Ein Tag im Disneyland ist toll – und anstrengend. Wohl dem, der sich danach ohne weiten Weg einfach ins Bett fallen lassen kann. Eine gute Alternative zu den doch eher teuren Disney-Hotels vor Ort ist die Anreise mit einem Wohnmobil, da man damit direkt auf dem Parkplatz des Resorts stehen und übernachten kann!

Diese Option ist wenig bekannt und noch weniger gibt es eindeutige Infos dazu, wie wir im Vorfeld bei unserer Planung feststellen. Bis zur Ankunft wussten wir letzten Endes nicht, ob (und wie) das wirklich geht. Deshalb räumen wir damit auf und geben unser ganzes Wissen jetzt an euch weiter:

Anfahrt

Die Adresse für das Navi ist „Boulevard de Parc, 77700 Coupvray“.

Mit dieser Eingabe landet man sicher auf der Straße, die zum Eingang des Parkplatzes des Disneyland führt.

Schon lange vor Erreichen des Ziels kann man aber eigentlich auch die zahlreichen, eindeutigen Schilder am Straßenrand gar nicht übersehen:

Schon lange vorher wird das Disneyland rechtzeitig angekündigt.

Schon lange vorher wird das Disneyland rechtzeitig angekündigt.

So, jetzt aufgepasst: Die nächste Ausfahrt ist es!

So, jetzt aufgepasst: Die nächste Ausfahrt ist es!

Tipp: Vorher einkaufen

Der oben genannte ‚Boulevard de Parc‘ geht dabei von einem unglaublich riesigen Kreisverkehr ab, der aus den beiden Straßen ‚Boulevard de l’Europe‘ und ‚Boulevard du Grand Fossé‘ besteht.

In der unteren Hälfte dieses Kreises findet man ein riesiges Einkaufscenter, das ‚FNAC Val d’Europe‘. Sollte man noch irgendetwas einkaufen müssen, bevor man die Welt des Walt Disney betritt, kann man das hier noch tun – denn sobald man die offiziellen Tore des Disneylands in der oberen Hälfte des Kreises hinter sich gelassen hat, ist man quasi von der Außenwelt abgeschnitten: Hier gibt es nichts, absolut nichts zur Selbstversorgung: Keinen Supermarkt, keinen Kiosk, kein Bistro.

Selbst im Bahnhof des ‚Gare de Marne la Vallée Chessy‘, der nur wenige Schritte vorm Eingangstor des Disneylands liegt, gibt es noch nicht einmal einen Automaten mit Getränken. Wenn man hier angekommen ist, muss man Disney-Produkte kaufen, und die gibt es erst im Park.

Gebühren

Auf dem weitläufigen ‚Boulevard de Parc‘ unterwegs taucht dann plötzlich wie aus dem Nichts dieses Tor samt Türmchen, Fahnen und nur zu gut bekanntem Schriftzug vor einem auf – jetzt sind wir wirklich da: Disneyland!

Das Eingangstor zum Parkplatz des Disneylands Paris für Autos und Wohnwagen.

Das Eingangstor zum Parkplatz des Disneylands Paris für Autos und Wohnwagen.

Am Schalter zeigt man seine Eintrittskarte für den Park vor. Neben dem Angestellten im Häuschen gibt es, typisch Disney, auch einen weiteren hilfsbereiten Mitarbeiter, der draußen herumläuft, neben Englisch noch diverse andere Sprachen beherrscht und uns – nach professionellem, kurzem Blick auf unser Kölner Kennzeichen – direkt auf Deutsch anspricht.

Wir erklären, dass wir auch übernachten wollen (schließlich geht es hier auch zum ganz normalen Autoparkplatz, den man nur für den Parkbesuch tagsüber nutzt und dann abends wieder verlässt) und erhalten dann gegen eine Gebühr einen Zettel, den wir gut sichtbar hinter die Windschutzscheibe legen sollen.

Die Gebühren betragen momentan laut offizieller Webseite pro Tag für Autos 30€ und pro Tag inkl. Nacht bis 10 Uhr morgens am nächsten Tag für Campervans 45€, und sie steigen wohl Jahr für Jahr stetig an.

Günstig ist natürlich anders, aber Disney will ganz klar die Übernachtung in seinen eigenen Hotels promoten. Ein Wunder, dass man hier überhaupt mit einem Wohnmobil übernachten darf.

Trick: Kosten sparen

Nach der Ticketkontrolle am Eingang erfolgt übrigens keine weitere mehr auf dem Parkplatz, heißt: Der Zettel hinter der Windschutzscheibe, auf dem die bezahlte Aufenthaltsdauer vermerkt ist, interessiert nachher überhaupt niemanden mehr. Zumindest war das bei unserem Besuch so.

Man könnte also, natürlich rein theoretisch, spätnachmittags am Eingang ankommen, lediglich für einen Tag inklusive Übernachtung zahlen, parken und übernachten, am Folgetag das Disneyland besuchen, danach nochmals übernachten, und dann am Morgen darauf erst den Parkplatz verlassen. Die Ausfahrt erfolgt einfach über eine ganz normale Straße, wiederum ohne Kontrolle oder Schalter.

Der Parkplatz für Wohnmobile

Kann man gar nicht verfehlen: Der Parkplatz für Wohnmobile.

Kann man gar nicht verfehlen: Der Parkplatz für Wohnmobile.

