Tag 01 & Tag 02: Kaum sind die Klamotten von unserem Trip in den hohen Norden Deutschlands gewaschen und getrocknet, beginnen wir schon wieder zu packen: Heute Mittag geht es mit dem Zug vom Hauptbahnhof in Köln nach Trier.

Der Hauptbahnhof von Trier.

Der Hauptbahnhof von Trier.

Hier, direkt im Hauptbahnhof von Trier, ist auch der Fahrradverleih „Radstation am Bahnhof“ untergebracht, wo wir unsere Räder bereits reserviert haben. Ich wollte uns aber erst einmal in Trier ankommen lassen, und wir wollen uns ja hier auch noch etwas umschauen, deshalb nehmen wir sie jetzt noch nicht mit, sondern holen sie erst morgen ab.

[Werbung, weil Namensnennung]

In der Römerstadt

Zu Fuß laufen wir durch enge Gassen mit teils hutzelig kleinen Häusern Richtung Mosel.

Beschauliche, kleine Gässchen in Trier Richtung Moselufer.

Beschauliche, kleine Gässchen in Trier Richtung Moselufer.

Wir stolpern dabei über uralte Parkautomaten, die ich den Mädels erst erklären muss. Solche habe ich in Köln schon lange nicht mehr gesehen:

Parkuhren, old school.

Parkuhren, old school.

Und dann haben wir nach etwa 10 Minuten Fussweg auch schon unser Ziel, die kürzlich erst frisch renovierte, sogenannte ‚Römerstadt-Jugendherberge‘, gefunden.

Jugendherberge Nummer 1: Die ‚Römerstadt-Jugendherberge‘ in Trier

Die Schaukel vor der Tür wird direkt ausprobiert.

Schaukeln auf dem Vorplatz der 'Römerstadt'-Jugendherberge.

Schaukeln auf dem Vorplatz der ‚Römerstadt‘-Jugendherberge.

Wirklich toll renoviert! Also, Jugendherbergen hatte ich ganz anders in Erinnerung.

Wirklich toll renoviert! Also, Jugendherbergen hatte ich ganz anders in Erinnerung.

Wir bringen unser Gepäck aufs Zimmer und stellen fest, dass es einen frisch renovierten und einen alten Teil des Gebäudes gibt. Wir landen im alten Teil, aber naja, das macht nichts.

Wir ruhen uns kurz aus, denn es ist ja so heiß, heiß, heiß: Wir haben zufällig die größte Hitze-Woche des gesamten diesjährigen Sommers für unsere Radtour erwischt!

Das ‚Schwarze Tor‘ – die Porta Nigra

Dann gehen wir aber noch einmal los, wir wollen uns Deutschlands älteste Stadt angucken. Unvermeidlich begegnen wir dieser Dame zuerst: der Porta Nigra.

Die Porta Nigra im Gegenlicht.

Die Porta Nigra im Gegenlicht.

1800 Jahre steht sie hier schon, 200 n.Chr. gebaut begann der Bau unter dem römischen Kaiser Marc Aurel, und sie wurde nie vollendet. Aber was ein Trumm!

Ein bisschen erstaunlich finden wir, dass mehrspuriger Verkehr direkt an diesem bedeutenden und weithin bekannten Denkmal dieser Stadt vorbeigeführt wird – ständig donnern Autos, Laster und Busse daran vorbei. Richtig schön ist das nicht, aber sowas kennen wir ja auch aus Köln zur Genüge.

Wir gehen einmal drumherum und auf der anderen Seite befindet sich ein Platz, so dass man sich dieses Bauwerk doch noch einmal mit etwas mehr Ruhe anschauen kann.

So sieht die Porta NIgra von dem freien Platz auf der anderen Seite aus.

So sieht die Porta NIgra von dem freien Platz auf der anderen Seite aus.

Es gibt auch Führungen zu buchen, in denen die Geschichte und die Hintergründe genauer erklärt werden, manche sogar mit einem „echten“ Römer, als Tribun oder Soldat verkleidet.

Die beschauliche Altstadt von Trier

Uns ist es aber heute, genau, einfach zu heiß für mehr Details, und so schlendern wir lieber neugierig weiter die Fußgängerzone hinter der Porta Nigra entlang.

Die Fussgängerzone in Trier.

Die Fussgängerzone in Trier.

Uns fällt auf, dass wir uns tatsächlich in einer Weinregion befinden - überall stehen Leute, auch junge Männer, mit Weinflaschen und blitzblank geputzten Gläsern dazu auf der Straße. Bierflaschen sehen wir nirgends.

