Ob das vielleicht gefährlich ist, alleine mit Kind in Frankreich im Wohnmobil durch die Gegend zu gondeln? Oder verrückt? Oder furchtbar? Oder langweilig? Oder toll?

Viele Fragen gehen mir durch den Kopf, als ich unsere erste, mehrtägige Reise in einem Campervan plane. Sowas habe ich noch nie zuvor gemacht, und ich will es unbedingt mal ausprobieren.

Wir haben uns also ins Abenteuer Camping gestürzt und überlebt, und hier findet ihr nun unsere gesammelten Erfahrungen, falls ihr euch vielleicht auch solche Fragen stellt vor eurer ersten Wohnmobil-Reise:

Vorbereitung

Es schadet nicht, sich zumindest kurz mit dem Fahrzeug zu beschäftigen, was man als Newbie meistens erst einmal ausleiht und dementsprechend nicht kennt.

Ein Blick in die Fahrzeugpapiere zeigt Höhe und Breite des Wagens, so dass ihr bei Brücken und Durchfahrten auf der sicheren Seite seid. Habt ihr auch Fährverbindungen auf dem Weg, müsst ihr ebenfalls die Länge wissen.

Wenn ihr einen Camper von einem professionellen Anbieter leiht, hat der oft schon Erklär-Videos auf seiner Webseite. So könnt ihr euch schon einmal in Ruhe von zuhause aus im Vorfeld „euer“ Auto (oder zumindest ein ähnliches) anschauen, um zu sehen, wie es funktioniert.

Bleiben danach noch Fragen offen, notiert euch die am besten, so dass ihr diese bei der Abholung des Wagens abklären könnt. Da hat man nämlich doch eine ganze Menge im Kopf, und es ist ärgerlich, wenn man erst unterwegs merkt, dass einem wichtige Informationen fehlen.

Außerdem solltet ihr natürlich wissen, was euer Fahrzeug tankt, was es sonst noch benötigen könnte (z.B. den Zusatz AdBlue für Diesel) und eine Nummer griffbereit haben, die ihr anrufen könnt, falls es doch einmal Probleme geben sollte (Vermieter-Hotline, ADAC, oder ähnliches).

Strom

Eine der Fragen, über die ich vorab am meisten gegrübelt habe, war die nach dem Strom.

Ziemlich cool, unser auffaltbares Dach, schön mit Beleuchtung am Abend!

Ziemlich cool, unser auffaltbares Dach, schön mit Beleuchtung am Abend!

Bei normalen Autos hat vermutlich der ein oder andere schon einmal das Vergnügen gehabt, ein Licht über Nacht brennen gelassen zu haben und dann am nächsten Morgen nicht mehr starten zu können.

Im Campervan verbraucht man nun natürlich auch zusätzlich noch jede Menge Strom, wenn man nicht fährt – sei es für den Kühlschrank, Leselicht, Handy aufladen, Standheizung, etc.

Ich war sehr gespannt, wie man verhindert, dass man dann zu viel Strom verbraucht und am nächstens Tag im schlimmsten Fall ohne Starthilfe nicht mehr weiterfahren kann? Die Antwort ist eigentlich ganz logisch: Es gibt zwei Batterien.

Ein Stromkreislauf dient, ganz normal, zum Starten des Autos, damit das immer gesichert ist, und der andere sorgt für die weitere Versorgung der ganzen Gadgets, die einem das Leben und Übernachten im Auto erleichtern und angenehmer machen.

Wie lange diese zweite Batterie hält, ist abhängig vom eingebauten Modell und natürlich nicht zuletzt davon, wie viel Strom ihr eben verbraucht. Normalerweise sollte das wohl für zwei Nächte reichen.

Beide Batterien werden wieder aufgeladen, wenn das Fahrzeug fährt, oder natürlich auch, wenn ihr auf einem Platz steht, der Stromanschluss anbietet. Dafür benötigt ihr ein Verlängerungskabel, das ein Mietwohnmobil üblicherweise dabei hat.

