Der Trip in die Hauptstadt ist gebucht, aber oje, das Wetter spielt nicht mit? Nicht verzagen – auch in der kalten Jahreszeit oder generell bei ungemütlicher Witterung lässt sich gerade in Berlin mit Kindern und Teenagern einiges erleben!

Hier unsere besten Tipps:

Reichstag & Brandenburger Tor

Der Klassiker unter den Berliner Sehenswürdigkeiten ist wetterunabhängig: Auch bei eisigen Temperaturen lassen sich die Rundwege der Kuppel sowie die politischen Hintergründe per kindgerechtem Audioguide prima erkunden. Wenn man ein wenig Glück hat, scheint sogar die Sonne, so wie bei unserem Besuch, die uns die bittere Kälte draußen schnell vergessen ließ.

Aufgang innerhalb Kuppel des Berliner Reichstags.

Aufgang innerhalb Kuppel des Berliner Reichstags.

Online Voranmeldung ist erforderlich. Weitere Infos zum Besuch des Berliner Reichstags findet ihr hier.

Wenn es nicht gerade in Strömen schüttet, lässt es sich danach auch noch schnell die paar Meter bis zum Brandenburger Tor gehen, um es zumindest einmal gesehen zu haben.

Großer Tiergarten mit Zoo und Aquarium

Solange es nur kalt aber wenigstens halbwegs trocken ist, bietet sich ebenfalls ein Spaziergang durch den Großen Tiergarten, Berlins größten Park, der direkt hinter dem Reichstag anschließt, an. Hier ist man mitten in der Stadt auf einmal von richtig viel Grün umgeben und hat Platz genug, sich mal richtig auszulaufen.

Eine Allee mit Wegen links und rechts im Großen Tiergarten.

Eine Allee mit Wegen links und rechts im Großen Tiergarten.

Viele Wege führen vorbei an Bäumen und Wiesen durch Berlins größten Park.

Viele Wege führen vorbei an Bäumen und Wiesen durch Berlins größten Park.

Wir sind einmal quer durch bis zur ‚Goldelse‘, der Siegessäule auf dem Großen Stern mitten im Tiergarten, gelaufen, und dahinter noch weiter in einem großen Bogen bis zum Zoo.

Leider waren die meisten Wiesen entlang der Wege zumindest bei unserem Besuch mit hässlichen Bauzäunen kilometerlang abgesperrt. Trotzdem steht einem ausgedehnten Spaziergang draußen an der frischen Luft natürlich nichts im Wege, und sicherlich gibt es mit dem Rosengarten, der Luiseninsel oder natürlich dem Kinderspielplatz noch einige Ecken mehr zu entdecken.

Am südwestlichen Ende schließlich schließt der berühmte Berliner Zoo als weiteres Ausflugsziel direkt an den Großen Tiergarten an. Schlägt das Wetter nun um, kann man auch gut in das benachbarte Aquarium ausweichen. Hier gibt es weitere Infos.

Führung hinter die Kulissen der Komischen Oper

Wen Schauspiel und Theater mehr interessiert als Flora und Fauna, der ist auch bei Regenwetter bestens in der ‚Komischen Oper‘ in Berlin aufgehoben.

Hier werden sehr interessante und äußerst kurzweilige Führungen im kleinen Rahmen hinter die Bühne angeboten, und das Beste: man darf sogar selber Dinge ausprobieren. Mehr Infos, was euch dort erwartet, findet ihr hier.

In die spannende Welt der Requisite könnt ihr in den Katakomben der 'Komischen Oper' eintauchen.

In die spannende Welt der Requisite könnt ihr in den Katakomben der ‚Komischen Oper‘ eintauchen.

Museumsinsel

Eine sichere Bank bei schlechtem Wetter sind natürlich die Museen, und Berlin hat nicht gerade wenige davon.

Platzhirsch ist hierbei die sogenannte ‚Museumsinsel‘, UNESCO-Weltkulturerbe und einmaliges Ensemble von gleich fünf Museumskomplexen, die im Zeitraum von mehr als 100 Jahren nebeneinander am Ufer der Spree gebaut wurden, darunter das Pergamonmuseum mit dem berühmten Altar. Aktuell werden die Gebäude komplett renoviert, einige Teile sind geschlossen, andere bereits wiedereröffnet. Hier lassen sich zweifellos einige interessante Stunden – im Trockenen – verbringen. Mehr Infos über Sammlungen und den aktuellen Stand unter museumsinsel-berlin.de

Schlittschuhlaufen

Bei lediglich kaltem, aber trockenen Wetter hat Berlin in der Winterzeit ab etwa Anfang November eine ganz besondere Sause zu bieten: Mitten in der Stadt am Potsdamer Platz wird eine 500 Quadratmeter große Eisfläche zum Schlittschuhlaufen aufgebaut! Und das beste daran: Es ist komplett kostenlos!

So macht der Winter Spass!

So macht der Winter Spass!

Lediglich für die Ausleihe der Schlittschuhe muss man einen Obolus bezahlen, es sei denn, man bringt direkt eigene mit. Das haben wir natürlich direkt ausgenutzt und haben auch ein paar Runden gedreht.  Aktuelle Informationen zur gesamten ‚Winterwelt‘ gibt es hier.

