Nach der bekannten „Romantischen Straße“ durch Bayern möchten wir euch noch eine andere Ferienstraße im Süden Deutschlands empfehlen: Die „Oberschwäbische Barockstraße“, die euch entlang einiger der schönsten Orte von Baden-Württemberg führt.

Die Schwaben konnten sich bei der großen Anzahl an Sehenswürdigkeiten in der Gegend wohl nicht so ganz entscheiden, und so gibt es gleich vier Routen, die ihr ganz beliebig kombinieren könnt:

  • die Hauptroute:
    Los geht’s im Norden bei Ulm und führt dann über das Kloster Wiblingen, Gutenzell-Hürbel, Biberach, Ochsenhausen, Rot an der Rot, Bad Wurzach im Allgäu, Wolfegg, Kißlegg im Allgäu, Argenbühl, Isny im Allgäu, Wangen im Allgäu und vorbei am Neuen Schloss Tettnach bis nach Langenargen und Friedrichshafen am Bodensee. Von dort aus geht es über Ravensburg, Weingarten und Bad Waldsee über Aulendorf, Bad Schussenried, Steinhausen, Bad Buchau, Riedlingen und Ehingen wieder zurück zum Ausgangspunkt.
  • die Ostroute:
    Sie zweigt bei Rot an der Rot von der Hauptroute ab und verläuft dann über Memmingen, Ottobeuren, Kempten und Leutkirch im Allgäu bis sie in Kißlegg im Allgäu wieder auf die Hauptroute trifft
  • die Westroute:
    Hier geht es von Friedrichshafen am Bodensee von der Hauptroute ab und dann weiter über Meersburg, Birnau und das Kloster und Schloss Salem hinauf nach Pfullendorf, Kloster Wald, Meßkirch, Inzigkofen und über Sigmaringen, Mengen, Kloster Sießen und Kloster Heiligenkreuztal bis nach Riedlingen, wo ihr zurück auf der Hauptroute gelangt
  • und die Südroute:
    Diese Strecke führt euch einmal um den Bodensee herum. Ihr verlasst die Hauptroute in Langenargen und fahrt über Bregenz in Österreich nach Trogen und St. Gallen in der Schweiz bevor es über die Insel Mainau zurück nach Meersburg geht, wo ihr wieder auf die Westroute stoßt, und eine Station weiter am Bodensee entlang in Friedrichshafen dann zurück auf der Hauptroute ankommt.

Ähnlich wie die Schwaben wollten auch wir uns dann bei unserem Roadtrip in diesem Sommer nicht groß festlegen und sind mal ein Stück auf dieser, mal auf jener Route gefahren. Unbedingt ans Herz legen möchten wir euch dabei diese Orte und Sehenswürdigkeiten:

Bad Wurzach im Allgäu mit dem umwerfenden Barock-Treppenhaus des Rathauses (Hauptroute)

Bad Wurzach ist ein idyllischer Kurort im schönen Allgäu.

Abgesehen von einem Spaziergang durch den großzügigen Kurpark mit, natürlich, viel erholsamer Natur sowie einer weiteren Runde durch die direkt nebenan gelegene, einzigartige Hochmoorlandschaft, die noch aus der letzten Eiszeit stammt, und einem Besuch im dazu passenden Infozentrum über eben jenes „Wurzacher Ried“, solltet ihr auch einen Abstecher zum Stadt-Schloss mitten in Bad Wurzach machen und einen Blick hineinwerfen, denn dort findet ihr – unerwarteterweise – eines der schönsten und opulentesten mehrstöckigen Barock-Treppenhäuser, das die Welt je gesehen hat:

Beeindruckendes Deckenfresko im Schloss von Bad Wurzach im Allgäu.

Beeindruckendes Deckenfresko im Schloss von Bad Wurzach im Allgäu.

