Die dänische Hauptstadt ist teuer. Geradezu schmerzhaft teuer, das muss man sagen. Schaffe ich es bei unseren Reisen zu dritt üblicherweise auf unser bei einem Erwachsenen mit zwei Kindern überschaubares Budget zu achten und dabei mit etwas Recherche trotzdem eine gute, passende und authentische Bleibe für uns zu finden, scheitere ich hier auf ganzer Linie, und buche zähneknirschend unser teuerstes Hostel aller Zeiten.

Dafür ist es aber auch richtig schön und wahnsinnig gemütlich und wir fühlen uns unglaublich wohl hier, und das hilft ein wenig über die große böse Zahl, die ich in keinem Hotel und keinem AirBnB jemals pro Nacht zahlen musste, hinweg.

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Stylisch, stylisch: Das Urban House Hostel

Ein Kriterium finde ich bei der Auswahl von Locations zur Übernachtung bei Städtetrips besonders wichtig, und umso mehr noch, je kürzer die Reisen sind: Die Lage muss möglichst zentral sein, damit man die wenige Zeit, die zur Verfügung steht, gut und vor allem möglichst stressfrei ausnutzen kann.

Diese Vorgabe erfüllt das Urban House Hostel mit Bravour: Es befindet sich nämlich geradewegs um die Ecke vom Hautbahnhof in Kopenhagen. Die Treppe runter, zweimal abbiegen und schon ist man da. Genau so (zugegeben: etwas detaillierter) steht es auch auf der Wegbeschreibung erklärt, die man netterweise im Vorfeld schon vom Hostel zugeschickt bekommt.

In diesem schönen, historischen Gebäude ist das 'Urban House Hostel' in Kopenhagen untergebracht.

In diesem schönen, historischen Gebäude ist das ‚Urban House Hostel‘ in Kopenhagen untergebracht.

Ebenfalls erhält man bereits vor der Ankunft am Anreisetag per Mail seinen persönlichen, frisch generierten Zugangscode, der den Zugang zum gebuchten Zimmer ermöglicht: Man kann also einfach durchspazieren, ohne lange an der Rezeption anzustehen und sich dort erst noch anmelden zu müssen.

Eine super Sache! In der Theorie zumindest: Bei uns hat das leider prompt nicht funktioniert, allerdings haben uns die freundlichen Mitarbeiter ruckzuck weitergeholfen und das schnell für uns geklärt. Also auch kein Problem.

Unser Zimmer (mit Aussicht auf den Tivoli! *)

* Eigentlich kann man den aber sowieso von so gut wie überall in Kopenhagen aus sehen

Also dann, nichts wie hoch in unser stylisches Zimmer im typisch dänischem Design. Mit hohen Altbaufenstern, die viel Licht reinlassen, auch wenn es draußen gerade diesig ist, sowie mit einem bequemen Doppel- und einem ebensolchen Etagenbett mit jeweils eigenem Leselicht und Ladevorrichtung.

Dazu gehört ebenfalls ein separates, eigenes, nieselnagelneues Badezimmer, das mit Dusche und Toilette, genügend Handtüchern, Fön und sogar Shampoo und Duschzeug perfekt ausgestattet ist. Nur der Wasserdruck lässt etwas zu wünschen übrig, aber damit können wir leben.

Unser gemütliches Zimmer im Altbau in unserem Hostel in Kopenhagen.

Unser gemütliches Zimmer im Altbau in unserem Hostel in Kopenhagen.

Wie gehen nur die Fenster auf? Und - wow, das sind richtig lange Flure! Irgendwie haben wir das Haus im Verdacht, drinnen noch wesentlich größer zu sein, als es von außen aussieht.

Wie gehen nur die Fenster auf? Und – wow, das sind richtig lange Flure! Irgendwie haben wir das Haus im Verdacht, drinnen noch wesentlich größer zu sein, als es von außen aussieht.

Interessiert bestaunen wir die Fenstergriffe, die so ganz anders aussehen (und funktionieren!) als von zuhause gewohnt.

Nach einigem Herumprobieren finden wir es aber heraus und staunen nicht schlecht, als wir dann aus den Fenstern runterschauen in den Hof und das hier sehen:

Das gibt es nur in Dänemark! Naja, auf jeden Fall haben wir so etwas noch nirgends sonst gesehen.

Das gibt es nur in Dänemark! Naja, auf jeden Fall haben wir so etwas noch nirgends sonst gesehen.

Fahrräder, die an der Hauswand hochkant aufgehängt werden!

Und zwar zusätzlich erst noch über einer weiteren Reihe Räder, die ganz normal an einem Fahrradständer am Boden geparkt werden. Wie verrückt ist das bitte?! Und wie bekommt man die bloss da hoch und wieder runter? Fragen über Fragen…

In der gemütlichen Lounge des Hostels

Wir laufen aber nun erst einmal wieder die schier endlosen Gänge unserer Unterkunft entlang und fahren dann mit einem der Aufzüge wieder hinunter ins Erdgeschoß, denn uns interessiert brennend, was das Hostel sonst noch so zu bieten hat.

