Das Pergamon-Museum ist eins der fünf großen Museen auf der Museumsinsel in Berlin und vor allem für die Ausstellung gigantischer, antiker Monumentalbauten bekannt. Damit gilt es sogar als das Herzstück des gesamten Areals, das auch zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Was gibt es zu sehen im Pergamon-Museum?

Das Pergamon-Museum umfasst drei Themenbereiche: Die Vorderasiatische Ausstellung, die Antikensammlung und die Ausstellung Islamischer Kunst.

Aufgrund umfangreicher Renovierungsarbeiten ist zwar aktuell der gesamte Nordtrakt des Gebäudes mit dem Großteil der Antikensammlung – leider inklusive des namensgebenden Pergamon-Altars darin – noch bis mindestens 2025 gesperrt, aber bis dahin könnt ihr euch in einem extra errichteten Gebäude am gegenüberliegenden Ufer ein wahrlich beeindruckendes 360°-Panorama des Künstlers Yadegar Asisi zum Thema Pergamon anschauen, um dennoch einen Eindruck davon zu erhalten.

Doch auch ohne den Pergamon-Altar ist das Pergamon-Museum durchaus einen Besuch wert, hat es doch noch viele Schätze mehr zu bieten! Begleitet uns bei unserem Rundgang direkt in den ersten Tagen, an denen die Berliner Museen nach dem letzten Corona-Lockdown wieder öffnen:

Wer oder was ist überhaupt Pergamon?

Im zweiten und dritten Jahrhundert v. Chr. war das der Name der Hauptstadt des mächtigen Pergamenischen Reichs, das sich über weite Teile Kleinasiens erstreckte. Es galt als das bedeutendste Kulturzentrum dieser Zeit, und ihren Königen wurden nahezu unerschöpfliche Geldmittel zugeschrieben!

Ende des 19. Jahrhundert wurden bei Ausgrabungen Teile der Stadt freigelegt und so unter anderem auch der gigantische Pergamon-Altar (insgesamt ist er jeweils mehr als 30 Meter lang und breit!) in Bruchstücken nach Berlin gebracht, wo diese dann restauriert und zusammen mit anderen Funden ausgestellt wurden.

Wie kommt man hin zum Pergamon-Museum auf der Museumsinsel in Berlin?

Seit einigen Jahren wird im Zuge eines beschlossenen „Masterplans“ in allen Museen auf der Museumsinsel kräftig saniert, renoviert und modernisiert. So erhielt das Pergamon-Museum einen neuen Eingang: Der Zutritt erfolgt nun ausschließlich über die erst kürzlich eröffnete James-Simon-Galerie.

Die haben wir schnell und gut gefunden, aber dort angekommen wussten wir dann trotzdem zuerst nicht, wo genau es weiter langgeht zum Pergamon-Museum. Die Treppe hoch? Oder links in diese Säulenhalle? Oder nach rechts weg in den Gang hinein? Oder ganz woanders hin, vielleicht außenherum?

Falls ihr nicht herumirren wollte, schaut euch die nächsten Bilder an, da habe ich es in den Bildunterschriften erklärt! Vielleicht werden ja im Laufe der Zeit ja auch noch ein paar aussagekräftige Schilder aufgestellt…

Der Eingang zum Pergamon-Museum auf der Museumsinsel in Berlin erfolgt über die James-Simon-Galerie (etwa hinter dem blauen Fahrrad müsst ihr lang!).

Der Eingang zum Pergamon-Museum auf der Museumsinsel in Berlin erfolgt über die James-Simon-Galerie (etwa hinter dem blauen Fahrrad müsst ihr lang!).

An der James-Simon-Galerie nur noch in diesen Säulengang hineingehen und darin dann sofort wieder links abbiegen in einen weiteren Säulengang, so gelangt ihr zum Eingang des Pergamon-Museums.

An der James-Simon-Galerie nur noch in diesen Säulengang hineingehen und darin dann sofort wieder links abbiegen in einen weiteren Säulengang, so gelangt ihr zum Eingang des Pergamon-Museums.

Ein- und Ausgang des Pergamon-Museums und Blick zurück in den Innenhof und zum Säulengang, wo wir hergekommen sind.

Ein- und Ausgang des Pergamon-Museums und Blick zurück in den Innenhof und zum Säulengang, wo wir hergekommen sind.