Standheizung

Zum Starten der Standheizung, die an kühlen oder sogar frostigen Abenden und Nächten gute Dienste leistet, wenn man im Camper übernachtet, wird ebenfalls Strom benötigt.

Die eigentliche Leistung, die die entstehende Wärme über die normalen Düsen ins Auto bringt, wird dann über den Kraftstofftank erbracht.

Toiletten & Duschen

Manche Camper haben eine Außendusche hinten am Heck angebracht, die über den Frischwassertank versorgt wird – die ist aber eher etwas für eine kurze Abkühlung im Sommer.

Ansonsten verfügen Campingplätze normalerweise über Duschräume, Stellplätze dagegen eher selten. Auch an vielen Tankstellen findet man – eigentlich für die LKW-Fahrer – Duschmöglichkeiten, und im Laufe der letzten Jahre hat sich die Qualität des sanitäres Angebots an den Raststätten glücklicherweise doch erheblich verbessert.

Gerade mit Kindern unterwegs kann man auch das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und gut ein Freibad oder eine Schwimmhalle aufsuchen.

Auch Toiletten gab es erfreulicherweise gefühlt an jeder Ecke, und an allen Raststätten als auch auf allen Campingplätzen haben wir in puncto Sauberkeit ebenfalls nur gute Erfahrungen gemacht.

Frischwasser & Abwasser

Beim Camping ist man ja Selbstversorger in jeder Hinsicht, und das gilt natürlich auch für das Wasser, das man zum Spülen, Kochen und evtl. Duschen verbraucht.

Ganz schön interessant, sich das einmal bewusst zu machen, vor allem beim Reisen mit Kindern, dass das alles ja irgendwoher kommen muss – und natürlich auch wieder irgendwohin gehen muss.

Im Camper-Jargon heißt Frischwasser „weiß“, verbrauchtes Wasser (z.B. vom Spülen) „grau“ und Toiletteninhalte „schwarz“.

Einen gemieteten Camper übernimmt man normalerweise leer, das heißt man muss relativ am Anfang einen Stopp einplanen, um erst einmal Frischwasser aufzufüllen.

Auf etlichen Stellplätzen und schätzungsweise allen Campingplätzen gibt es dementsprechend Wasserhähne oder Schläuche, wo ihr euer Frischwasser auffüllen könnt, sowie Gitter im Boden mit einem Ablauf darunter, worüber ihr die Abwassertanks dann leeren könnt, wenn ihr darüber parkt.

Kochen

Unabhängigkeit ist ja eins der Schlagwörter jeden Camping-Urlaubs, und was macht einen freier, als Essen zuzubereiten zu können, fast ganz egal, wo man sich gerade befindet?

Hat man eine kleine Küche mit Kochplatten an Bord, so werden diese meistens mit einer Gasflasche betrieben, die oft im Heck des Wohnmobils verstaut ist. Oft muss man noch einen oder auch mal zwei Gashähne öffnen, bevor man loslegen kann.

Falls ihr nicht sicher seid, wie das funktioniert, solltet ihr hier bei der Abholung des Wagens noch einmal genau nachfragen und euch das gut erklären lassen – nichts ist ärgerlicher, als sich dann eben abends keinen Teller Nudeln kochen oder morgens keinen Kaffee zubereiten zu können, obwohl das grundsätzlich möglich sein müsste.

Kühlschrank

Wenn ihr Glück habt, verfügt euer Camper auch über einen Kühlschrank.

Dieser wird – wie schon die restliche Elektrik an Bord – in der Regel über die zusätzliche Batterie mit Energie versorgt, wenn ihr gerade nicht mit dem Fahrzeug unterwegs seid. So ist sichergestellt, dass euer Essen und eure Getränke kühl bleiben, auch wenn ihr auf einem Parkplatz steht, und dass euer Auto auch am nächsten Morgen trotzdem noch anspringt.

