Ob der Markusdom, der Campanile, der Dogenpalast, die Säule mit dem Markuslöwen, die Hauptanlegestelle der Gondeln oder die Tauben: All das findet man an dem einen Platz, um den sich alles hier dreht: auf dem berühmten Markusplatz von Venedig, der ‚Piazza San Marco‘.

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Vom Bahnhof ‚Santa Lucia‘ aus erreicht man ihn entweder zu Fuss querdurch oder mit dem Vaporetto, dem Wasserbus, den Canale Grande hinab, der sich in einem großen S dorthin schlängelt.

Mit der Linie 1 schippert man gemütlich von Station zu Station und hat oft Gelegenheit, aus- oder zuzusteigen und die Palazzi zu bewundern. Die Linie 2 fährt dieselbe Route, lässt aber einige Stationen aus, falls man schneller ans Ziel kommen möchte.

Die ‚Ponte di Rialto‘, die Rialto-Brücke

So oder so fährt man dabei etwa nach gut der halben Strecke unter der berühmten Rialto-Brücke hindurch. Das Besondere an ihr ist zum einen die kunstvolle Verzierung mit Überdachung und zum anderen die Tatsache, das direkt auf ihr Geschäfte untergebracht sind.

Zusammen mit den unzähligen Menschen, die ständig auf ihr auf der linken oder der rechten Seite oder mittendurch von der einen Seite des Ufers zum anderen hin- und herlaufen wollen, ergibt das allerdings unvermeidliches Chaos.

Der 'Ponte die Rialto', die Rialtobrücke in Venedig.

Der ‚Ponte die Rialto‘, die Rialtobrücke in Venedig.

Natürlich sind die Geschäfte im Mittelgang darauf überteuert und verkaufen hauptsächlich Touristen-Nepp, aber ja, auch wir haben einmal über die ‚Ponte di Rialto‘ den Canale Grande überquert. Schon schön, aber letzten Endes ist es eben auch nur eine Brücke. Und zwar eine volle.

Die ‚Piazza San Marco‘, der Markusplatz

Schließlich erreicht man das Viertel San Marco und damit unweigerlich den Markusplatz. Er ist komplett eingefasst von einem beeindruckenden Gebäude-Ensemble, das Museen, die Nationalbibliothek und natürlich unzählige Cafés enthält, und wird am Ende vom Markusdom und dem Campanile, dem Glockenturm, abgeschlossen.

Rückwärtige Ansicht auf Kunstgalerien, Museen und Banken, deren wunderschöne barocke Gebäude den Markusplatz säumen.

Rückwärtige Ansicht auf Kunstgalerien, Museen und Banken, deren wunderschöne barocke Gebäude den Markusplatz säumen.

Auf den Boden oder auf die Stufen setzen darf man sich hier übrigens nicht, es kommt direkt jemand, der einen strengen Blickes auffordert, aufzustehen und weiterzugehen.

Auch die berühmten Tauben auf dem Markusplatz darf man bereits seit Jahren nicht mehr füttern, weil sie sich zu einer wahren Plage entwickelt hatten.

Sicht auf das andere Ende des Markusplatzes: Auf den Markusdom, an dem man rechts vorbei zu den Gondeln abbiegen kann.

Sicht auf das andere Ende des Markusplatzes: Auf den Markusdom, an dem man rechts vorbei zu den Gondeln abbiegen kann.

Natürlich wird die Piazza San Marco kommerziell ausgeschlachtet, da braucht man sich gar nichts vorzumachen. Ein Espresso für um die 10,00€ oder mehr? Nicht ungewöhnlich. Es kommt auch darauf an, ob man ihn im Stehen ‚al banco‘ an der Theke trinkt wie die Italiener, oder sich hinsetzt. Gerne wird auch die Musik der anwesenden Kapelle hinzugerechnet. Man zahlt eben für das gesamte Arrangement.

Aber was sollen sie auch machen, die Venezianer. Es fällt mir schwer vorstellen, wie es sein muss, in einer derartig schönen, besonderen, außergewöhnlichen und einmaligen Stadt zu leben und jeden, wirklich jeden einzelnen Tag von wahren Horden an Besuchern überrannt zu werden, x-mal so viele an der Zahl wie die tatsächlichen Bewohner.