Bad Waldsee mit dem Erwin-Hymer-Museum (Hauptroute)

Nicht weit entfernt liegt das ebenfalls beschauliche Städtchen Bad Waldsee und hier gibt es neben vielen Bauwerken mit Stuckaturen, Steinmetzarbeiten und Freskenmalereien in der Altstadt noch ein wahres Juwel für alle Reisebegeisterten und die, die es noch werden wollen, zu entdecken: Das fabelhafte Erwin-Hymer-Museum, voller unzähliger, unterschiedlichster Fahrzeuge aus allen Epochen des mobilen Reisens – und nebenbei werden noch kurzweilige Informationen über die Pioniere dieser Zeiten und deren mitunter skurrile Beweggründe gereicht.

Unser Herz hat diese Ausstellung im Sturm erobert, selten ging ein Vormittag so schnell vorbei.

Das Erwin-Hymer-Museum in Bad Waldsee nähe Bodensee - eine klare Empfehlung!

Das Erwin-Hymer-Museum in Bad Waldsee nähe Bodensee – eine klare Empfehlung!

Friedrichshafen am Bodensee (Hauptroute, Westroute)

Mit Friedrichshafen haben wir nun eine der größten Städte der Bodenseeregion erreicht, und hier bleibt uns nur zu raten, euch etwas mehr Zeit zu nehmen:

Sei es, um einfach nur entspannt an der Promenade entlangzuflanieren, den Moleturm im Hafen zu erklimmen für einen Ausblick bis nach Österreich und die Schweiz, mit dem Katamaran oder der Fähre eine Runde über den Bodensee zu schippern, ein Schulmuseum aus alten Zeiten zu besuchen, die Geschichte der Luftschiffe im Zeppelin-Museum wieder auferstehen zu lassen oder historische Flugzeuge und moderne Raumfahrttechnik im Dornier-Museum zu bewundern – es gibt hier so viel zu entdecken!

Ausblick auf den Moleturm von der Promenade von Friedrichshafen am Bodensee.

Ausblick auf den Moleturm von der Promenade von Friedrichshafen am Bodensee.

Willkommen im Dornier Museum in Friedrichshafen am Bodensee.

Willkommen im Dornier Museum in Friedrichshafen am Bodensee.

Das Zeppelin-Museum in Friedrichshafen am Bodensee mit seiner spannend und modern präsentierten Sammlung!

Meersburg mit den Pfahlbauten von Unteruhldingen (Westroute)

In Meersburg am Bodensee liegt zum einen der Abfahrthafen der Fähre, die euch Richtung Konstanz und zur Insel Mainau bringt, und zum anderen bietet auch das Städtchen selber alles, was es für einen Tagesausflug braucht: eine Burg mit einem Museum dazu, ein barockes Schloss, idyllische Weinberge drumherum sowie eine glücklicherweise verkehrsberuhigten Altstadt mit mittelalterlich anmutenden Wegen und Gassen, so dass man glatt denken könnte, man wäre zufällig mitten in einem Märchen gelandet. Für eine ruhige Besichtigung kommt ihr allerdings am besten frühmorgens, denn die wunderbare Atmosphäre hier und das idyllische Ambiente ist kein Geheimnis mehr.

Etwas außerhalb von Meersburg gibt es aber noch einen weiteren Spot, der unbedingt auf eure Liste gehört: Die Pfahlbauten von Unteruhldingen, eine originalgetreu nachgebaute Siedlung aus der Stein- und Bronzezeit, die so oder so ähnlich vor tausenden von Jahren einmal an dieser Stelle stand. Sehr cool gemacht und äußerst beeindruckend!

Die Pfahlbauten von Unteruhldingen am Bodensee - faszinierendes Freilichtmuseum und UNESCO-Wektkulturerbe

Die Pfahlbauten von Unteruhldingen am Bodensee – faszinierendes Freilichtmuseum und UNESCO-Wektkulturerbe

Kloster und Schloss Salem (Westroute)

Eines vorab: Der Name hat keineswegs, wie der geneigte Leser von Trivialliteratur eventuell mutmaßen möchte, mit brennenden Hexen und ebenfalls nicht mit Stephen Kings unsterblichen Vampiren zu tun, sondern leitet sich von einem „Ort des Friedens“ aus dem Alten Testament der Bibel ab (ähnlich wie in JeruSalem).

