Tag 07: Erst beim Frühstück planen wir den heutigen Tag endlich zu Ende:

Wir haben verschiedene Optionen in Cochem zur Auswahl wie Schifffahrten, Kanu & Kayaks ausprobieren, die Reichsburg anschauen etc., aber heute ist auch unser letzter Tag mit unseren Rädern, und die Entscheidung fällt einstimmig und klar:

Wir wollen noch einmal radeln!

Wahnsinn, dass es den Mädels bei aller Anstrengung und dem krassen Wetter so gut gefallen hat!

Endspurt

Und so kehren wir heute mit dem Zug nach Ediger-Eller zurück. Das ist das nächste Dorf hinter Neef, wo wir gestern unsere Route abgebrochen hatten. Heute vollenden wir also die andere Hälfte unserer gestrigen Etappe, die letzten Kilometer unserer Radtour, doch noch selber mit eigener Muskelkraft.

Ich finde das ehrlich gesagt auch grandios und freue mich riesig, dass die Mädchen (auch noch aus eigenem Antrieb!) so mitziehen und es sich nicht nehmen lassen wollen, zum Finale eigenständig in Cochem einzurollen und unsere Tour quasi ordnungsgemäß abzuschließen.

Wir nehmen also voller Vorfreude den ersten Zug nach 9:00 Uhr, denn ab dann ist es in Rheinland-Pfalz kostenlos, Räder mitzunehmen (und früher sind wir sowieso nicht fertig).

Abenteuer Fahrrad auf dem verlassenen Bahnhof in Ediger-Eller

Auf dem Bahnsteig von Ediger-Eller angekommen, steht dort in uralten Buchstaben groß angeschrieben: „Wanderer-Bahnhof“.

Das stimmt sicher, denn für Radfahrer ist er schon mal nicht gedacht: ewig lange Treppen allüberall mitten in der Wallachei.

Wir schleppen also erstmal unsere Räder vom Bahnsteig, erst hinunter, durch eine Unterführung, dann hinauf auf den anderen Bahnsteig, und dann wieder hinunter. Kein Scherz!

Was für ein Riesenglück wir wieder haben, denke ich mir, während ich – größtenteils natürlich alleine, für die Mädels sind sie zu schwer – schwitzend drei Räder hin- und herschleppe. Was für ein Riesenglück, dass wir ausgerechnet heute unser gesamtes Gepäck, das wir ja sonst immer dabei haben, in der Jugendherberge lassen konnten! Gestern haben wir ja ein wenig gepfuscht und waren so bereits vorab am heutigen Ziel des Tages angekommen.

Heute haben wir so nur das Nötigste dabei: Wasserflaschen und ein wenig Proviant, und ich bin heilfroh darüber.

Und dann stehen wir endlich wieder bzw. doch noch einmal unter einem Moselradweg-Schild:

Der Moselradweg - wenn man das grüne Schild mit dem 'M' sieht, ist man richtig!

Der Moselradweg – wenn man das grüne Schild mit dem ‚M‘ sieht, ist man richtig!

Auf ein Neues! Und – auf ein Letztes.

Und es lohnt sich. Der Weg ist wirklich richtig schön, meistens direkt am Fluss entlang und meistens auf eigener Spur fernab der Autos.

Heute fahren wir am linken Ufer entlang, hier kommt auf diesem Stück kaum ein Dorf und wir radeln und radeln und radeln.

Mitten auf der Strecke sehen wir am anderen Ufer das wohl schönste Mosel-Dorf von allen, Beilstein:

Beilstein an der Mosel.

Beilstein an der Mosel.

Auf kleinem Fleck zwischen Weinbergen ein mittelalterliches Haus neben dem anderen, dahinter ein Klosterbau und daneben/darüber auf einer Anhöhe eine Burgruine, sonst nichts.

Man kann mit der Fähre übersetzen, aber uns wird es doch langsam warm, und so schauen wir bei einer unserer unzähligen Trinkpausen nur rüber und treten dann wieder in die Pedale.

Und schließlich, bevor wir wissen, was uns geschieht, radeln wir in Cochem ein. Zufällig kommen wir wieder am gestrigen Italiener vorbei, und die Frage auf Wiederholung, denn natürlich haben wir schon wieder Hunger, trifft auf große Begeisterung bei den Mädels.

Also genießen wir noch einmal eine der besten italienischen Mahlzeiten, die wir je hatten, und dann geht es im Endspurt auf unseren Rädern ein letztes Mal zur Jugendherberge.

Ein letztes Mal Räder anschließen, ein letztes Mal aus verschwitzten Radklamotten schälen und ein letztes Mal auslosen, wer zuerst duschen darf.

Geschafft!

Von Trier bis Cochem zu dritt mit eigener Muskelkraft, inklusive unseres gesamten Gepäcks. Wohoo!

Den restlichen Nachmittag halten wir nur die Hitze aus, chillen wohlverdient und planen den nächsten Tag.

Wie heiß ist zu heiß?

Morgen in Koblenz sollen es 36° werden.

Ich hatte aufgrund der Hitze für nachmittags statt Sehenswürdigkeiten tatsächlich Kino angedacht, aber das große Kino der Stadt liegt weit außerhalb und die Recherche ergibt nicht, dass es auch nur einigermaßen gut mit den Öffentlichen erreichbar wäre (?), und das zweite, kleine Kino mitten in der Stadt hat wohl keine Klimaanlage – und das ist doch das Hauptmotiv meines Kinoplans.

Ich überlege kurz mit den Mädels, aufgrund der Temperaturen das erste Mal einen unserer Trips vorzeitig abzubrechen, Koblenz zu canceln und direkt nach Hause zu fahren.

Nach einigem Abwägen aber ist klar: Wir ziehen durch.

Also dann: Morgen geht es weiter nach Koblenz!


Interessiert an Tipps & Tricks, die euch beim Planen eurer eigenen, mehrtägigen Radtour mit Kindern helfen? 

Findet ihr mit einem Klick hier: 
Der Moselradweg – oder: Wie plane ich eine mehrtägige Radtour mit Kindern?

 

Lieber direkt weiter mit dem nächsten Teil unserer Radtour? Dann hier entlang:
Etappe 05: Von Cochem nach Koblenz zur Festung Ehrenbreitstein