Uns fällt auf, dass wir uns tatsächlich in einer Weinregion befinden – überall stehen Leute, auch junge Männer, mit Weinflaschen und blitzblank geputzten Gläsern dazu auf der Straße. Bierflaschen sehen wir nirgends.

Trier hat gefühlt tatsächlich noch mehr römische Bauten als Köln, alle paar Meter stolpert man quasi über eins.

Die Konstantin-Basilika

Und so stehen wir nach wenigen Schritten vor der Konstantin-Basilika, die, im 4. Jahrhundert erbaut, den römischen Kaisern als Audienzhalle diente. Gigantisch!

Die Konstantinbasilika in Trier.

Die Konstantinbasilika in Trier.

Die ist so riesenriesengroß!

Man fühlt sich wirklich ganz, ganz klein, wenn man davor steht.

Man fühlt sich wirklich ganz, ganz klein, wenn man davor steht.

Als wir um die Ecke gehen, stellen wir fest, dass da jemand ein paar Jahrhunderte später noch ein „kleines“ Schlösschen drangesetzt hat, das Kurfürstliche Palais:

Das Kurfürstliche Palais von Trier.

Das Kurfürstliche Palais von Trier.

Wir gucken und gucken und gucken, aber irgendwie bekommen wir die Größenverhältnisse der beiden Gebäude nicht richtig verarbeitet: Der Palast an sich ist ein beeindruckendes, pompöses Gebäude – aber dann die Basilika dahinter ist noch einmal weit mehr beeindruckend und pompös! Dagegen erscheint der Palast geradezu putzig, aber wenn man sich wieder auf ihn konzentriert, ist er doch an sich natürlich schon richtig groß.

Das ist irgendwie etwas verrückt.

Wir schlendern noch durch die Palastgärten dahinter, in deren weiteren Ausläufern und Wiesen im Hintergrund sich auch die halbe Trierer Jugend aufhält:

Die Palastgärten vor dem Kurfürstlichen Palais.

Die Palastgärten vor dem Kurfürstlichen Palais.

Am Ende angelangt werfen wir noch einen Blick auf die berühmten Kaiserthermen, bei denen aber gerade gebaut wird…

Die Kaiserthermen in Trier.

Die Kaiserthermen in Trier.

… und dann gehen wir die Runde zurück zur Jugendherberge.

Morgen wollen wir unsere Räder abholen und sind schon ganz gespannt!


Der nächste Tag

Der erste Blick aus dem Fenster kündigt bereits frühmorgens einen weiteren, heißen Supersommertag mit knallblauem, wolkenlosen Himmel an – wir haben auch nichts anderes erwartet, schließlich hat es seit Wochen nicht geregnet.

Die Kinder schlafen lange, aber ich bin schon früh wach und wasche schon mal den ersten Schwung Wäsche von gestern. Bei max. 2x20l an Klamotten für drei Leute für 10 Tage darf man nicht trödeln!

Schließlich müssen die Sachen ja auch immer jeweils getrocknet sein, wenn wir zur nächsten Station fahren, was bei dem Wetter glücklicherweise kein Problem darstellt.

Irgendwann sind wir aber doch alle drei wach und angezogen und neugierig auf’s Frühstück in der Jugendherberge, zumindest bei mir ist das ja locker 25 Jahre her.

Frühstück in der Jugendherberge

Hagebuttentee und trockenes Schwarzbrot gehören aber glücklicherweise der Vergangenheit an. Mit der Überarbeitung des gesamten Haus-Konzepts in den letzten Jahren hat auch das Frühstück ein Upgrade bekommen.

Natürlich kann man es nicht mit einem ausgedehnten Sonntagsfrühstück in einem Sterne-Hotel vergleichen, dafür ist ja auch der Preis ein anderer, aber es ist absolut ausreichend und an einem großen Buffett für jeden etwas dabei.

Während wir so gemütlich vor uns hinfrühstücken, werfe ich einen weiteren Blick aus dem Fenster – und traue meinen Augen kaum: Es schüttet in Strömen!

Es regnet, es regnet...

Es regnet, es regnet…

Tatsächlich, R e g e n. Das nasse Zeug, was sonst schon mal regelmäßig vom Himmel fällt, außer halt in den letzten Wochen.
Und jetzt: es regnet und regnet und hört auch den ganzen Tag nicht mehr auf. Davon stand nichts im Wetterbericht.

Glück im Unglück

So wäre der Start für unsere Radtour im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen – natürlich haben wir nichts an Regensachen dabei, denn der Jahrhundertsommer sollte laut Vorhersage ungebrochen andauern.