Sehr real und richtig ist allerdings, dass an dieser Stelle mit dem prächtigen Kloster und Schloss Salem eine der reichsten und wohlhabendsten Abteien des Mittelalters erbaut wurde, die viele Jahrhunderte ein bedeutendes Zentrum für Handel, Landwirtschaft, Künste und Handwerk der gesamten Region bildete. Heute kann man viele der hervorragend erhaltenen Stätten besuchen, in manchen sind wieder kleine Manufakturen untergebracht, und in einem weiteren Teil wohnen und lernen die Schüler des Internats Schloss Salem. Am besten bequeme Schuhe anziehen – das Gelände ist weitläufig und es gibt eine Menge zu sehen!

Manchmal beschaulich...

Manchmal beschaulich…

... und manchmal prunkvoll: Das Gelände des Kloster und Schloss Salem.

… und manchmal prunkvoll: Das Gelände des Kloster und Schloss Salem.

Noch mehr Input und Inspiration für eure Stopps auf und in der Nähe der Oberschwäbischen Barockstraße gefällig?
Bitte sehr:

  • in Wiblingen lohnt ein Ausflug zum Barock-Kloster Wiblingen mit Museum, Kirche, Bibliothek und Klostergarten
  • in Ulm gibt es das berühmte Ulmer Münster sowie das Rathaus mit astronomischer Uhr zu bewundern
  • in Leutkirch könnt ihr Schloss Zeil und der Allgäuer Genussmanufaktur einen Besuch abstatten
  • in Wolfegg findet ihr neben einem weiteren, zauberhaften Barockschloss, das sich allerdings im Privatbesitz befindet, auch ein Bauernhof- und ein Automobilmuseum. Außerdem könnt ihr von der idyllischen Loretokapelle bei schönem Wetter die Aussicht auf die Alpen genießen
  • in Illerbeuren könnt ihr ebenfalls ein Schwäbisches Bauernhofmuseum erkunden und im Gromerhof davor essen gehen oder euch ein Stück Kuchen in der Torfwirtschaft gönnen
  • In Steinhausen befindet sich mit der dortigen Wallfahrtskirche die angeblich “schönste Dorfkirche der Welt”
  • weithin bekannt ist das Kloster in Schussenried mit seiner farbenprächtigen Kirche und imposanten Bibliothek, und in der Nähe gibt es außerdem gleich ein ganzes Freilicht-Museumsdorf in Kürnbach. Sonntags ist dort übrigens Backtag, vielleicht habt ihr Glück und bekommt etwas ab!
  • Wangen im Allgäu ist ein bezauberndes, mittelalterliches Kleinod mit ursprünglich erhaltenen und teils durch Fassadenmalereien verzierten, historischen Bauwerken
  • in Isny lohnen sich besonders die vielen Türme und romantischen Altstadtgassen
  • in Ottobeuren könnt ihr die Benediktinerabtei besichtigen. Das angeschlossene Museum wird zwar gerade von Grund auf renoviert, aber vielleicht ist es bis zu eurem Besuch ja fertig und frisch wiedereröffnet!
  • in Kempten gilt es die Residenz zu erkunden (Besuch nur mit Guide) und auch der anschauliche Archäologische Park „Cambodonum“ (es gibt auch kostümierte Führungen!) ist einen Besuch wert
  • und in Scheidegg im Allgäu findet ihr noch den „Skywalk Scheidegg“, wo ihr auf dem Baumwipfelpfad schwindelerregende Höhen erklimmen könnt

Und falls ihr nun immer noch weiterfahren möchtet, dann solltet ihr jetzt unbedingt weiterlesen bei unserem anderen Ferienstraßen-Reise-Tipp: Einem Roadtrip entlang der Romantischen Straße bis zum Schloss Neuschwanstein!