Am ersten Tag der Kinder in New York wollen wir uns zunächst einmal einen Überblick verschaffen, und das macht man natürlich, genau, am besten von oben. Von ganz weit oben. Dafür hat man im Big Apple gleich vier Möglichkeiten zur Auswahl:

  • das Empire State Building
  • das One World Trade Center
  • die Freiheitsstatue (die Krone, ihr wisst schon!) und
  • das ‚Top of the Rock‘ im Rockefeller Center

Man kann auch eine der Rooftop-Bars besuchen, von deren Cafés und Restaurants man ebenfalls einen schönen Blick hat. Prinzipiell ist das sogar kostenlos, allerdings kommen hier natürlich die Kosten für den Verzehr hinzu.

Unsere Wahl fällt auf das Rockefeller Center. Nach einhelliger Meinung in sämtlichen Ratgebern ist es nicht nur günstiger als das Empire State Building, sondern es ist auch weniger los und man hat eine tolle Sicht – eben genau auf das Empire State Building!

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Das Rockefeller Center im Morgenlicht

Nach dem hervorragenden Frühstück bei ‚Ellen’s Stardust Diner‘ sind wir praktischerweise schon in der Nähe. So gehen wir zu Fuss die W 51st Street runter, passieren an der Kreuzung zur 6th Avenue schon einmal die ‚Radio City Music Hall‘, die bei ihrem Bau die größte Konzerthalle der Welt beherbergte, und gelangen so nach einigen weiteren Metern auf den unserer Meinung nach schönsten Weg zum Rockefeller Center:

Mitten im Block zwischen der 6th und der 7th Avenue (geht auch gegenüberliegend von der W 48th Street aus auf gleicher Höhe) öffnen sich nämlich die Häuserfronten und eine breite, luftige und offene Fussgängerpassage führt geradewegs hindurch.

Die Häuserschluchten des Rockefeller Center.

Die Häuserschluchten des Rockefeller Center.

Heraus kommen wir auf der ‚Rockefeller Plaza‘, dem großen Platz, auf dem im Sommer Konzerte stattfinden und jetzt, zur kalten Jahreszeit, der ‚Rink at Rockefeller Center‘ aufgebaut ist – die Eislaufbahn unter freiem Himmel und bunten Flaggen!

Wolkenkratzer können tatsächlich malerisch wirken, oder?

Wolkenkratzer können tatsächlich malerisch wirken, oder?

Yeah, Schlittschuhlaufen in New York!

Yeah, Schlittschuhlaufen in New York!

Nur der riesige Weihnachtsbaum mit den 30.000 Lichtern fehlt im Ende Oktober natürlich noch. Ich erzähle den Mädchen davon und sie grübeln, wie der wohl geschmückt wird, mit einer Leiter ja wohl kaum?!

Nachdem wir uns eine Weile umgesehen und den Schlittschuhläufern zugeschaut haben, betreten wir dann – nach ein wenig Suchen und dem freundlichen Weiterleiten durch einen wunderbaren Portier, der nur dafür auf dem Platz steht, um Leute zu fragen, wie es ihnen geht und ob er ihnen weiterhelfen kann – um die Ecke das höchste Hochhaus des Ensembles, wo die Aussichtsplattform ‚Top of the Rock‘ untergebracht ist.

Die Idee des John D. Rockefeller

Das gesamte Ensemble des Rockefeller Centers ist ganz schön beeindruckend, denn das ist es: ein richtiger Komplex an Gebäuden, 14 Stück insgesamt, die in den 1930er Jahren entstanden sind. Das war die Zeit der großen Depression in den USA, als nach dem Börsenkrach so viele Geschäfte pleite gingen und so viele Menschen ihre Jobs verloren.

Als John D. Rockefeller, ein privater Geschäftsmann, unter diesen Umständen und erstmals in der Geschichte moderner städtebaulicher Architektur nicht nur einen Wolkenkratzer, sondern gleich eine ganze Gruppe bauen lassen wollte, hielten ihn nicht wenige Menschen für verrückt.

