Die ‚Rickmer Rickmers‘ ist ein richtig klassisches, imposantes Segelschiff, wie man sich das als Laie so vorstellt. Der ehemalige Frachtensegler stammt noch aus dem 19. Jahrhundert! Als er schließlich verschrottet werden sollte, setzte sich ein Verein erfolgreich dafür ein, dass er lieber mehrere Jahre lang restauriert wurde.

Heute liegt das Museumsschiff, das besichtigt werden kann, an den St.-Pauli-Landungsbrücken im Hamburger Hafen, und natürlich lassen wir uns das nicht entgehen!

Der Eingang zum Museumsschiff, der 'Rickmers Rickmers'.

Der Eingang zum Museumsschiff, der ‚Rickmers Rickmers‘.

Die 'Rickmers Rickmers' in ihrer ganzen Pracht - ganz schön groß!

Die ‚Rickmers Rickmers‘ in ihrer ganzen Pracht – ganz schön groß!

Vermutlich dank des heute eher mäßigen Wetters haben wir das riesige Segelschiff an diesem Nachmittag sogar fast ganz für uns alleine.

Der kuriose Name mit seiner auffälligen Doppelung hat übrigens einen ganz lapidaren Ursprung: Der Enkel des Reeders, von dessen Werft das Schiff vom Stapel lief, hieß tatsächlich Rickmer (Vorname) Rickmers (Nachname) – und nach ihm wurde sie benannt.

Wir schauen uns als allererstes ein wenig auf Deck um:

Das macht Spaß, auf so einem Segelschiff herumzustromern! Seht ihr im Hintergrund übrigens die Elbphilharmonie?

Das macht Spaß, auf so einem Segelschiff herumzustromern! Seht ihr im Hintergrund übrigens die Elbphilharmonie?

Gut 50 Meter hoch ist der höchste Mast, wow!

Gut 50 Meter hoch ist der höchste Mast, wow!

Bis auf 30 Meter darf man sogar als Besucher für einen Ausblick hochklettern.

Bis auf 30 Meter darf man sogar als Besucher für einen Ausblick hochklettern.

Da kann man wirklich nur staunen über die Ausstattung des wirklich sehr schön renovierten Dreimasters. Wenn sich am glatten Holz des Geländers festhält und für einen Moment die Augen schließt, das Knarren der Decksplanken unter den Füßen hört, die salzige Luft riecht und das Schiff leicht im Wind schaukeln spürt, fühlt man sich wirklich geradezu in der Zeit versetzt!

Zurück in der Jetztzeit könnt ihr übrigens eure Urlaubspost an Bord der Rickmer Rickmers einwerfen: Das Schiff ist eine offizielle Poststelle der Deutschen Post und versieht eure Briefe und Postkarten mit einem eigenen Sonderstempel, ein tolles, kleines Andenken!

Keine Menschenseele weit und breit - wir haben Glück bei unserer Besichtigung!

Keine Menschenseele weit und breit – wir haben Glück bei unserer Besichtigung!

"Geboren für die See!", sagen die Kinder. Einmal Kapitän sein...

„Geboren für die See!“, sagen die Kinder. Einmal Kapitän sein…

Auch damals gab es natürlich schon Rettungsringe an Bord.

Auch damals gab es natürlich schon Rettungsringe an Bord.

Nach einer Weile sind wir soweit, uns auch unter Deck umschauen. Hier bieten große Schautafeln und Beschreibungen, alte Fotos und nautische Ausstellungsstücke aus der Seefahrt einen lebendigen Einblick in die bewegte Geschichte der ‚Rickmer Rickmers‘:

Sie brachte Reis und Bambus von Hong Kong nach Deutschland, geriet im Indischen Ozean in einen Orkan, transportierte danach Kohle von Wales nach Chile und nahm Salpeter mit auf dem Weg zurück, wurde im Ersten Weltkrieg vor den Azoren von Portugal konfisziert und schließlich als Schulschiff der Marine eingesetzt. Da gibt es allerhand zu erzählen!

Besonders gut haben uns auch die originalgetreu hergerichteten Räume der Besatzung gefallen. Man kann sich richtig gut vorstellen, wie das Leben an Bord damals aussah:

Ein Blick in die Kombüse, die Küche auf dem Schiff.

Ein Blick in die Kombüse, die Küche auf dem Schiff.

In der Messe, dem Raum, in dem Kapitän und Offiziere gegessen haben.

In der Messe, dem Raum, in dem Kapitän und Offiziere gegessen haben.

