Die ‚Temple Bar‘ ist ein ursprüngliches, kopfsteingepflastertes Viertel südlich des Liffey und gilt mit seinen vielen Pubs und Bars allgemein als kulturelles Herzstück von Dublin. Aufgrund seiner Popularität und weil es eben „das typische Irland“ verkörpert, wie man sich das als Nicht-Ire nun einmal so vorstellt,  ist es mittlerweile aber auch als Hotspot verschrien, an dem sich mitunter mehr Touristen als Iren tummeln.

Bei unserem Besuch in der irischen Hauptstadt sind wir natürlich neugierig und wollen uns ein eigenes Bild davon machen.

Da Dublin so angenehm übersichtlich und außerdem ziemlich alles fussläufig erreichbar ist, braucht man sich im Zentrum der Stadt gefühlt auch nur dreimal umdrehen und steht schon mittendrin:

Ein gemütlicher Pub neben dem anderen: Hier stehen wir vor 'Oliver St John's Gogarty'...

Ein gemütlicher Pub neben dem anderen: Hier stehen wir vor ‚Oliver St John’s Gogarty’…

... dieser Pub trägt den Namen 'The horseman'...

… dieser Pub trägt den Namen ‚The horseman’…

... und dieser Pub heißt 'The Quays Bar'.

… und dieser Pub heißt ‚The Quays Bar‘.

Und ehrlich? Uns gefällt es total gut!

Es mag daran liegen, dass wir unter der Woche am späten Nachmittag und bereits in der kühleren Jahreszeit unterwegs sind, und nicht vielleicht am Wochenende in einer lauen Sommernacht – da sieht es hier sicherlich weitaus überlaufener aus.

So aber finden wir es einfach perfekt und ja, typisch irisch eben, und wir genießen es sehr, uns durch die engen Gässchen treiben zu lassen und schon durch die Scheiben der gemütlichen Pubs den Klängen der zum festen Repertoire gehörenden Livebands zu lauschen.

Seht ihr? Im 'Louisfitzgerald's Pub' hat die Liveband ihren Platz in einem Glaserker mit dem Rücken zur Straße hin. Betritt man den Pub, steht man so direkt mitten im Zuschauerraum. Coole Idee!

Seht ihr? Im ‚Louisfitzgerald’s Pub‘ hat die Liveband ihren Platz in einem Glaserker mit dem Rücken zur Straße hin. Betritt man den Pub, steht man so direkt mitten im Zuschauerraum. Coole Idee!

So besonders gross ist das ‚Temple Bar‘-Viertel gar nicht, eigentlich nur ein relativ kleines Netz aus sich kreuzenden Straßen.

Wer etwas Zeit mitbringt, kann sich neben den obligatorischen Pubs und Bars am Abend auch noch tagsüber nach den Gallerien, Märkten und Ausstellungen umschauen, die hier ebenfalls ihren Platz gefunden haben, wie z.B. die Gallery of Photography oder das Irish Film Institute auf dem ‚Meeting House Square‘, auf dem auch Wochenmärkte stattfinden, oder etwas dahinter das ‚Irish Rock ‘N’ Roll Museum‘. Feine süße Leckereien gibt’s bei ‚Queen of Tarts‘ oder ‚Joy of Cha‘.

An einem Pub allerdings kommt kein Besucher Dublins vorbei: Die ‚Temple Bar‘ höchstpersönlich. Kaum jemand, der hier nicht mindestens ein Foto macht – und eigentlich auch verdientermaßen, wenn man sich den Aufwand ansieht, der hier zum Beispiel in der Vorweihnachtszeit betrieben wird:

Die 'Temple Bar', eigentlich nur eine von vielen Bars hier. Cleverer Schachzug des Inhabers, sie direkt wie das ganze Viertel zu benennen.

Die ‚Temple Bar‘, eigentlich nur eine von vielen Bars hier. Cleverer Schachzug des Inhabers, sie direkt wie das ganze Viertel zu benennen.

Ein echter Hingucker ist die 'Temple Bar' tatsächlich auch in der Vorweihnachtszeit: Das ganze Haus komplett mit einem Lichternetz überzogen und riesigem, roten Tannenbaum auf der Ecke. Wie kriegt man den bloss da hoch?

Ein echter Hingucker ist die ‚Temple Bar‘ tatsächlich auch in der Vorweihnachtszeit: Das ganze Haus komplett mit einem Lichternetz überzogen und riesigem, roten Tannenbaum auf der Ecke. Wie kriegt man den bloss da hoch?

Ebenfalls noch im Temple Bar Viertel gelegen, wenn auch als Teil einer amerikanischen Kette nicht wirklich authentisch irisch, ist das ‚Hard Rock Café‘ Dublins.

Es lohnt aber doch, einen kurzen Stop zu machen, denn wie immer hängen Ausstellungsstücke, Instrumente und Klamotten berühmter Musiker an den Wänden. Und als stolze Musikerstadt sind das in Dublin eben naheliegenderweise auch viele Andenken lokaler Rock-und-Pop-Titanen wie U2, Thin Lizzy oder Sinead o’Connor.

Auch (oder vielleicht eher gerade) in Dublin gibt es natürlich ein Hard Rock Café.

Auch (oder vielleicht eher gerade) in Dublin gibt es natürlich ein Hard Rock Café.

Unser Fazit also?

Auch wir haben unser Herz an irische Gastfreundlichkeit in gemütlichen Pubs, in denen die Zeit stillzustehen scheint, und an die allgegenwärtige Musik verloren. Ein Besuch im Temple Bar Viertel gehört eben nicht von ungefähr zu einem Aufenthalt in Dublin einfach dazu.

Es ist aber vielleicht nicht unklug, den Zeitpunkt des Besuchs gut zu wählen, und sich für ein wirklich authentisches Pub-Erlebnis eventuell auch in den Vierteln etwas außerhalb des Temple Bar Districts umzuschauen.


Temple Bar Viertel

Da es sich um einen Bezirk handelt, ist eine Adressangabe schwierig.

Wer sich allerdings auf einer Karte orientieren mag: Im Norden begrenzt der Fluss Liffey das Viertel, im Osten die ‚Westmoreland Street‘, im Süden die ‚Dame Street‘ und im Westen die ‚Fishamble Street‘.