Edinburgh ist keine erschwingliche Gegend.

Hervorragende, erstklassige Hotels gibt es natürlich wie in jeder Stadt auch hier einige, aber ich finde, die Kunst ist eher, auch im günstigen Bereich eine Unterkunft zur Übernachtung zu finden, die sauber und angenehm ist, dabei idealerweise noch authentisch und vielleicht mit nettem Flair und dann auch noch zentral gelegen.

Hier war ich: Das ‚Castle Rock Hostel‘

1. Lage, Lage, Lage

Den ersten und nahezu unschlagbarsten Punkt überhaupt erhält dieses tolle Hostel schon einmal durch die Lage.

Denn: Es liegt original mal eben genau unterhalb des ‚Edinburgh Castle‘, der Top Attraktion schlechthin. Je nachdem, in welchem Zimmer man nächtigt, kann man von dort schon im Pyjama noch hochschauen – und das können wohl die wenigsten Besucher dieser Stadt.

Links: Gegenüber vom Eingang des Castle Rock Hostels da direkt schon das Edinburgh Castle. Volltreffer! Rechts: Nur diese Treppe gegenüber des Hostels hinauf, schon steht man auf dem Burgvorplatz.

Links: Gegenüber vom Eingang des Castle Rock Hostels da direkt schon das Edinburgh Castle. Volltreffer! Rechts: Nur diese Treppe gegenüber des Hostels hinauf, schon steht man auf dem Burgvorplatz.

Bekommt man keins der Zimmer ‚mit View‘ macht das aber auch nichts, denn sobald man aus dem Hostel hinaus auf die Straße tritt, liegt gegenüber bereits eine der vielen schmalen, steilen Treppen, die Edinburgh förmlich durchziehen, und oben am Ende angelangt steht man dann schon quasi auf dem Burgvorplatz.

Ein kürzerer Hinweg ist wohl kaum möglich.

Bonus: Wendet man sich oben angekommen nicht links zur Burg, sondern nach rechts, befindet man sich damit außerdem sozusagen auf dem Startpunkt der ‚Royal Mile‘, der Haupt-Touristen-Straße von Edinburgh, die von dort aus an unzähligen Läden und Geschäften hinab bis zum Holyrood Palace führt. Was man dort alles erleben und anschauen kann, habe ich in einem eigenen Artikel beschrieben.

2. Das Flair

Passend zur mittelalterlichen Prägung der gesamten Stadt ist das ganze Hostel ebenfalls im Look einer Ritterburg gehalten: Schwere Kronleuchter, wuchtige Holztische mit lederbezogenen Holzstühlen, Jagdszenen auf großen Bildern, Ritterrüstungen, Wandteppiche aus Stoff, und bis ins Treppenhaus ist alles voller liebevoller Details: Ahnenbilder, aufgemalte Zinnen, Torbögen… und dazu die für ein Hostel typischen Flyer und Plakate an jeder frei verfügbaren Fläche.

Hier hat sich jemand richtig Mühe gegeben! Dabei ist alles keineswegs perfekt, ein kunterbunt zusammengewürfelter Mix, aber gerade das gibt allem insgesamt einen wunderbar authentischen Charme und ein unfassbar gemütliches Ambiente, einfach zum Wohlfühlen.

Im großen Aufenthaltsraum fühlt man sich wie in einem Rittersaal.

Im großen Aufenthaltsraum fühlt man sich wie in einem Rittersaal.

Blick in die andere Richtung auf gemütliche Couches.

Blick in die andere Richtung auf gemütliche Couches.

Neben dem großen Aufenthaltsraum mit Billardtisch und Empore und der separaten Küche gibt es noch weitere Gemeinschaftsräume: Zum Beispiel einen ausgewiesenen Ruhe-Raum z.B. zum Arbeiten oder ein eigenes Musikzimmer mit mehreren frei zur Verfügung gestellten Gitarren und einer Schallplattensammlung.

Wirklich ziemlich cool!

Noch mehr Aufenthaltsräume: Links ein ausgewiesener "Ruhe"-Raum, rechts das Musikzimmer.

Noch mehr Aufenthaltsräume: Links ein ausgewiesener „Ruhe“-Raum, rechts das Musikzimmer.

Zugang zu den Innenräumen des Hostels gibt es übrigens nur vorbei an der 24/7 besetzten Rezeption sowie durch einen nur mit Zimmerkarte zu öffnender Extra-Tür. Die Zimmer selber sind alle unterschiedlich, sowohl was Größe als auch Ausstattung anbelangt: Mein 12-er Mädchenzimmer-Schlafsaal hat noch richtig stabile, alte Holz-Stockbetten, und die Schlafplätze tragen die Namen von lustigen Zwergen (damit man auch weiß, welches seins ist) und sind alle mit Licht und Lademöglichkeit ausgerüstet. Es gibt aber auch Doppel- oder Viererzimmer, die man für mehr Privatsphäre buchen kann. Die Bäder waren alle anstandslos sauber.

Trotz allem ist es eben ein Hostel – viele Menschen gehen beständig ein und aus, alles hier ist gebraucht, und das mehrfach. Mir persönlich machen Abnutzungsspuren nichts, Hauptsache, es ist grundsätzlich sauber (und als absoluter Spinnenphobiker bin ich diesbezüglich echt unflexibel).

3. Die Stimmung

Natürlich ist es in einem Hostel nachts nicht wirklich ruhig, aber es hielt sich alles im Rahmen. In einem Schlafsaal ist man logischerweise eher abhängig davon, dass seine Mitmenschen ein wenig mitdenken. Wenn man da empfindlich ist, sollte man sich besser mit Ohropax und Schlafmaske ausrüsten (oder so früh buchen, dass man ein privates Zimmer erwischt).

Das Klientel ist buntgemischt: Neben den typischen Studenten und klassischen Backpackern gab es auch Pärchen und Familien mit schon großen Kindern und sogar auch ein paar ältere Leute (also noch älter als ich) während meines Aufenthalts.

Morgendlicher Blick über Edinburgh (beim Zähneputzen aus einem der Bäder des Hostels).

Morgendlicher Blick über Edinburgh (beim Zähneputzen aus einem der Bäder des Hostels).

Für mich war das Castle Rock Hostel die perfekte Bleibe in Edinburgh bei meiner ersten Solo-Reise.

Super zentral gelegen und damit perfekt für meinen Ausflug nach Loch Lomond und zum Stirling Castle, direkte Nähe zum Edinburgh Castle und der Royal Mile, charmante und sympathische Einrichtung, hilfsbereites und stets gut aufgelegtes Personal an der Rezeption, sauber und sicher, angenehmes Publikum. Wenn man will, findet man hier als Alleinreisender in den Aufenthaltsräumen leicht Anschluss und Unterhaltung, wenn man nicht will, hat man prima seine Ruhe und ist doch dabei.

Warum gerade Edinburgh für Solo-Traveler so ideal ist, habe ich in diesem Artikel noch einmal genauer beschrieben.

Wem also der unbestreitbare Trubel eines Hostels nichts ausmacht und auf der Suche nach einer günstigen, netten Unterkunft ist, dem kann ich das Castle Rock Hostel sehr gerne weiterempfehlen!


Castle Rock Hostel

15 Johnston Terrace
EH1 2PW Edinburgh

castlerock@macbackpackers.com