Unzählige Ziele haben meine Kinder und ich mittlerweile gemeinsam bereist – aber noch nie war ich alleine unterwegs. Das ändert sich, als ich Edinburgh als nächste Destination ins Rennen werfe: Beide Kinder winken müde ab (was sie mittlerweile bereuen), kein Interesse. „Mama, aber mach‘ das doch mal alleine!“ Ja, öhm – warum eigentlich nicht?

Also parke ich die Kinder an einem Wochenende im März bei der Oma und mache mich auf den Weg zum Flughafen. Schnell stelle ich fest: Wenn man nur auf sich selbst achtgeben muss und nicht noch auf zwei andere, kleine (pardon, ‚jüngere‘) Mitreisende und deren Gepäck und Befindlichkeiten – wow, dann hat man echt wenig zu tun! Aber: man hat halt auch wenig zu tun. Hm. Ich schwanke zwischen Genießen und Langeweile.

Als der Flieger kaum eine gute Stunde später im Norden der britischen Insel landet, wird mir dann für einen kleinen Moment richtig schlecht. Was zum Geier mache ich hier? Ein Wochenende alleine in Edinburgh rumlaufen, was für eine Schnapsidee?! Was habe ich mir nur dabei gedacht? Das wird bestimmt furchtbar. Und was hätte ich in der Zeit zuhause alles erledigen können…

Aber es hilft nichts: Durchatmen und die Gangway runter. Und als ich im Bus in die Stadt sitze, da ist der kurze Anflug von Selbstzweifeln überwunden und ein strahlendes Grinsen beginnt sich über mein Gesicht auszubreiten: Ich bin wirklich hier! Ist das mal großartig!

Die paar Tage vergehen wie im Flug (alle Artikel über meine Zeit in der schottischen Hauptstadt findet ihr hier in der Übersicht), und folgend nun mein Resümee, warum ich Edinburgh als erstes Ziel oder generell für Solo Traveler super geeignet finde und euch sehr gerne weiterempfehle:

1. ‚Easy going‘ – alles zu Fuss erreichbar

Edinburgh ist zwar ausgesprochen hügelig, aber trotzdem sehr übersichtlich.

Wunderbar, durch Edinburghs kopfsteingepflasterte Straßen zu schlendern.

Wunderbar, durch Edinburghs kopfsteingepflasterte Straßen zu schlendern.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind auf das Zentrum konzentriert, und einmal dort angelangt, kann man sich nahezu alles einfach prima Stück für Stück erlaufen, so viel man gerade kann und möchte:

  • das ‚Edinburgh Castle‘
  • die ‚Royal Mile‘
  • der ‚Holyrood Palace‘
  • das schottische Parlament
  • ‚Calton Hill‘ & ‚Arthur’s Seat‘
  • Harry Potter’s „Geburtshaus“ (das Café, in dem Joan K. Rowlings den ersten Band schrieb)
  • und last but not least: etliche urige Pubs!

Einmal mit mir mitlaufen könnt ihr die Royal Mile und ihre Sehenswürdigkeiten in einem eigenen Artikel.

2. Einfache Anreise

Vom Flughafen aus fährt ein Doppeldecker-Bus (Airlink 100) alle 10 Minuten bis zur Endhaltstelle ‚Waverley Bridge‘ bei der ‚Waverley Railway Station‘ (dem Bahnhof mitten in der Stadt). Wenn man Glück hat, sitzt man oben ganz vorne und hat freie Sicht!

Die Fahrt dauert etwa eine halbe Stunde, Tickets kann man vorab online oder auch einfach direkt vorm Einsteigen in den Bus kaufen.

Edinburgh in Großbuchstaben vor dem Flughafen der schottischen Hauptstadt.

Edinburgh in Großbuchstaben vor dem Flughafen der schottischen Hauptstadt.

Ein klein wenig (aber wirklich nur ein klitzekleinwenig) teurer ist die Tram, die man für die Strecke in die Stadt ebenfalls nehmen kann.

Am besten entscheidet man nach Lage eurer Unterkunft, oder wo ihr halt zuerst nach der Ankunft in Edinburgh hinmöchtet, welche Haltestelle von welchem Transportmittel dafür am besten passt.

3. Du bist Viele

Ich weiß nicht genau, warum, aber sollte es ein Ranking für beliebte Städte für „First Starters in Solo Traveling“ geben, steht Edinburgh garantiert auf dieser Liste.

Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass es so heimelig und überschaubar ist hier in dieser magischen Stadt!

In den gemütlichen Pubs der Stadt kann man auch alleine gut essen - und im Zweifelsfall lernt man hier auch Leute kennen.

In den gemütlichen Pubs der Stadt kann man auch alleine gut essen – und im Zweifelsfall lernt man hier auch Leute kennen.

Man sieht wirklich viele andere einzelne Reisende, die ebenfalls alleine unterwegs sind. Möglicherweise habe ich nun aber nur das erste Mal explizit darauf geachtet.

4. Die Schotten

… sind herzliche und hilfsbereite Menschen mit einem ganz wunderbaren Akzent! Ihr solltet unbedingt versuchen, euch so viel wie möglich mit Einheimischen zu unterhalten, ihr Englisch klingt so ganz anders: es schwingt so eine Art leichter Singsang mit. Faszinierend, und einfach schön!

Links: Ein Dudelsackspieler in voller Montur und bei vollem Einsatz - schottischer geht es kaum! Rechts: Schottische Muster findet man hier natürlich überall.

Links: Ein Dudelsackspieler in voller Montur und bei vollem Einsatz – schottischer geht es kaum! Rechts: Schottische Muster findet man hier natürlich überall.

Und man hat hier seine Ruhe: Man wird nicht auf der Straße angequatscht, schon gar nicht penetrant, auch nicht als Frau alleine unterwegs.Generell habe ich rund um die touristischen Locations sehr wenig „zwielichtige Leute“ gesehen – das ist in Köln z.B. rund um den Dom als Hauptattraktion ja mal ganz anders.

Man kann sich also angenehm unbehelligt fortbewegen. Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen an Orten mit vielen Menschen sollte man natürlich trotzdem einhalten.

5. Entertainment für einen Tag: bestens organisierte Touren in die Umgebung

Man kann eigentlich nicht Edinburgh besuchen, ohne sich zumindest für ein paar Stunden in die schottischen Low- oder Highlands zu begeben, und das kann man als Alleinreisende auch prima mit einer der hervorragend organisierten Touren machen.

Ich habe mir dafür ‚Rabbies.com‚ ausgesucht, die ich euch sehr gerne ans Herz legen möchte.

Nicht verpassen sollte man einen Ausflug in die schottische Landschaft.

Nicht verpassen sollte man einen Ausflug in die schottische Landschaft.

Unser Fahrer/Guide war unglaublich belesen und dabei noch äußerst unterhaltsam.

Auch auf dieser Tour mit einer kleinen Gruppe war ich neben einer Familie und Pärchen nicht die einzige Alleinreisende, und wir hatten eine wirklich großartige Zeit sowohl auf dem Hinweg zum Loch Lomond Nationalpark als auch auf dem Rückweg über Stirling Castle.


Hier findet ihr noch einmal eine kurze Übersicht, was ich alles bei meinem ersten Ausflug nach Edinburgh dort unternommen und erlebt habe. Holt euch ein paar Tipps für eure eigene Reise!