Als nächstes erkunden wir also die Gemeinschaftsräume, die mit diversen Sofas und großzügigen Chillecken, einer großen Wohnküche zum Selberkochen und praktischem Waschsalon mit Waschmaschinen und Trocknern für alle, sowie natürlich einem Billardtisch über alles verfügen, was man so braucht als Basis, unterwegs in einer fremden Stadt.

Herzstück des Urban House Hostels ist die schön eingerichtete, heimelige Lounge, die Bar und Restaurant und Café in einem ist.

Der Eingangsbereich: Rezeption für das Hostel und Bar für seine Gäste.

Der Eingangsbereich: Rezeption für das Hostel und Bar für seine Gäste.

Café oder Restaurant? Egal, beides!

Café oder Restaurant? Egal, beides!

Eigentlich wollen wir uns ja nur umsehen und dann noch los, in die Stadt starten und uns einen ersten richtigen Eindruck von Kopenhagen verschaffen. Und etwas typisch Dänisches zu essen wollen wir uns auch noch besorgen, denn langsam haben wir richtig Hunger.

Doch daraus wird nichts: Während wir hier noch stehen, fängt es draußen an, wie aus Kübeln zu gießen. Es schüttet und schüttet und hört auch den ganzen Abend nicht mehr auf.

Wir haben zwar Regenjacken dabei, denn auf einen Schauer sollte man in der dänischen Hauptstadt immer gefasst sein, aber in Sekundenbruchteilen klitschnass bis auf die Haut zu werden, darauf haben wir gerade eher keine Lust.

Etwas irritiert und leicht bewundernd bestaunen wir die Dänen draußen vor den Fenstern auf der Straße, die ungerührt und völlig ungeachtet der Wassermassen, die gerade vom Himmel stürzen, weiter Fahrrad fahren und ihren Feierabenderledigungen nachgehen. Respekt!

Wir prüfen lieber die Lage drinnen und stellen fest, dass es hier ganz hinten auch eine weitere Küche gibt, in der man sich Burger und andere Kleinigkeiten bestellen kann. Perfekt, wir sind gerettet, dann eben Burger. Die probieren wir mal aus!

Links durch befindet sich die zweite Küche, wo man sich leckeres Essen bestellen und abholen und dann hier an den Tischen verzehren kann.

Links durch befindet sich die zweite Küche, wo man sich leckeres Essen bestellen und abholen und dann hier an den Tischen verzehren kann.

Und in der Tat: Es gibt einige verschiedene Sorten, alles mit guten Zutaten hergestellt, und sie schmecken wirklich ausgezeichnet.

So sitzen wir bald glücklich kauend in der behaglichen Lounge unseres Hostels in Kopenhagens Zentrum inmitten anderer Reisender aus aller Welt, machen aus der Not eine Tugend und verbringen den gesamten restlichen Abend mit reden und erzählen und schauen zu, wie draußen der Regen gegen die Fensterscheiben pladdert.

Das ist dann wohl das ‚hygge‘-Gefühl, von dem immer aller reden, wenn die Sprache auf Dänemark kommt!


Anfahrt

‚Urban House Hostel‘ by Meininger, Colbjørnsensgade 5-11, 1652 Kopenhagen.

In Kopenhagens Viertel Vesterbro in direkter Nähe zum Hauptbahnhof, dem Tivoli und vielen anderen Attraktionen. In einigen Bewertungen vorab las ich, dass man aufpassen müsse, weil es sich um das Rotlichtviertel handele. Uns ist aber während unseres Aufenthalts nichts auch nur annähernd bedrohliches oder unangenehmes begegnet.

Das ‚Urban House Hostel‘ gehört übrigens zur bekannten Meininger Group, einer europaweit tätigen Hostel-Kette, und über deren Webseite ist es auch buchbar. Allerdings ist es doch wohl auch irgendwie eigenständig – die für die Meininger-Kette üblichen Kinderrabatte bei Übernachtung und/oder Frühstück fehlen hier völlig. Ach ja, Dänemark…

Kost und Logis

Die Preise für die über 200 Zimmer variieren wohl je nach Wochentag und Jahreszeit, deshalb am besten hier die Verfügbarkeit testen und direkt den Preis erfahren: meininger-hotels.com/de/hotels/kopenhagen.

Frühstück gibt es täglich von 7:00 – 11:00 Uhr und kann jederzeit spontan hinzugebucht werden. Allerdings ist nicht nur uns aufgefallen, dass es – völlig unpassend zum restlichen biologisch-umweltverträglich-rundum-korrekten Auftreten und Positionieren des Hostels – eine heutzutage wirklich auffällige Ansammlung von Plastikmüll mitsichbringt. Teller gibt es nicht, für alles muss man sich Plastikschüsselchen nehmen, sämtliches Besteck ist zum Wegwerfen.

Das ist ein bisschen merkwürdig und ziemlich schade und es bleibt zu hoffen, dass sich hier bald eine bessere Lösung findet.