Am Wochenende gibt es für kleine Kinder übrigens sogar ebenfalls kostenlose Unterrichtsstunden, samt Urkunde!

Rodeln

Komplett ohne sportliche Vorkenntnisse kann man zur gleichen Zeit nur wenige Meter weiter die nächste Attraktion ausprobieren: Hier ist die größte Rodelbahn in ganz Europa aufgebaut!

Unglaubliche 12 Meter hoch und 70 Meter lang ist die Rodelbahn auf dem Potsdamer Platz.

Unglaubliche 12 Meter hoch und 70 Meter lang ist die Rodelbahn auf dem Potsdamer Platz.

Am meisten Spaß macht es, beim Rodeln eine Kette mit Freunden zu bilden.

Am meisten Spaß macht es, beim Rodeln eine Kette mit Freunden zu bilden.

Einmal mit auf den dicken Reifen abwärts sausen kostet 1,50€.

Bei soviel Bewegung kann man ja eigentlich gar nicht frieren. Falls doch, kann man sich ab etwa Anfang Dezember an den Buden eines Weihnachtsmarktes, der dann auch noch hier eröffnet, mit heißen Getränken aufwärmen. Aktuelle Informationen zur gesamten ‚Winterwelt‘ gibt es hier.

asisi Panometer

Nicht weit entfernt vom Potsdamer Platz befindet ihr euch bei einem Besuch des ‚asisi Panoramas‘ dann wieder garantiert im Warmen und im Trockenen: In einem extra dafür konzipierten Rundbau könnt ihr euch dank ausgefeilter Licht- und Tontechnik zu einem Tag Ende der 80er Jahre beamen – mit der noch unversehrten Mauer direkt vor eurer Nase, samt Wachposten und Grenzanlagen.

Das 'asisi Panometer Berlin' von außen. Unbedingt reingehen!

Das ‚asisi Panometer Berlin‘ von außen. Unbedingt reingehen!

Ihr guckt dabei vom Westen in den Osten und bekommt ein Gefühl dafür, wie es wohl gewesen sein muss, damals, in dieser getrennten Stadt.

Für alle Altersstufen ein interessantes Erlebnis, und dank des wirklich tollen Detailreichtums der Szene nimmt jeder etwas anderes daraus mit: Meine Kinder fanden z.B. besonders den Ausschnitt toll, in dem ein Opa mit seinem Enkelkind auf der westlichen Seite die Mauer bekritzelte, mich beeindruckten die originalen Tonaufnahmen damaliger Politiker besonders, die während des Besuchs gesendet werden. Hier könnt ihr mehr dazu nachlesen.

Madame Tussauds mit deutschen Stars und Berühmtheiten

Etwas leichtere Kost findet man dann in der Berliner Filiale der berühmten Wachsfigurenkabinetts der Madame Tussauds. Die Tickets sind unbestreitbar teuer, und über Sinn und Zweck der Ausstellung an sich kann man sicher streiten, aber die meisten Kinder und Teenager sind einfach völlig begeistert, ihren Stars einmal nahe zu sein.

Hier vergeht die Zeit an einem verregneten oder eisig windigen Tag wirklich wie im Fluge!

Das Schöne am Berliner ‚Madame Tussauds‘ ist, dass hier natürlich auch viele deutsche Stars und Berühmtheiten zu finden sind, die in anderen Städten vermutlich nicht unbedingt ausgestellt werden. Ich erinnere mich gut, dass meinen Kindern z.B. die US-Sportler im Madame Tussauds in New York fast gänzlich unbekannt waren – hier wäre das sicher anders.

Tickets und Öffnungszeiten des Berliner Madame Tussauds gibt es hier.

Tagesausflug nach Dessau zum Bauhaus

Wer eventuell auch etwas mehr Zeit bei seinem Besuch in Berlin zur Verfügung hat und sich für Architektur und Design interessiert, der kann auch einen Ausflug in die nähere Umgebung in Betracht ziehen: Nur eine gute Stunde mit der Regionalbahn entfernt kann man sich in Dessau die Ursprünge der Bauhaus-Bewegung rund um Walter Gropius und seine Kollegen genauer anschauen.

Blick auf den Innenhof des Bauhaus-Gebäudes an der Glasfassade entlang.

Blick auf den Innenhof des Bauhaus-Gebäudes an der Glasfassade entlang.

Detailansicht der Beleuchtung des Theaterraums im Inneren.

Detailansicht der Beleuchtung des Theaterraums im Inneren.

Man findet hier fussläufig vom Bahnhof entfernt das berühmte Bauhaus-Gebäude selber sowie die Meisterhäuser, in denen die Gründer gelebt haben. Außerdem gibt es ein gerade frisch eröffnetes Museum mit dem Schwerpunkt der produzierten Werke zu besuchen.

Uns hat es dort super gefallen und wir haben viele interessante Einblicke erhalten. Wir hatten zwar bei unserem Besuch Glück und waren an einem supersonnigen Spätherbsttag dort; da die Ausstellungen aber drinnen stattfinden, ist das auch schlechtem Wetter – mit Schirm oder Regenjacke für die Wege zwischen den Gebäuden – prima machbar.

Es gibt wirklich viel zu sehen dort, und hier bekommt ihr alle weiteren Informationen für einen Besuch.