Die ‚Komische Oper‘ ist die kleinste der drei Berliner Opern. Besonders auffällig ist schon einmal die moderne Fassade im Gegensatz zum pompösen, jahrhundertealten, traumhaft verschnörkelten Innenraum.

Wow, was für ein Theatersaal!

Wow, was für ein Theatersaal!

Ebenso besonders ist die Möglichkeit, als Theater-Laie einmal hinter die Kulissen schauen zu können, und da sind wir gerne dabei!

Auf den Brettern, die die Welt bedeuten

Im Rahmen einer kleinen Führung mit 10 anderen Leuten bestaunen wir zuerst das Theater selbst und den bereits erwähnten barocken Zuschauerraum.

Während unser Guide uns hier zwischen den ansonsten menschenleeren Sitzen einiges zu Abläufen eines Opernbetriebs und Technik erzählt und geduldig und freudig unsere Fragen beantwortet, können wir den gleichzeitig stattfindenden Arbeiten auf der Bühne zuschauen, deren Bühnenbild gerade für den Abend vorbereitet wird.

Auf der Bühne wird noch hart gearbeitet, damit zur abendlichen Vorstellung alles fertig ist.

Auf der Bühne wird noch hart gearbeitet, damit zur abendlichen Vorstellung alles fertig ist.

Dann dürfen wir, nach einem kurzen Check, dass wir gerade nicht stören, die Bühne durch den Bühneneingang auch direkt betreten und stehen mit unseren Füßen auf handgeknüpftem, flauschigen Boden, der das Gras für die Aufführung des heutigen Stückes darstellt.

Doch auch ein Blick nach oben lohnt, dort können wir die gewaltige Lichtanlage bestaunen:

Die Lichtanlage unter der Decke hoch oben über der Bühne sowie weitere Leuchtelemente stehen überall.

Die Lichtanlage unter der Decke hoch oben über der Bühne sowie weitere Leuchtelemente stehen überall.

Die riesigen Dimensionen des Ganzen werden uns erst hinter der Bühne richtig klar.

Hinab in die heiligen Hallen

Anschließend führt unser Weg in die Werkstatt, in der alle benötigten Materialien für alle Szenen hergestellt, repariert oder angepasst werden können:

Blick in die Werkstatt der Komischen Oper in Berlin.

Blick in die Werkstatt der Komischen Oper in Berlin.

Und danach geht es dann weiter ins Herzstück der Requsite: Räume, Regale, Kisten und Kartons mit unendlich, unendlich viel Zeug vergangener oder noch kommender Inszenierungen:

Ähm... okay, das ist sehr, sehr viel Zeug!

Ähm… okay, das ist sehr, sehr viel Zeug!

Ein wenig wie auf der Arche Noah für Gegenstände: Alles vorstellbare ist vertreten.

Ein wenig wie auf der Arche Noah für Gegenstände: Alles vorstellbare ist vertreten.

Ehrlich – wer soll sich hier zurechtfinden? Oder anders: Gibt es tatsächlich jemanden, der hier noch den Überblick behält? Einfach der Wahnsinn.

Finale: Selber Hand anlegen!

Am meisten gefallen uns aber die Räume, in den wir dann schlussendlich auch Requisiten richtig ausprobieren können. Das ist wirklich grandios!

Wir hantieren mit gewaltigen, federleichten Hämmern genauso wie mit eisernen, nahezu gewichtslosen Morgensternen, fuchteln mit Teilen von Ritterrüstungen herum oder mit überdimensionierten Streichhölzern.

Ich werde den Verdacht nicht los, dass hier etwas bzgl. des Größenverhältnisses von Streichholz und Kerze nicht ganz stimmt...

Ich werde den Verdacht nicht los, dass hier etwas bzgl. des Größenverhältnisses von Streichholz und Kerze nicht ganz stimmt…

Wir lassen – unter Anleitung – mit Begeisterung Glas auf unseren Köpfen zerbrechen und bekommen den Trick einer getürkten Messerwurf-Wand verraten (das ist mal richtig cool!).

Apropos Messer: Außerdem testen wir Messer, die in sich selbst versenkbar sind, so dass wir uns gefahrlos gegenseitig abstechen können, ebenso wie Messer, die Blutstreifen hinterlassen, damit das ganze auch glaubwürdig aussieht.

Wir lernen, wie selbstlöschende Fackeln funktionieren (damit sie nicht die Bühne abfackeln), sehen die selbstgebauten Maschinen aus Hoffmanns Erzählungen und elektrisch zuckende Fische und erfahren, wie die Pyro-Effekte von Peter Pans Regenschirm funktionieren.

Zepter und Krone, Steine in diversen Größen, Farben und Formen, Fake-Musikinstrumente und Laternen: Es gibt nichts, was es hier nicht gibt!

Zepter und Krone, Steine in diversen Größen, Farben und Formen, Fake-Musikinstrumente und Laternen: Es gibt nichts, was es hier nicht gibt!

Vermisst jemand zufällig ein Orchester?

Vermisst jemand zufällig ein Orchester?

Riesenfische, Pokale, diverse Spazierstöcke, ein Einkaufswagen und ein Koffer: Alles, was man eben so braucht.

Riesenfische, Pokale, diverse Spazierstöcke, ein Einkaufswagen und ein Koffer: Alles, was man eben so braucht.

Und das Beste: Alles wird erklärt und gezeigt, Fragen werden geduldig beantwortet und alles, alles ist zum anfassen und ausprobieren gedacht.

Eine richtig tolle Führung, die man sich mit Kindern oder Teenagern (oder auch ohne) in Berlin bei ein wenig Interesse für Schauspiel und Bühne nicht entgehen lassen sollte, oder falls man politisch-geschichtliche Themen wie den obligatorischen Besuch des Reichstags oder des asisi Panometers schon abgehakt hat. So sieht man Theaterstücke, Opern und Operetten einmal mit ganz anderen Augen und erkennt vor allem auch die Arbeit, die bei einer Aufführung wirklich dahintersteckt. Und Spaß macht es auch noch, also von uns eine klare Empfehlung zum Nachmachen.

Ideal übrigens auch, um einen verregneten Nachmittag bei einem Besuch in Berlin zu nutzen – bloss sollte man das etwas vorher abschätzen können, da die Plätze dieser Rundgänge begrenzt sind und idealerweise im Voraus gebucht werden sollten.

Die Führungen hinter die Kulissen werden an den Wochenenden angeboten. Außerdem gibt es noch Spezialführungen zu den Themen Maske, Kostüm, Requisite, Bühnenbild und Orchester – da ist wirklich für jeden etwas dabei.

Bilderrahmen, Fotos, Portraits, selbst die Muttergottes und eine Kuckucksuhr samt Sitzecke: Hier wird man immer fündig.

Bilderrahmen, Fotos, Portraits, selbst die Muttergottes und eine Kuckucksuhr samt Sitzecke: Hier wird man immer fündig.


Die Komische Oper Berlin

Behrenstraße 55-57, 10117 Berlin
komische-oper-berlin.de

Einen Überblick über sämtliche angebotene Führungen sowie den möglichen Terminen gibt es hier: komische-oper-berlin.de/entdecken/fuehrungen/

Dauer je Führung: ca. 1Std. 15 Minuten – 1 Std. 30 Minuten.