Was ihr beim Besuch des Pergamon-Museums beachten müsst

Corona-Test oder Impfnachweis und Ticket mit Zeitfenster an der Kasse vorgezeigt, Rucksack an der Garderobe abgegeben, kostenlosen Audioguide abgeholt – dann nichts wie los! Doch vorab:

Wichtig: Rucksäcke und auch größere Handtaschen dürft ihr strengstens geprüft nicht mit hineinnehmen, sondern müsst alles zwingend in einem der zahlreichen Schließfächer auf der Zwischenetage verstauen. Dasselbe gilt übrigens sogar auch für Jacken – vor uns mussten Besucher ihre anziehen, sie durften sie nicht über dem Arm tragen.

Tipp: Wer Portemonnaie, Handy und andere Kleinigkeiten nicht im Schließfach zurücklassen oder die erhaltene Info-Broschüre und den Audio-Guide nicht die ganze Zeit über in der Hand mit sich herumtragen möchte, sollte am besten eine kleine Handtasche, Bauchtasche oder ähnliches dabei haben. Meine durchsichtige DIN-A-3-Plastiktüte, die ich im Pergamon-Panorama gegenüber zuvor genau für diesen Zweck freundlicherweise von einem Mitarbeiter erhalten hatte, war hier zu groß!

Wie viel Zeit einplanen für einen Besuch des Pergamon-Museums?

Auch wenn aufgrund der Sanierung momentan der gesamte Nordflügel leider nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist, so braucht ihr keine Sorge haben: Ein Besuch im Pergamon-Museum lohnt sich trotzdem auf alle Fälle!

Es gibt so viele beeindruckende und erstaunliche Bauwerke und Kunstgegenstände zu bewundern, dass ihr auch jetzt mindestens zwei Stunden einplanen solltet, wenn ihr euch einigermaßen einen Überblick verschaffen, in Ruhe umschauen und nicht durch die Ausstellung durchhetzen wollt.

Übrigens befändet ihr euch in guter Gesellschaft: Trotz der renovierungsbedingten Einschränkungen, die ja bereits seit einiger Zeit vorliegen und leider wohl auch noch ein gutes Stück weiter andauern werden, steigt nichtsdestotrotz die Anzahl der Besucher im Pergamon-Museum von Jahr zu Jahr weiter stetig an und macht es damit zu einem der beliebtesten Museen von ganz Berlin.

Die Vorderasiatische Sammlung

Das Pergamon-Museum bietet so viele Ausstellungsstücke an, dass es nahezu unmöglich ist, dem in einer Zusammenfassung gerecht zu werden. Ich habe zumindest einige der imposantesten Exponate herausgepickt, damit ihr schon einmal eine grobe Idee bekommt, was euch erwartet:

Die Prozessionsstraße von Babylon

Kaum im ersten Obergeschoss angekommen beginnt die Vorderasiatische Sammlung direkt mit einem Paukenschlag: Wir laufen geradewegs durch eine mehrere Meter hohe Prozessionsstraße, die ursprünglich etwa um 600 v. Chr. in der berühmten Stadt Babylon (zur Erinnerung: eines der Sieben Weltwunder der Antike!) stand, im Gebiet des heutigen Irak.

Ende des 19. Jahrhunderts wurden von einer Expeditionen abertausende von Tonziegelstücken ausgegraben, in hunderten von Kisten über Hamburg nach Berlin verschifft, in jahrelanger Kleinarbeit hier rekonstruiert und schließlich wieder aufgebaut.

Es fällt einem wirklich schwer, gedanklich zu erfassen, wie unfassbar alt diese Mauerstücke sind und was sie alles schon gesehen haben müssen. Jede einzelne Fliese ist kunstvoll hergestellt und zusammen bilden sie eine Karawane aus reich verzierten Löwen, Drachen und Stieren, den Schutzgottheiten der damaligen Bewohner der Stadt.

Die Prozessionsstraße von Babylon, im Hintergrund könnt ihr schon das Tor von Ischtar sehen, auf das sie hinführt.

Die Prozessionsstraße von Babylon, im Hintergrund könnt ihr schon das Tor von Ischtar sehen, auf das sie hinführt.

Die Löwen, die die Prozessionsstraße verzieren, sind in Relief-Technik in die Fliesen integriert, das heißt, sie stehen ein Stück hervor, um sie besonders lebendig und machtvoll wirken zu lassen.

Die Löwen, die die Prozessionsstraße verzieren, sind in Relief-Technik in die Fliesen integriert, das heißt, sie stehen ein Stück hervor, um sie besonders lebendig und machtvoll wirken zu lassen.