Aber die Idee wurde ein Erfolg, und spätestens seit die Aussichtsplattform auf dem höchsten Gebäude des Ensembles nach mehr als 20jähriger Schließung 2005 wieder eröffnet wurde, ist es ein beliebter und fester Anziehungspunkt im Schedule vieler Touristen.

Wie kommt man nun am besten ganz nach oben?

Tickets habe ich schon zuhause besorgt, über den ‚NYC Sightseeing Pass‘, einen Städtepass, bei der man einen bestimmten Betrag für eine Anzahl an Sehenswürdigkeiten oder Tagen nach Wahl bezahlt, dann ist es günstiger, als die Tickets erst vor Ort zu kaufen.

Um den ‚Top of the Rock‘ dann auch wirklich zu besichtigen, müssen wir uns nur noch in der Anmeldehalle eine Uhrzeit abholen. Die Anzahl der Menschen, die nach oben dürfen, ist limitiert, und alle Viertelstunde bewegt sich ein neuer Trupp Richtung Aufzug.

Das Emblem des 'Top of the Rock' an der Wand im Foyer, und daneben ein Kunstwerk von einem Kronleuchter, der sogar einen Namen hat: 'Joie', und 10m hoch ist.

Das Emblem des ‚Top of the Rock‘ an der Wand im Foyer, und daneben ein Kunstwerk von einem Kronleuchter, der sogar einen Namen hat: ‚Joie‘, und 10m hoch ist.

Es ist bereits Vormittag, und es waren schon einige Menschen vor uns da und haben sich Tickets abgeholt. Aber wir haben es ja nicht eilig. Die nächste freie Uhrzeit für uns ist in einer Stunde. Die Zeit bis dahin nutzen wir, um uns draußen noch einmal ein wenig auf der 5th Avenue umzusehen.

Ein kurzer Schlenker über die schicke 5th Avenue

Wir sehen Macys, Saks, Tiffanys, sogar den Trump Tower, aber es ist so kalt heute draußen und wir sind froh, dass wir bald umdrehen können, zurück ins warme Rockefeller Center.

Einmal die berühmte 5th Avenue hinauf...

Einmal die berühmte 5th Avenue hinauf…

... und hinunter, bis wir uns irgendwann über Polizeisperren wundern: Ah, na klar - der Trump Tower.

… und hinunter, bis wir uns irgendwann über Polizeisperren wundern: Ah, na klar – der Trump Tower.

Jetzt sind wir dran, und im ersten Stockwerk erwartet uns zunächst einmal die obligatorische Sicherheitskontrolle.

Dann aber können wir uns zumindest hier schon einmal umsehen: der Weg zum Aufzug ist mit allerlei unterhaltsamen Informationen und Anekdoten zum Gebäude gepflastert, wie zum Beispiel diesem Foto hier:

Hier gehört dieses Bild hin: 'Lunch atop a Skyscraper' - Mittagspause auf einem Wolkenkratzer.

Hier gehört dieses Bild hin: ‚Lunch atop a Skyscraper‘ – Mittagspause auf einem Wolkenkratzer.

Ach ja! Das berühmte Bild ist ja von hier, während des Baus des ganzen Rockefeller Centers in den 30er Jahren während der großen Depression. Wir sehen noch einen kurzen Film zur Einstimmung, der auch dazu dient, Zeit herumzukriegen und um unsere Gruppe brav nach Anweisung der Servicemitarbeiter weiter aufzusplitten, damit nicht alle auf einmal am Aufzug anstehen müssen.

Wir erfahren einige bereits bekannte und auch einige unbekanntere Hintergründe und Zusammenhänge; zum Beispiel, dass NBC im selben Gebäude untergebracht ist und Jimmy Fallon seine ‚Tonight‘-Show von hier sendet (Kreischen bei den Mädels) und dann fahren wir mit dem superschnellen Aufzug im Nullkommanix in den 67. Stock.