Hier der Arbeitsplatz des Navigators...

Hier der Arbeitsplatz des Navigators…

...und dort schliefen die Matrosen in ihren Kojen.

…und dort schliefen die Matrosen in ihren Kojen.

Wem der Sinn nach mehr Aufregung steht, der kann auf der ‚Rickmer Rickmers‘ sogar bis hoch hinauf in die Wanten, die gespannten Seile, klettern, denn auf dem Schiff gibt es sogar einen richtigen Kletterpark mit allem Drum und Dran.

Nicht so schwindelerregend, aber mindestens ebenso nervenaufreibend ist der neueste Clou an Bord:  Man kann nun auch hier an Bord versuchen, sich gemeinsam mit der Familie oder mit Freunden aus einem Escape Room herauszurätseln. Es gibt verschiedene Geschichten zur Auswahl, die, wie könnte es anders sein, natürlich alle in maritimen Welten spielen.

Völlig entspannt dagegen geht es im schiffseigenen Restaurant zu. Hier werden, durchaus auf gehobenem Niveau übrigens, köstliche Fischspezialitäten zubereitet und in diesem schönem Ambiente serviert.

Wir selber wollen im Moment aber weder klettern noch rätseln noch essen, sondern drehen lieber eine letzte Runde über das Schiff und entdecken immer noch weitere Details:

Bullaugen in der Kajütentür...

Bullaugen in der Kajütentür…

...ein ordentlich aufgehangenes Seil neben dem anderen...

…ein ordentlich aufgehangenes Seil neben dem anderen…

...und schließlich die Galionsfigur der Rickmer Rickmers.

…und schließlich die Galionsfigur der Rickmer Rickmers.

Wer Gefallen am Erkunden alter Museumsschiffe gefunden hat, für den gibt es übrigens im Hamburger Hafen direkt noch mehr zu sehen:

  • der ‘Lieger Cäsar‘ ist ein ehemaliger Hafenlieger von 1902, so eine Art überdimensioniertes, gelb getünchtes Hausboot, das als schwimmende Werkstatt genutzt wurde
  • ein waschechtes, sowjetisches U-Boot-Museum aus den 70ern kann man auch auskundschaften: die ‚U-434‘
  • die ‚Alfred Wachholz‘ stammt aus den 60er Jahren und schob früher Dienst als Hafenstreifenboot der Wasserschutzpolizei
  • und mit der ‘Cap San Diego‘ kann man sich auf einem echten Stückgutfrachter, ebenfalls aus den 60ern, umsehen. Wie auch auf der ‚Rickmer Rickmers‘ werden in ihren Laderäumen regelmäßig Ausstellungen zu Hafen- oder Schifffahrtsthemen gezeigt. Außerdem gibt es hier weitere „Escape Room“-Spiele auszuprobieren!

Falls ihr Lust auf eine konkrete Runde durch den Hamburger Hafen bekommen habt, dann solltet ihr euch nach den unterhaltsamen Hafenrundfahrten umschauen, die Kapitän Presse nur wenige Meter weiter ebenfalls an den Landungsbrücken anbietet.

Für’s erste ist euch fester Boden unter den Füssen jetzt lieber? Dann wäre ein nostalgischer Spaziergang durch den Alten Elbtunnel sicherlich etwas für euch. Er führt ebenfalls von hier an den Landungsbrücken rüber zur Elbinsel Steinwerder und ist wirklich sehenswert!

Für uns allerdings geht es nun erst einmal zurück in unser gemütliches Zimmer in unserem Lieblingshostel, der Superbude in St. Pauli. Mal sehen, was wir dann als nächstes machen…


Rickmer Rickmers

Bei den St. Pauli-Landungsbrücken 1a, 20359 Hamburg

Öffnungszeiten: Täglich 10:00 – 18:00 Uhr.
Tickets: Erwachsene 6,00€, Kinder 4-12 Jahre 4,00€.
rickmer-rickmers.de

schnurstracks-kletterparks.de Kletterpark an Bord der Rickmer Rickmers
hidden-games.de/escape-room-hamburg/ Escape Rooms an Bord der Rickmer Rickmers und der Cap San Diego


Hafenlieger ‚Lieger Cäsar‘

Lieger Cäsar bei Facebook

U-Boot ‚U-434‘

u-434.de/u-bootmuseum

Hafenstreifenboot ‚Alfred Wachholz‘

ws-barkassen.de/schiffe

Frachter ‚Cap San Diego‘

capsandiego.de