Glücklicherweise allerdings wollten wir heute zwar unsere Räder bei der Station abholen, diesen Tag aber noch nutzen, um uns erst einmal in Trier ein wenig einzufahren.

Ich hatte mir überlegt, dass es vielleicht ganz gut wäre, den Kindern einen zusätzlichen Tag zu geben, um mal zu sehen, wie wir so zurechtkommen, ohne, dass es direkt darauf ankommt, ein bestimmtes Ziel erreichen zu müssen.

Diese Proberunde lassen wir nun ausfallen, aber was für ein Glück, dass wir diesen Puffer genau an diesem Tag eingebaut hatten!

Wir machen also das beste aus dem verrückten Wetter und: frühstücken weiter und vertrödeln den Vormittag. Nutzen das kostenfreie Wlan der Jugendherberge, Getränke kosten ebenfalls nichts, leihen uns noch gratis Brettspiele an der Rezeption aus und spielen, spielen, spielen.

Da wir uns mittlerweile gemütlich eingerichtet haben und es immer weiter schüttet, buchen wir kurzfristig Mittagessen in der Jugendherberge dazu, sehr praktisch, und bleiben dafür wieder, genau, sitzen. Danach spielen wir weiter… surfen, essen und spielen und von vorne.

Irgendwann ist es Abend, der Regen hört auf, und wir holen die Räder ab. Alles läuft wie am Schnürchen, die Fahrräder sind tiptop in Ordnung und wurden erst in diesem Jahr zum Start der Saison frisch gekauft – das machen die jedes Jahr so, lernen wir.

Das war ein unerwartet entspannter Tag, aber das Hauptziel ist erreicht: Alle drei Räder stehen jetzt brav hier im dafür vorgesehenen Keller der Jugendherberge, die Nutzung ist ebenfalls kostenlos, und wir – spielen noch eine Runde.

Morgen geht’s nun aber wirklich los mit unserer Radtour an der Mosel entlang: Mit der ersten Etappe von Trier nach Leiwen!


Interessiert an Tipps & Tricks, die euch beim Planen eurer eigenen, mehrtägigen Radtour mit Kindern helfen? 

Findet ihr mit einem Klick hier: 
Der Moselradweg – oder: Wie plane ich eine mehrtägige Radtour mit Kindern?

 

Lieber direkt weiter mit dem nächsten Teil unserer Radtour? Dann hier entlang:
Etappe 01: Mit dem Fahrrad von Trier nach Leiwen

Jugendherberge Trier
‚Römerstadt-Jugendherberge‘

An der Jugendherberge 4
54292 Trier
Tel. 0651 146620
trier@diejugendherbergen.de
Webseite der Jugendherbergen: Trier


Radstation im Bahnhof

Bahnhofsplatz 1 – Gleis 11
DE-54292 Trier
Tel. +49 651 148856
radstation@bues-trier.de
Webseite der Radstation

Im Sommer täglich geöffnet, im Winter sonntags geschlossen.


Porta Nigra

Simeonstraße 60
54290 Trier
Telefon 0651 4608965
info@burgen-rlp.de
Webseite der Porta Nigra

Normaler Eintritt: Erw. 4,00€, Kinder (6 – 18 Jahre) 2,50€.
Erlebnisführung für Kinder ab 10 Jahre: Erw. ~14,00€, Kinder (6 – 18 Jahre) ~10,00€.

Ein Multimediaguide für eigene Erkundung kann für 2,00€ ausgeliehen werden, der Download aufs Smartphone ist kostenlos!


Kaiserthermen

Weberbach 41
54290 Trier
Telefon 0651 4362-550
info@burgen-rlp.de
Webseite der Kaiserthermen

Normaler Eintritt: Erw. 4,00€, Kinder (6 – 18 Jahre) 2,50€.
Erlebnisführung für Kinder ab 10 Jahre: Erw. ~14,00€, Kinder (6 – 18 Jahre) ~10,00€.

Es gibt Kombitickets für den vergünstigten Besuch mehrerer Kulturdenkmäler in Trier!


Konstantin-Basilika (heute evangelische Kirche)

Evangelische Kirchengemeinde Trier
Konstantinplatz 10
54290 Trier
Tel. 0651 9949120-0
trier@ekir.de
Webseite der evangelischen Kirchengemeinde

Öffnungszeiten November bis März:
Dienstag bis Samstag 10 – 12 Uhr und 14 – 16 Uhr, Sonntag 13 – 15 Uhr

April bis Oktober:
Montag bis Samstag 10 – 18 Uhr, Sonntag 13 – 18 Uhr