Die meisten der glasierten Fliesen mussten rekonstruiert werden, aber es sind etliche originale aus der Ausgrabung darunter. Geht man etwas näher rank, kann man die Unterschiede gut erkennen!

Die meisten der glasierten Fliesen mussten rekonstruiert werden, aber es sind etliche originale aus der Ausgrabung darunter. Geht man etwas näher rank, kann man die Unterschiede gut erkennen!

Das Tor von Ischtar

Damals wie heute führt die Prozessionsstraße auf das mächtige Ischtar-Tor, eines der Stadttore von Babylon, hin.

Auch das ist über und über mit den handgearbeiteten Tonziegeln dekoriert und zeigt wieder die bekannten Symboltiere – und es ist noch einmal um ein einiges höher als die Mauern der Prozessionsstraße!

Das Tor von Ischtar - es ist wirklich riesig und reich mit weiteren Tierreliefs verziert. Seht ihr, wie klein die Menschen sind?

Das Tor von Ischtar – es ist wirklich riesig und reich mit weiteren Tierreliefs verziert. Seht ihr, wie klein die Menschen sind?

Die Antikensammlung

Durch das Tor von Ischtar gehen wir als nächstes geradewegs hindurch, und als wir uns dann wieder umdrehen, stehen wir wie mit einem Fingerschnippen buchstäblich in einer anderen Welt:

Rücken an Rücken zum babylonischen Stadttor ist hier nämlich das Markttor von Milet aufgebaut. Damit sind wir also auch von der vorderasiatischen Sammlung des Pergamon-Museums zu dessen zweitem Thema, der Antikensammlung, gewechselt.

Das Markttor von Milet

Dieser ebenfalls gewaltige Fassadenbau wurde etwa 200 n. Chr. erbaut und ist damit sogar ein wenig jünger als das Ischtar-Tor von vorhin – aber damit immer noch fast 2000 Jahre alt! Unvorstellbar, oder?

Es stand einmal in der Stadt Milet am Mittelmeer, auf dem heutigen Gebiet der Türkei. Damals allerdings war das Gebiet geprägt von den Griechen und den Römern, was sich auch im gesamten Bauwerk widerspiegelt.

Geht ihr durch das Tor von Ischtar hindurch und dreht euch dann dahinter um, steht ihr vor dem Markttor von Milet - irgendwie ein ziemlich verrückter Switch!

Geht ihr durch das Tor von Ischtar hindurch und dreht euch dann dahinter um, steht ihr vor dem Markttor von Milet – irgendwie ein ziemlich verrückter Switch!

Das Markttor von Milet ist unglaublich beeindruckend und reich verziert. Demnächst wird auch hier restauriert, so dass die kaputten Anteile wiederhergestellt werden.

Das Markttor von Milet ist unglaublich beeindruckend und reich verziert. Demnächst wird auch hier restauriert, so dass die kaputten Anteile wiederhergestellt werden.

Zu Füssen des Markttor von Milet liegt das Morpheusmosaik - ehemals bildete es den Boden eines römischen Hauses.

Zu Füssen des Markttor von Milet liegt das Morpheusmosaik – ehemals bildete es den Boden eines römischen Hauses.

Das Markttor von Milet gehört zu den wenigen Stücken aus der Antikensammlung, die aktuell im Pergamon-Museum zu besichtigen sind, denn der größte Teil  – wie eben auch der riesige Pergamon-Altar – wird zurzeit ja saniert.

Deshalb geht es zwar an dieser Stelle hier quasi momentan nicht weiter, aber auf euch wartet noch das letzte der drei Themen des Pergamon-Museums,  das der Islamischen Kunst gewidmet ist. Also auf ins zweite Obergeschoss!

Die Sammlung Islamische Kunst

Als erstes fällt euch hier oben angelangt eine große Wandkarte zur Orientierung ins Auge, auf der sämtliche Ausgrabungsstätten und weitere wichtige Orte, die euch im im weiteren Verlauf dieser Ausstellung noch begegnen werden, eingetragen sind. Über den Audioguide könnt ihr jeden einzeln anwählen und euch schon einmal vorab Informationen dazu anhören. Dankenswerterweise wurde bei der Konzeption an dieser Stelle an eine großzügige Sitzgruppe gedacht, so dass man dabei eine kleine Pause machen kann, die wir, ehrlich gesagt, mittlerweile auch schon gebrauchen können.

