Wenn man eine Stadt besucht, in der man noch niemals zuvor war, ist es eine gute Idee, sich als erstes einen Überblick zu verschaffen. Das ohnehin hügelige Edinburgh bietet dafür gleich zwei schöne und beliebte Aussichtspunkte: ‚Calton Hill‘ und den wohl noch bekannteren ‚Arthur’s Seat‘.

Sie befinden sich jeweils links und rechts in der Nähe des unteren Endes der ‚Royal Mile‘.

Arthur’s Seat

Rund 250m ist dieser erloschene Vulkan hoch. Der Ursprung seines Namens ist nicht abschließend geklärt. Mit King Arthur aus der Artus-Legende hat er aber nichts zu tun, der war – abgesehen davon, dass es sich ziemlich sicher nur um eine Sagengestalt handelt – eher in Wales angesiedelt und nicht in Schottland.

Wer hier hinauf will, zieht am besten festes Schuhwerk an (wobei ich auch Touristen in Ballerinas gesehen habe – möglich ist eben alles), denn der Weg ist mitunter steinig und nicht befestigt. Bei Regen, und das kommt in Schottland bekanntlich häufiger vor, kann der Auf- und Abstieg schon einmal etwas rutschig werden. Und Obacht: Nachts gibt es keine Beleuchtung.

Wo geht’s los?

Idealerweise geht man die ‚Royal Mile‘, an der eigentlich kein Besucher der Stadt vorbeikommt, immer weiter abwärts, bis man an ihrem Ende vor dem ‚Holyrood Palace‘ steht. Nun hält man sich rechts und geht – zwischen ‚Holyrood Palace‘ nun auf der linken und dem modernen Neubau des schottischen Parlaments auf der rechten Seite – damit bereits geradewegs auf den ‚Arthur’s Seat‘ zu.

Arthur's Seat - auch an einem typisch schottischen, regenverhangenen und bewölkten Tag beeindruckend!

Arthur’s Seat – auch an einem typisch schottischen, regenverhangenen und bewölkten Tag beeindruckend!

Man gelangt so an den ‚Queen’s Drive‘, dem man nach links folgt, bis kurz nach einem Kreisverkehr rechts schon der Weg zum ‚Arthur’s Seat‘ hinaufführt. Hier gibt es nun immer mal wieder Gabelungen und damit mehrere Möglichkeiten. Grundsätzlich ist es ratsam, sich eher links zu halten: Das ist der moderate Weg, der nur zum Schluß ein wenig steil wird. Rechts herum ist es um einiges anspruchsvoller, und man muss aufpassen: Manche Wege dort führen nur bis zum Fuss des Aussichtspunkts, und nicht ganz oben hinauf.

Alles in allem muss man ca. eine Dreiviertelstunde für eine Strecke einplanen.

‚Calton Hill‘

Dieser Aussichtspunkt Edinburghs ist bei weitem nicht so hoch wie ‚Arthur’s Seat‘, aber dafür mit antiken Gebäuden und Denkmälern auf der Kuppe ausgestattet.

Hier oben haben sich im Laufe der Zeit einige Bauwerke quasi angesammelt, manche genutzt, manche unvollendet. Sehenswert sind sie allemal: So gibt es das ‚National Monument of Scotland‘, das eigentlich eine ganze Säulenhalle werden wollte (allerdings ging dem Projekt nach den ersten 12 Säulen das Geld aus), ein Observatorium, das ‚Playfair Monument‘, das ‚Nelson Monument‘ zum Gedenken an die Schlacht bei Trafalgar, und natürlich das ‚Dugald Stewart Monument‘, einem schottischen Philosophen gewidmet und eines der beliebtesten Fotomotive von Edinburgh, ein wahrer Klassiker und so auch titelgebendes Bild dieses Beitrags – es ist wirklich einfach malerisch!

Wo starten?

‚Calton Hill‘ befindet sich auf der dem ‚Arthur’s Seat‘ gegenüberliegenden Seite des ‚Holyrood Palace‘. Am besten beginnt man den Weg hinauf aber direkt von ‚Waterloo Place‘ aus (oder man läuft vom ‚Holyrood Palace‘ quer über den Friedhof ‚New Calton Burial Ground‘ kurz dorthin).

'Calton Hill' mit dem markanten 'Dugald-Stewart-Monument' sieht man auf dem 'Waterloo Place' gehend schon von Weitem.

‚Calton Hill‘ mit dem markanten ‚Dugald-Stewart-Monument‘ sieht man auf dem ‚Waterloo Place‘ gehend schon von Weitem.

Wie es der Zufall will, setzte uns der Bus der ‚Rabbies‘-Agentur nach unserem Tagesausflug in die Highlands auch beinahe direkt dort ab, wo die Stufen hinauf zum ‚Calton Hill‘ beginnen, nämlich da, wo der ‚Waterloo Place‘ gerade in die ‚Regent Road‘ übergeht, so dass die Entscheidung, im schwindenden Tageslicht noch schnell hochzustapfen, eine leichte ist.

Im Gegensatz zum Weg hinauf auf den ‚Arthur’s Seat‘ gibt es hier bis fast ganz oben ordentlich befestigte, steinerne Stufen mit Geländer in der Mitte, und man benötigt kaum 10 Minuten für eine Strecke.

Fazit: ‚Arthur’s Seat‘ oder ‚Calton Hill‘?

Belohnt wird man nach dem Aufstieg, egal, für welchen Aussichtspunkt man sich entscheidet, bei günstigen Wetterverhältnissen mit einer wunderbaren Sicht über Edinburgh und mit etwas Glück sogar bis hin zur Nordsee oder den Uplands.

Der Aufstieg zu ‚Calton Hill‘ ist kürzer und dank der Treppen einfacher zu bewältigen, dafür hat ‚Arthur’s Seat‘ doch ein wenig mehr zu bieten an Sicht. Wenn man genug Zeit hat, schaut man sich am besten beide an!

Wart ihr schon einmal in Edinburgh auf dem ‚Arthur’s Seat oder auf dem ‚Calton Hill‘? Oder wart ihr sogar auf beiden? Welcher hat euch besser gefallen?