieviel weniger Energie Stromsparlampen verbrauchen.

Danach schauen wir noch kurz bei den Kraftmaschinen in einer gigantische Turbinenhalle vorbei – imposant!

Geschichte und Technik auf anschauliche Weise verbunden!

Geschichte und Technik auf anschauliche Weise verbunden!

Dann biegen wir um eine Ecke und stehen vor diesem eindrucksvollen Segelschiff – wow!

Wir schauen es uns in Ruhe von allen Seiten an, man kann sich den Frachtraum angucken oder auch hoch auf die Empore gehen und von oben herabsehen, sehr cool.

Groß genug, dass es die ganze Halle ausfüllt!

Groß genug, dass es die ganze Halle ausfüllt!

Alles sehr detailreich eingerichtet!

Alles sehr detailreich eingerichtet!

Schwer beeindruckt verlassen wir das Erdgeschoß und steigen eine Etage höher ins erste Stockwerk zur historischen Luftfahrt.

Unten noch Schiffe, oben geht es dann mit Flugzeugen weiter.

Unten noch Schiffe, oben geht es dann mit Flugzeugen weiter.

Und Junge, Junge, was es hier noch alles zu sehen gibt! Wie monumental das alles ist! Da bleibt einem echt die Spucke weg und man weiß – schon wieder! – gar nicht, wohin man sich zuerst wenden soll.

Nostalgische Flugzeuge und Zeppeline...

Nostalgische Flugzeuge und Zeppeline…

... und Propellermaschinen und sogar Doppeldecker.

… und Propellermaschinen und sogar Doppeldecker.

Im zweiten Stockwerk haben wir uns vor allem den Part mit den alten Musikinstrumenten vorgemerkt:

Musikinstrumente aus sämtlichen Epochen.

Musikinstrumente aus sämtlichen Epochen.

Es gibt viel zu gucken und zum Glück auch viel zum Ausprobieren, da wird es nicht langweilig!

Es gibt viel zu gucken und zum Glück auch viel zum Ausprobieren, da wird es nicht langweilig!

Jede Menge Musikautomaten und Orgeln, wie viel Arbeit da drinsteckt!

Jede Menge Musikautomaten und Orgeln, wie viel Arbeit da drinsteckt!

Den Abschluss unserer Auswahl bildet über den dritten, vierten und fünften Stock die Astronomie. Das fanden wir allerdings nicht so gut erklärt, mit vielen Informationen konnten wir nicht so richtig etwas anfangen, man bräuchte recht viel Vorwissen, so unser Eindruck. Nichtsdestotrotz faszinierend!

Unglaublich viel Wissen wurde hier zusammengetragen.

Unglaublich viel Wissen wurde hier zusammengetragen.

An Computern kann man sich Sternbilder aussuchen.

An Computern kann man sich Sternbilder aussuchen.

Unser Fazit: Die Bewertungen, die ich im Vorfeld gelesen hatte, treffen zu:

Ja, teilweise sind manche Bereiche der Ausstellungen und manche Informationsweitergabe etwas veraltet.
Ja, leider sind doch einige der Ausprobier-Stationen defekt, das ist dann mitunter sehr schade.
Aber auch definitiv ja, man findet hier eine schier unfassbare Sammlung, einfach unendlich viel Wissen zusammengepackt in einem wunderschönen, riesigen, altehrwürdigen Gebäude, und ja, man würde Tage brauchen, um dem annähernd gerecht zu werden.

Mit unseren vier anfangs ausgesuchten Schwerpunkten lagen wir gut: Mehr können wir gar nicht aufnehmen. Bis obenhin angefüllt mit Wissen, Endrücken und Erlebtem. Was für ein Museum, in der Tat! Hierhin möchten wir gerne noch einmal wiederkommen und uns noch andere Bereiche ansehen.

Jetzt können wir allerdings ein wenig frische Luft wirklich gut gebrauchen, und praktischerweise beginnen direkt vor den Toren des Deutschen Museums die ‚Frühlingsanlagen‘, ein kleiner Park. So spazieren wir an der Isar entlang in einer großen Runde gemütlich wieder zurück Richtung Hauptbahnhof. Schön hier in München!

Blick auf das 'Müllersche Volksbad', ein traumhaft schönes Schwimmbad in einem Jugendstilgebäude.

Blick auf das ‚Müllersche Volksbad‘, ein traumhaft schönes Schwimmbad in einem Jugendstilgebäude.

Malerisch gelegen am Ufer der Isar: Die Kirche St. Maximilian.

Malerisch gelegen am Ufer der Isar: Die Kirche St. Maximilian.

Also, das hat uns wirklich gut gefallen hier in München an der Isar!

Also, das hat uns wirklich gut gefallen hier in München an der Isar!

Wir verbringen den Abend bei einem zünftigen Essen in einem lokalen Wirtshaus. Die Kinder begeistern vor allem die Maßkrüge in Kindergröße, in denen Saft und Schorle kommen, und sie bekommen sich gar nicht mehr ein, dass tatsächlich gar nicht mal wenige Menschen hier in Lederhosen und Dirndln rumlaufen.

So viel steht fest: München werden wir noch einmal besuchen, dann mit mehr Zeit.

Für uns heißt es aber nun zurück zum Hauptbahnhof und schon wieder Abschied nehmen, denn eigentlich beginnt das Abenteuer jetzt erst wirklich: Mit einer Fahrt im Nachtzug über die Alpen.

Morgen früh wachen wir in Bella Italia auf, und werden dort die nächste Zeit unterwegs sein. Lust, mitzukommen?

Pfüati, München! Bis zum nächsten Mal!

Pfüati, München! Bis zum nächsten Mal!


Deutsches Museum (offiziell ‚Deutsches Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik‘)

Museumsinsel 1
80538 München

deutsches-museum.de

Öffnungszeiten: Täglich 9:00 – 17:00 Uhr.
Preise: Erw. 14,00€, Kinder 6-17 Jahre 4,50€.
Es gibt eine Familienkarte für 2 Erwachsene mit Kindern für 29,00€, leider aber kein entsprechendes Angebot für Ein-Eltern-Familien.
Mit einem Kombiticket für 21,00€ kann man noch außer dem Deutschen Museum noch die Dependancen  Verkehrszentrum und Flugwerft Schleißheim – an frei wählbaren anderen Tagen – besuchen.