Ab hier dreht sich nun alles um die Kunst der islamischen Völker, und zwar vom 8. bis ins 19. Jahrhundert. Diese Ausstellung gilt sogar weltweit als eine der größten und bedeutendsten ihrer Art! Fasziniert schlendern wir von einem Ausstellungsstück zum nächsten und bewundern die nun ganz klar orientalisch beeinflussten Arbeiten und Werke wie Teppiche und Buchkunst, Kalligraphie, Ornamente und Miniaturmalerei.

Aber auch hier kommen Bauwerke und Fassaden oder zumindest Teile davon nicht zu kurz:

Eine weitere Treppe hoch in der zweiten Etage liegt die islamische Ausstellung, hier verschiedene Gebetsnischen ("Mihrab").

Eine weitere Treppe hoch in der zweiten Etage liegt die islamische Ausstellung, hier verschiedene Gebetsnischen („Mihrab“).

Sogar eine originale Kuppel aus dem "Torre de las Damas" aus der Alhambra in Granada ist hier anzusehen.

Sogar eine originale Kuppel aus dem „Torre de las Damas“ aus der Alhambra in Granada ist hier anzusehen.

Last but not least: Das prachtvolle "Syrische Zimmer" (oder auch "Aleppo-Zimmer") - aufgrund der gläsernen Absperrung nur ein Ausschnitt davon.

Last but not least: Das prachtvolle „Syrische Zimmer“ (oder auch „Aleppo-Zimmer“) – aufgrund der gläsernen Absperrung nur ein Ausschnitt davon.

Das Pergamon-Museum in Berlin – Fazit und Ausblick

Trotz partieller Schließung war unser Besuch des Pergamon-Museums also ein voller Erfolg. Es gibt jede Menge zu gucken und zu entdecken, auch wenn ein Teil der Ausstellungsstücke momentan nicht zugänglich ist. Von uns daher eine klare Empfehlung: Wir fanden die monumentalen Bauten zu sehen sehr beeindruckend, und die Geschichten und Hintergründe um deren Ausgrabung herum, die an den Schautafeln dazu noch im Detail erklärt werden, ausgesprochen interessant.

Und eins haben wir schon fest eingeplant: Spätestens 2025, wenn der Nordtrakt fertiggestellt sein soll, kommen wir wieder, um dann aber wirklich auch einmal den Pergamon-Altar anzuschauen! Es soll auch noch ein weiterer, zusätzlicher Flügel an das Pergamon-Museum angebaut werden, in den das Ägyptische Museum einziehen wird, um, natürlich, seine eigenen monumentalen Tore, Fassaden und Säulenhallen der Vergangenheit zu zeigen. Es dürfte also spannend bleiben!

Falls ihr bis dahin nicht abwarten wollt, möchten wir euch den Besuch des Pergamon-Panoramas von Asisi gleich gegenüber der Museumsinsel empfehlen, dort könnt ihr richtig in einen Tag im alltäglichen Leben der Menschen von vor fast 2500 Jahren eintauchen. Es ist so toll gemacht, wir konnten uns gar nicht sattsehen!

Ein weiteres 360°-Panorama des Künstlers Asisi steht übrigens ebenfalls in Berlin: „Die Mauer“ zeigt eine Szene aus dem Alltag an der Mauer in den 80er Jahren. Sehr bewegend, und gerade für Kinder und Jugendliche, die weit nach dieser Zeit geboren wurden, eine Chance, das einmal zu sehen.

Weitere Tipps für Berlin mit Kindern und Jugendlichen, auch und sogar gerade bei Regen, Schnee und Kälte, haben wir in einem eigenen Artikel für euch gesammelt! Viel Spaß beim Entdecken!


Das Pergamon-Museum

Besuchereingang:
James-Simon-Galerie, Bodestraße
Museumsinsel
10178 Berlin

Anfahrt: 
U-Bahn: Friedrichstraße
S-Bahn: Friedrichstraße, Hackescher Markt
Tram: Am Kupfergraben, Hackescher Markt
Bus: Staatsoper, Lustgarten, Friedrichstraße

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 10:00 – 18:00 Uhr, Montag geschlossen.

Eintritt: Erwachsene 12,00€, Kinder bis 18 Jahre sind frei.
Achtung: Falls Zeitfenster für den Besuch vergeben werden, müssen diese auch für Kinder mitgebucht werden (ohne Kosten)!