Hinter dem Schalterhäuschen folgt man einfach den Schildern mit Wohnmobil-Symbolen und wird so problemlos zum eigens dafür vorgesehenen Parkplatz geleitet, der neben dem normalen Autoparkplatz liegt, und hinter dem Bereich für Reisebusse & Co.

Genug Platz für alle!

Genug Platz für alle!

Die Dimensionen des Wohnmobil-Parkplatzes sind großzügig bemessen, man hat freie Auswahl, wo man stehen möchte. Neben den ganzen beeindruckenden „Schiffen“, die hier teilweise parken, sieht unser eigentlich auch gar nicht mal so kleiner Campervan aus wie ein Smart!

Ausstattung (Toiletten, Duschen, Essen & Trinken)

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass es sich hier – trotz des gesalzenen Preises für eine Übernachtung – nur um einen reinen Parkplatz handelt, und nicht um einen Campingplatz. Weder Strom noch Abwasser noch Frischwasserversorgung sind vorhanden.

Es gibt allerdings ein Dusch- und Toilettengebäude zwischen dem Bereich für Reisebusse und dem für Wohnmobile, das ursprünglich wohl den Busfahrern vorbehalten war. Die Mitbenutzung durch die Camper ist allerdings völlig gang und gäbe. Ehrlich gesagt haben wir keinen einzigen Busfahrer bewusst wahrgenommen, sondern nur Camper mit ihren Kosmetikbeuteln und Handtüchern.

Im Vorfeld hatte ich eigentlich nur vernichtende Bewertungen gelesen: Seit 25 Jahren nicht renoviert, unzumutbar, etc. Mit gemischten Gefühlen schauen wir uns das Gebäude zum ersten Mal an – und sind positiv überrascht.

Sicherlich, Luxus kann man hier keinen erwarten, aber es war absolut ausreichend ausgestattet, sauber genug und problemlos zu benutzen, auch mit Kindern. Jugendherbergsniveau, würde ich sagen – und auch da habe ich wirklich schon schlimmeres gesehen.

Ein gastronomisches Angebot existiert hier allerdings, wie weiter oben schon erwähnt, nicht.

Essen und Trinken gibt es erst wieder, sobald man den Park samt Eintrittskarte betreten hat, ansonsten ist hier einfach nichts. Also besser gut ausgestattet herfahren – aber das sind Camper ja meist.

Öffnungszeiten

Der Parkplatz öffnet um 7:30 Uhr und schließt eine halbe Stunde nach der Schließung der beiden Parks.

Sicherheit

Der Disneylandparkplatz wird nachts nicht offiziell bewacht.

Dadurch, dass er aber mitten im Nirgendwo liegt, und es auch absolut gar kein Unterhaltungs-Angebot (außer dem Disneyland eben) drumherum gibt, war es nachts total ruhig. Es gab keinen Radau, und wir haben auch keine zwielichtigen Gestalten gesehen.

Die allermeisten Camper sind Familien mit Kindern und oft sogar auch mit Hunden. Wir haben uns nicht eine Sekunde unwohl gefühlt, hier alleine zu übernachten.

Gute Nacht - Bonne nuit!

Gute Nacht – Bonne nuit!

Mit dem Laufband zum Eingang fahren

Das gesamte Disneyland ist ja sehr weitläufig, und das gilt auch schon für den Parkplatz.

Deshalb haben sie sich etwas Großartiges einfallen lassen: Ein Laufband, wie an Flughäfen, dass die Besucher die vielen, vielen Meter bis zum Eingang bringt – phänomenal!

Dahinten, da ist der Weg zum Eingang!

Dahinten, da ist der Weg zum Eingang!

Und wie das bei Disney eben so ist, ist auch dieses schnöde Transportmittel schon mit Türmchen und Fahnen verziert – und aus Lautsprechern tönt den ganzen lieben langen Tag Disney-Musik!

Das zaubert uns ein Lächeln aufs Gesicht und man kann gar nicht anders und summt und wippt direkt mit.

Wir überlegen uns, dass wir das im Alltag wirklich gut gebrauchen könnten: Disney-Musik an allen Kreuzungen und an Bürgersteigen auf dem Weg zur Arbeit und zur Schule, das wär doch was! Ach ja, und Laufbänder würden wir natürlich auch nehmen.

Gleich mehrere gefühlt kilometerlange Laufbänder führen zum Eingang der beiden Parks.

Gleich mehrere gefühlt kilometerlange Laufbänder führen zum Eingang der beiden Parks.

Eins der vielen Laufbänder auf dem Weg zum Disneyland.

Eins der vielen Laufbänder auf dem Weg zum Disneyland.

Leider ist dieses hier… ähh… defekt. Oh nein!

Das hält uns allerdings nicht davon ab, es trotzdem zu benutzen und darauf dann eben Richtung Eingang zu laufen.

Endlich angekommen haben wir im Disneyland dann natürlich einiges erlebt. Was es dort mit Kind alles zu sehen und entdecken gibt, und noch einige Tipps und Tricks zum Besuch, gibt es hier: „Ein Tag im Disneyland Paris mit Kind – alles was man wissen muss“

Außerdem haben wir noch ein paar allgemeine Tipps zum generellen Autofahren in Frankreich, falls ihr selber einmal herfahren möchtet.


Disneyland Paris Parkplatz (Autos und Wohnmobile)

Boulevard de Parc, 77700 Coupvray
Marne-la-Vallée, Val d’Europe, Frankreich
disneylandparis.com/de-de/