Es ist wahrlich kein Geheimnis mehr: Der Hogwarts Express hält auf dem Gleis 9 3/4. Das liegt natürlich zwischen dem Gleis 9 und Gleis 10, und zwar auf dem Londoner Bahnhof King’s Cross.

Gefilmt wurde allerdings zwischen Gleis 4 und Gleis 5 (alleine, weil es nur zwischen geraden und ungeraden Gleisen eine Mauer gibt; zwischen ungeraden und geraden Gleisen befindet sich jeweils nur eine freie Plattform. Da hat sich J.K. Rowling großzügig im Topf der künstlerischen Freiheit bedient).

Anfangs wurde der halb in der Mauer verschwindende Kofferwagen für die Fans tatsächlich in der Nähe der Plattform 9 nachgebaut, aber schon bald kollidierte der Besucherandrang dort mit dem Ablauf der normalen Reisenden, und so wurde er in der Haupthalle an einer geeigneteren und etwas abgelegeneren Stelle platziert.

Ein Foto mit dem berühmten Kofferwagen

Hier läuft alles gut organisiert ab: Eine Warteschlange mit Absperrbändern, in der man allerdings, wenn man nicht ziemlich großes Glück hat und einen guten Zeitpunkt erwischt, ziemlich lange warten muss. Bringt man genug Geduld auf, so erwartet einen am Ende ein extra abgestellter Mitarbeiter, bei dem man sich einen Schal eines Hogwarts Hauses nach Wunsch aussucht.

So ausgestattet kann man dann das berühmte Foto beim Hindurchlaufen mit dem Kofferwagen durch die Mauer zum Hogwarts Express auf dem Gleis 9 3/4 ablichten lassen, entweder durch einen bereitstehenden professionellen Fotografen gegen Gebühr oder auch selber, ohne Kosten, durch einen Freund.

Soweit, so gut – aber man muss sagen, dass sich die Mitarbeiter sehr viel Mühe geben. Sehr viel Mühe. Und so wird geübt, wie der Schal zu fliegen hat, wie man sich hinstellen könnte, ob der Schal noch einmal anders fliegen könnte, oder ob man sich nicht doch noch einmal anders hinstellen möchte… Kurz: Es ist wirklich sehr nett gemacht – aber die Warterei zieht sich dadurch unglaublich lange hin.

Unser eigener Versuch

Die Mädels hätten auch gerne ein Foto und naja, warum nicht: Als wir ankommen, ist die Schlange gar nicht so besonders lang. Ich denke mir so: Okay, Schal abholen, hinstellen, Schal hochwerfen, Foto, vielleicht noch ein Versuch, und dann der nächste. Klingt machbar.

Allerdings, siehe oben: Die Abwicklung jedes einzelnen Fotowilligen zieht sich unglaublich hin. Und so kommt es, dass, nachdem wir schon wirklich, wirklich lange warten und eigentlich jetzt nur noch ein paar Leute vor uns sind (wobei das ja offensichtlich nichts heißt), die Kinder, die schon lange die Reihe verlassen haben und auf dem Boden an der Seite des Wartebereichs rumlungern, mir zuflüstern, dass sie vielleicht doch gar kein Foto brauchen. Ich rückversichere mich kurz, ob sie dann nicht traurig sind, das Längste wäre bestimmt geschafft: Aber nein, sie wollen nicht mehr. Und so beugen wir uns flink unter den Bändern durch und verlassen die Schlange.

Ein kurzes Foto von der Seite, ohne jemanden darauf, nehmen wir als Erinnerung noch schnell mit. Vielleicht versuchen wir es ein anderes Mal nochmal. Natürlich ist es nett, dass sich hier so viel Mühe gegeben wird, aber für uns dauerte es bei unserem Besuch einfach zu lange.

Fast bei Ollivanders!

Wir besuchen lieber den ebenfalls sehr nett gemachten Harry-Potter-Merchandise-Laden direkt nebenan, der nicht nur uns von Aufmachung und Einrichtung her direkt an ‚Ollivanders, das Fachgeschäft für Zauberstäbe‘ erinnert.

Weitere Harry Potter Drehorte in London

Neben der Platform 9 3/4 gibt es übrigens noch mehrere Stellen in London, an denen für die Original Filme gedreht wurde.

Falls es bei eurem Besuch in King’s Cross auch zu lange dauert, vielleicht sind diese Alternativen ja etwas für euch:

  • St Pancras: Hier hebt das blaue fliegende Auto mit Ron und Harry ab
  • Claremont Square: Hier findet ihr ’12 Grimmauld Place‘, das Hauptquartier des Orden des Phoenix
  • Piccadilly Circus: Hier werden Harry, Ron und Hermine auf ihrer Flucht durch London verfolgt
  • Millennium Bridge: Sie wird durch die Todesser zerstört
  • Australia House: Hier, im Haus der australischen Botschaft, befindet sich eigentlich Gringotts, die Zaubererbank
  • Lambeth Bridge: Hier quetscht sich der Tripledecker mit Harry an Bord zwischen zwei anderen Bussen hindurch
  • Reptilienhaus im Londoner Zoo: Hier setzt Harry eine Python frei

Und für die richtig große Harry Potter Tour führt natürlich keine Weg an einem Ausflug in die Warner Bros. Studios bei Watford Junction vorbei, in denen alle acht Filme gedreht wurden:

Die Warner Bros. Harry Potter Studio Tour

Dazu muss man wohl nicht mehr viel erklären: Eine Tour durch die originalen Drehorte und Kulissen mit Kostümen und Requisiten der berühmten Filme ist wohl für jeden Harry-Potter-Fan oder alle Filmbegeisterte das Non plus ultra und soll auch tatsächlich legendär sein.

Die Studios liegen ein Stück außerhalb Londons, sind aber mit Zug und studio-eigenem Shuttle-Bus gut zu erreichen. Man kann bei entsprechenden Anbietern auch direkt Tickets inklusive komplett organisierter Anreise kaufen, dann sind sie natürlich nur (noch) teurer. Ansonsten gibt es die reinen Eintrittskarten ausschließlich online über die Webseite zu erwerben. Hier heißt es allerdings früh genug dran sein, denn sie sind sehr begehrt und oft Wochen im Voraus ausverkauft.

Anfahrt Warner Bros. Harry Potter Studio
Railway/Shuttle: Von London Euston mit dem Zug bis Watford Junction Bahnhof. Von dort mit regelmäßigen Shuttle-Bussen direkt bis zum Studiogelände. Alternativ bieten Tourenanbieter das Komplettpaket inklusive Tickets und Anreise in einem eigenen Promotion-Bus an, das kostet dann allerdings auch entsprechend.

Tickets Warner Bros. Harry Potter Studio
Erw. 41£, Kinder (5-15 Jahre) 33£. Sie müssen online erworben werden, vor Ort kann man keine kaufen.

Öffnungszeiten Warner Bros. Harry Potter Studio
Variieren, am besten direkt auf der Seite nachschauen, auch zwecks Verfügbarkeit der Tickets: www.wbstudiotour.co.uk.


Anfahrt King’s Cross/Platform 9 3/4:

Tube: ‚King’s Cross‘ (Victoria, Northern, Piccadilly, Hammersmith & City, Circle, Metropolitan)


Und was gibt es noch Interessantes in London zu sehen? Mit einem Klick gelangt ihr zu unserem großen Special über die britische Metropole: London Top 20 Ideen: Was unternehmen mit Kindern und Teenagern (inklusive dem ein oder anderen Geheimtipp!).