Campingplätze vs. Stellplätze

Campingplätze sind die Platzhirsche unter den Übernachtungsmöglichkeiten für Wohnmobile und Camper: Allermeistens verfügen sie als Anlaufstelle auch für Leute, die zelten, mindestens über Strom, Toiletten und Duschen sowie Frisch- und Abwasser. Manche haben sogar noch einen kleinen oder auch größeren Kiosk dran, oder bieten Wlan, oder direkt noch einen Pool, Spielplatz und vieles mehr.

Das hat natürlich auch seinen Preis: Campingplätze kosten in der Regel deutlich mehr pro Nacht als Stellplätze.

Stellplätze sind eigentlich nur für Wohnmobile gedacht, deutlich günstiger in den Kosten, aber dafür auch mit deutlich weniger Komfort: Manchmal ist es eigentlich eben nur ein reiner Parkplatz für Wohnmobile, Strom und Frisch- oder Abwasser gibt es nur manchmal, Toiletten und Duschen selten.

Natürlich gibt es auch noch die Möglichkeit, komplett „frei“ zu stehen, das heißt, einfach irgendwo über Nacht sein Wohnmobil zu parken – allerdings sollte man sich vorher erkundigen, ob das im jeweiligen Land, in dem man unterwegs ist, erlaubt oder oder unter welchen Konditionen.

Uns war das bei unserem ersten Campingversuch allerdings noch ein wenig zu aufregend und wir haben uns lieber an offizielle Plätze gehalten. Vielleicht beim nächstens Mal!

Tipp: Apps

Für die Suche nach einem geeigneten Camping- oder Stellplatz vorab oder während der Reise kann man prima spezielle Apps nutzen. Es gibt einige Anbieter, wir haben „Campercontact“ und „Stellplatzradar“ ausprobiert.

Auch für die Stellplatzsuche gibt es natürlich diverse Apps.

Auch für die Stellplatzsuche gibt es natürlich diverse Apps.

Man kann entweder einen konkreten Ort nennen und dort in der Umgebung suchen, oder direkt seinen Standort ermitteln lassen und sich dann Plätze in der Nähe anzeigen lassen.

Zu den gelisteten Plätzen gibt es dann noch weitere Informationen bzgl. Ausstattung oder Öffnungszeiten. Das ist sehr nützlich, obwohl man es mit ein wenig Vorsicht genießen muss, da die Infos nicht immer unbedingt aktuell sind.

Uns haben sie auf jeden Fall trotzdem sehr gut bei der Orientierung weitergeholfen, und es kann nicht schaden, sich eine (oder mehrere) downzuloaden.

In der Normalversion sind beide Apps kostenfrei.

Stops mit Kindern

Wenn wir reisen, sehe ich immer zu, dass wir auch ein oder mehrere Ziele auf unserer Route haben, die speziell die Kinder besonders interessieren oder die ihnen sogar am Herzen liegen.

Unsere geplante Reise mit dem Campervan durch Frankreich, bei der wir, also eigentlich ich, uns einfach von Ort zu Ort und von Landschaft zu Landschaft hangeln und vor allem das Camperdasein an sich einmal ausprobieren wollten, stieß zwar schon von vornherein grundsätzlich auf Interesse.

Als ich aber für diese Reise einen möglichen Stop für einen Tag im Disneyland Paris ins Rennen warf, wo wir noch nie zuvor waren, setzte das dem Trip noch einmal ein Sahnehäubchen auf. Mit unserem Campervan konnten wir nämlich direkt auf dem Parkplatz dort übernachten und uns so die Kosten für ein teures Hotel sparen.

Falls ihr auch einmal nach Frankreich wollt, habe ich noch ein paar generelle Tipps aufgeschrieben, was man beim Autofahren dort anders ist als bei uns.

Wenn euch noch etwas einfällt, was ich noch erwähnen sollte, schreibt es gerne in die Kommentare!