Es geht aufwärts!

Glücklicherweise hatte ich die Sache mit dem Turbo-Lift vorher vergessen zu erwähnen, so dass wir, als die Mädels das bemerken, auch schon oben angekommen sind. Beide überlegen aber leicht grün um die Nase, lieber die Treppen nach unten zu nehmen (haha! Als ob – immerhin geht es noch weiter hoch bis in die 70. Etage).

Und da sind wir: Die Häuserschluchten von Manhattan von oben.

Wow! Einfach nur wow!

Wow! Einfach nur wow!

Als wir Richtung World Trade Center schauen, zeige ich den Mödchen, wo die Twin Towers standen, von denen aus ich noch, damals bei meinem ersten Besuch in den Staaten, New York von oben gesehen habe.

Sie überlegen, dass ja auch während des Anschlags an 9/11 sicher Menschen hier oben auf dem Top of the Rock gewesen sind; ob die alles mit angesehen haben?!

Aussicht auf den Central Park.

Aussicht auf den Central Park.

Und auf der anderen Seite der Plattform beeindruckt uns natürlich der Central Park, und wir bestaunen die Baustelle am Wolkenkratzer davor und die Kräne, die an dessen Rand in schwindelerregender Höhe kleben!

Es ist ja auch logisch eigentlich: Natürlich gibt es keinen so großen Kran, der vom Boden bis dahin reicht, um in dieser Höhe zu bauen. Trotzdem krass!

Wir schauen uns alle begehbaren Stockwerke an und gehen auch ganz bis oben:

Das tolle am Top of the Rock: Man hat einen prima Blick auf das Empire State Building!

Das tolle am Top of the Rock: Man hat einen prima Blick auf das Empire State Building!

Danach aber wollen wir uns nur kurz auf den gemütlichen Bänken auf der Zwischenempore ausruhen…

Die Zwischenempore auf dem Top of the Rock: Links und rechts geht es auf beiden Seiten raus auf die Aussichtsplattformen.

Die Zwischenempore auf dem Top of the Rock: Links und rechts geht es auf beiden Seiten raus auf die Aussichtsplattformen.

… und dort, im warmem Sonnenlicht hinter dem Scheiben rafft uns dann der Jetlag dahin: beide Kinder ratzen weg, und auch ich lege mich nur ganz kurz, also nur mal eben… echt sehr gemütlich, die Couches hier…

Eigentlich denken wir, dass wir mit der Zeitumstellung prima zurechtkommen („geborene New Yorker!“, sagen die Kinder), vielleicht war es auch nur die Anstrengung der Anreise vom Vortag. Oder beides. Oder wie auch immer, ist ja auch egal: Wir gönnen uns eine Pause, da ganz weit oben über dem Trubel von New York.

Nach dem Power-Nap geht es weiter, und mit frischer Kraft werden nun der turboschnelle Aufzug abwärts sowie die inzwischen um die mittägliche Uhrzeit unvermeidlichen Schlangen davor in Angriff genommen. Jetzt stürzen wir uns ins Getümmel!


Top of the Rock Aussichtsplattform im Rockefeller Center

30 Rockefeller Plaza, New York, NY 10112. Im Ganzen erstreckt sich das Rockefeller Center von der 49th bis zur 51st Street und von der Fifth bis zur Seventh Avenue.

Tickets kann man auf der offiziellen Webseite des Top of the Rock vorab kaufen, oder man löst den Eintritt über einen Gutscheinpass ein, wie wir es z.B. mit dem NYC Sightseeing Pass gemacht haben. Es lohnt sich, das einmal durchzurechnen, wenn man schon ungefähr weiß, welche Sehenswürdigkeiten man unbedingt anschauen will, weil man so bares Geld sparen kann.

Der erste Aufzug nach oben fährt um 8:00 Uhr morgens, und dann ist bis Mitternacht geöffnet.