Die ‚Basilika di San Marco‘, der Markusdom

Der imposante Markusdom ist eine bald 1000 Jahre alte, pompöse Kathedrale, die über viele Jahrhunderte hinweg immer weiter ausgebaut wurde und so auch durch die unterschiedlichen Einflüsse verschiedener Baustile beeinflusst wurde, schließlich war Venedig eine bedeutende Seemacht und betrieb regen Handel und dadurch Austausch mit anderen Kulturen.

Der Markusdom, die 'Basilika di San Marco', rechts daneben ein Stück des alles überragenden Campaniles.

Der Markusdom, die ‚Basilika di San Marco‘, rechts daneben ein Stück des alles überragenden Campaniles.

Der Eintritt in den Dom ist an sich kostenlos, allerdings ist es je nach Saison und Uhrzeit empfehlenswert, für 3,00€ ein Ticket vorab online zu erwerben, um bevorzugten Einlass zu erhalten und nicht bis zu mehrere Stunden draußen in der Schlange ausharren zu müssen. Die Besichtigung des Altarbilds und der Schatzkammer der Basilika sowie der Aufstieg zur Terrasse kosten noch einmal ein paar Euro extra, die man drinnen bezahlen kann.

Es gilt eine strenge Kleiderordnung (Schultern und Knie bedeckt) und absolutes Fotografierverbot.

Durch das unaufhaltsame Absinken des Untergrunds, immerhin befinden wir uns auf einer mittelalterlichen Stadt auf Holzpfählen in einer Lagune, ist der Fussboden teilweise wellig, und man muss vom Markusplatz aus mittlerweile sogar ein paar Stufen abwärts gehen, um die Kathedrale überhaupt zu betreten.

Der ‚Campanile di San Marco‘, der Glockenturm von San Marco

Der ursprüngliche Markusturm stürzte 1902 bei Bauarbeiten ein (und verschonte dabei zum Glück den Markusdom).

Gar nicht so einfach, den Campanile auf ein Foto zu bekommen!

Gar nicht so einfach, den Campanile auf ein Foto zu bekommen!

Es wurde dann entschieden, ihn genau so, wie er war – nur eben stabiler -, wieder aufzubauen. Heute hat er sogar einen Aufzug, mit dem man ohne Anstrengung bis ganz nach oben auf die Aussichtsplattform fahren kann.

Manchmal stehen überhaupt keine Menschen davor an, manchmal eine lange Schlange. Das wechselt wohl immer wieder nach unplanbaren Kriterien. Wer auf Nummer sicher gehen will, kauft Tickets online im Voraus, dann allerdings mit fester Zeitangabe, wann man da sein muss.

Der ‚Palazzo Ducale‘, der Dogenpalast

Geht man zwischen dem Markusdom und dem Campanile hindurch, so gelangt man an das Ufer der Lagune mit den vielen Gondeln, und vor allem: Vor den Dogenpalast, den man auch besichtigen kann. Auch hier lohnt sich je nach Saison und Uhrzeit, die Tickets vorab online zu kaufen. Es gibt auch Kombi-Tickets mit anderen Sehenswürdigkeiten, je nach Interesse kann das lohnend sein.

Der Palast selber zeigt eine schier unglaubliche Pracht und Kunstwerke aus vielen Jahrhunderten, eine Vielzahl an gigantischen Sälen, hohe, wunderschön verzierte Decken, und ist einfach ein faszinierendes Bauwerk. Den Audioguide mitzunehmen ist empfehlenswert.

Über die Seufzerbrücke gelangt man bis in das ehemalige Gefängnis und erlebt so sowohl den Prunk und Protz und unermesslichen Reichtum der Seemacht Venedig als auch deren Kehrseite.

Vor den Toren des Dogenpalastes kann man sich zu guter Letzt noch die beiden markanten Säulen anschauen, die für alle, die vom Meer kommen, damit quasi den Eingang der Stadt markieren: Die eine Säule mit dem heiligen Theodorus, die andere mit dem berühmten Markuslöwen.

Als Abschluss ein Blick auf 'Dorsoduro', das Nachbarviertel von San Marco, von einem Vaporetto aus. Was für eine Stadt!

Als Abschluss ein Blick auf ‚Dorsoduro‘, das Nachbarviertel von San Marco, von einem Vaporetto aus. Was für eine Stadt!


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