Als ich den Mädels von einem echten Irrgarten in Barcelona erzähle, sind sie direkt Feuer und Flamme.

Also machen wir uns an einem Morgen mit der Metro auf den Weg zum Parc del Laberint d’Horta, der ein gutes Stück außerhalb von Barcelona liegt. Das Heckenlabyrinth, das bereits im 18. Jahrhundert angelegt wurde, ist eine wunderbare, ruhige Alternative zum üblichen Touristenrummel. Tatsächlich scheinen die meisten Besucher, die wir treffen, Familien aus der Umgebung zu sein.

Von der Station geht es ein kleines Stück zu Fuss die Straße bergauf bis zum Eingang des Parks. Etwas umständlich ist leider, dass die Metro-Station aber noch auf der anderen Seite einer mehrspurigen Schnellstraße liegt. Die muss man vorher also erst einmal ein gutes Stück entlanggehen, bevor man sie halbwegs gefahrlos überqueren kann und dann das ganze Stück natürlich wieder zurückwandern.

Da ist etwas Durchhaltevermögen und Motivation der Mädels gefragt, bevor wir überhaupt mit der Hauptstrecke den Berg hinauf beginnen können. Zumindest finden wir keinen besseren Weg hinüber, weder vor Ort noch vorher mit Google Maps.

Ein Tor mitten im Nichts

Aber egal: Auf einmal stehen wir vor einem riesigen, monumentalen Tor, und dahinter beginnt der Park.

Der Eingang in den Parc del Laberint d'Horta

Der Eingang in den Parc del Laberint d’Horta

Er umfasst neben dem Labyrinth noch ein Palais, verschiedene Gärten, Aussichtsterrassen und sogar Tempel, Statuen, eine Insel, Wasserbecken, einen Pavillon und einen Kanal.

Man hat also wirklich eine ganze Menge Platz und kann hier einige Zeit verbringen.

Der Palau Desvalls mit Anbauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert rund um einen mittelalterlichen Turm

Der Palau Desvalls mit Anbauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert rund um einen mittelalterlichen Turm

Nicht alle Teile des Parks kann man besichtigen, aber das meiste ist öffentlich zugänglich. Man kann dort auch picknicken.


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Früher oder später jedenfalls gelangt man zum Labyrinth. Ich kann mich nicht erinnern, wann und wo ich das letzte Mal oder ob ich jemals überhaupt schon in einem Labyrinth war, aber so schwer kann das ja nicht sein.

Also nichts wie rein… okay, alles klar, das ist einfach.
Weitergehen, abbiegen, noch einmal abbiegen.
Das ist echt nicht besonders anspruchsvoll.
Ich weiß immer noch, wo wir sind.

Na gut, Hauptsache, die Kinder haben ihren Spaß.
Ich geh dann einfach mal weiter mit und lass sie den Weg suchen.
Abbiegen, weitergehen.
Abbiegen…

Äh Moment mal.

Waren wir hier nicht…?
Ich muss mich mal kurz orientieren.
Ähm, das sieht ja wirklich alles gleich aus.
Wo sind wir eigentlich?

Und dann geht der Spaß richtig los, denn tatsächlich hat man wider besseres Wissen ratzfatz überhaupt keinen Plan mehr, wo man ist und vor allem, wie man wieder herauskommt.

Eine unerwartet lustige Sache ist das, auch für Erwachsene. Ein merkwürdiges Gefühl, sich vorzustellen, dass sich bereits vor mehreren hundert Jahren hier feine Damen verirrten. Vielleicht sind die auch eher gelustwandelt..

Irgendwann haben wir den Ausgang gefunden. Denken wir. Denn wir haben uns –  natürlich – geirrt: es ist erst die Mitte des Labyrinths, mit der Statue des Eros.

Die Eros-Skulptur in der Mitte des Labyrinths - nun muss man nur noch wieder den richtigen Weg hinausfinden.

Die Eros-Skulptur in der Mitte des Labyrinths – nun muss man nur noch wieder den richtigen Weg hinausfinden.

Also irren wir noch ein wenig weiter durch den Irrgarten und finden dann etwas später doch noch den richtigen Ausgang.

Wir schlendern weiter durch den romantischen Park, bestaunen Häuser, Paläste und Gartenanlagen und genießen die Ruhe fernab des Trubels der nahen Stadt, bevor wir uns schließlich auf den Rückweg machen.

Ein beeindruckendes Palasttor gegen Ende des Parks

Ein beeindruckendes Palasttor gegen Ende des Parks

Unser Fazit: Kein Must-See bei einem Besuch in Barcelona, aber wenn man etwas Zeit übrig hat, ein wenig abschalten und entspannen möchte oder eine Pause vom Sightseeing vertragen kann, ist der Parc del Laberint d’Horta sehr empfehlenswert und ein wirklich netter und angenehmer Zeitvertreib.


BARCELONA-DETEKTIVGESCHICHTEN FÜR KINDER

Schmiedeeisernes Tor zum Ausgang. Schön war's hier!

Schmiedeeisernes Tor zum Ausgang. Schön war’s hier!

Lest in unserem nächsten Artikel, was das Besondere an Antoni Gaudís Sagrada Família ist und wie ihr am besten an Tickets dafür kommt und erfahrt, wie ihr am besten zum Park Güell, Gaudís anderem, großen Meisterwerk, gelangt.

Schlendert mit uns die berühmten Ramblas hinunter bis an den Alten Hafen, macht einen Stopp an der größten und ältesten Markthalle der Stadt, bewundert Haie und Seepferdchen im Aquarium von Barcelona, verbringt einen Tag am Strand an der nahen Barceloneta und schaut euch Lichtshow und Wasserspiele am magischen Brunnen auf der Plaça d’Espanya an.

Spaziert durch die zauberhafte und komplett verkehrsfreie Altstadt Barri Gòtic, besucht mit Tram und Seilbahn den nostalgischen Vergnügungspark Tibidabo hoch oben in den Bergen, geht Tapas essen, macht eine entspannte Stadtrundfahrt mit dem Hop-On-Hop-Off-Bus und seht, wo wir in Barcelona ganz zentral übernachtet haben. 

Wart ihr schon einmal in Barcelona oder plant ihr gerade eure erste Reise in die wunderbare Stadt am Meer? Wenn ihr noch Fragen habt, schreibt mir einfach unten in die Kommentare! Ich freue mich immer über Feedback.

Wir wünschen euch eine tolle Zeit in Barcelona!


Anreise

Metro: Mundet (L3), plus Fussweg.

Öffnungszeiten

Er öffnet täglich um 10:00 Uhr und schließt abends, Uhrzeit abhängig von der Jahreszeit.

Tickets:

Der Eintritt war wohl früher kostenlos, seit einigen Jahren wird ein symbolischer Eintrittspreis von 1,42€ für Kinder von 5 bis 13 Jahren und 2,23€ für Erwachsene genommen. Ich konnte keine eigene Webseite finden, aber hier auf der Offiziellen Webseite des Rathauses von Barcelona gibt es alle weiteren Infos.