Das Wahrzeichen der ‚Stadt der Mode‘ ist natürlich der Mailänder Dom, mitten im historischen Zentrum der lombardischen Hauptstadt.

Die beeindruckende Kathedrale aus dem 14. Jahrhundert ist komplett mit Marmor verkleidet, was ihr, gemeinsam mit der kaum zu erfassenden Anzahl an reich verzierten und verschnörkelten Türmchen, Skulpturen und Ornamenten, ein einzigartiges Erscheinungsbild verleiht. Flächenmäßig ist ‚Il duomo di Milano‘ sogar die drittgrößte Kirche der Welt.

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Für nur drei Euro pro Erwachsener kann man die Kirche, die Krypta und das zugehörige Museum besichtigen. Mit Erwerb eines weiteren Tickets aber kann man sogar bis auf das Dach des Duomo gelangen, die Aussicht über Mailand und bei schönem Wetter sogar bis zu den Alpen genießen und der beeindruckenden Architektur ganz nah sein. Das Ganze wahlweise per Treppe über 200 Stufen (günstiger) oder per Aufzug (teurer, na sowas). Vorab kann man online Kombi-Tickets erwerben, die dann bis Ende des Jahres einlösbar sind.

Auf der ‚Piazza del Duomo‘

Wir erreichen Mailands zentralen, großen Platz vor dem Dom an diesem recht diesigen Herbsttag mit der Linie 16, der wunderbar nostalgischen Tram von Mailand. Die Straßenbahnen halten direkt an den Seitenstraßen, die gesamte Fläche selber ist verkehrsfrei. Die Metro-Linien 1 und 3 kreuzen allerdings unterirdisch darunter und sind durch Zugänge von hier aus erreichbar.

Die 'Piazza del Duomo', der Domvorplatz, mit Aussicht auf den Mailänder Dom und einen Eingang der Galleria Vittorio Emanuele II.

Die ‚Piazza del Duomo‘, der Domvorplatz, mit Aussicht auf den Mailänder Dom und einen Eingang der Galleria Vittorio Emanuele II.

Auf dem Platz ist ganz schön was los, und wir rätseln eine Weile, ob es mehr Menschen oder doch mehr Tauben gibt, wobei letztere wie auf ein unsichtbares Kommando hin regelmäßig in einem einzigen, beeindruckenden Schwarm aufsteigen und über die Köpfe der Passanten hinwegsegeln.

 

Neben dem Eingang der Einkaufsgalerie steht auf dem ziemlich großen Domvorplatz ein - mit Tauben übersätes - Reiterstandbild des namensgebenden damaligen italienischen Königs Vittorio Emanuele II.

Neben dem Eingang der Einkaufsgalerie steht auf dem ziemlich großen Domvorplatz ein – mit Tauben übersätes – Reiterstandbild des namensgebenden damaligen italienischen Königs Vittorio Emanuele II.

Ich konnte im Vorfeld schlecht einschätzen, wie unser erster Tag hier in Italien nach der Anreise mit dem Nachtzug und dem Besuch des Cenacolos laufen wird, also hatte ich mich dagegen entschieden, von zuhause aus bereits online Tickets für den Dom oder den Aufstieg auf sein Dach zu besorgen.

Vorausplanung vs. Spontaneität

Gerade mit den Kindern reisend bietet es oft viele Vorteile, Karten vorab zu kaufen: Man muss sich meist nicht mehr oder kaum noch anstellen, und oft gibt es gesonderte, schnellere Eingänge oder man hat eine feste Zeitzusage. Auf der anderen Seite steht natürlich die Freiheit, seinen Tag frei planen zu können, ohne festgelegt zu sein und dafür die Möglichkeit zu haben, Pläne auch mal spontan ändern zu können. Letzten Endes muss man wohl immer den Einzelfall abwägen.

Hier war die Entscheidung, abzuwarten, wohl ganz gut, denn obwohl ich liebend gerne auf dem Dach des Doms herumspaziert wäre, finden die Mädels das spontan gar nicht so besonders spannend. Sie reizt vielmehr die berühmte und zugegebenermaßen imposante Einkaufsgalerie ‚Vittorio Emanuele II‘ nebenan. Na dann, schauen wir uns halt das an!

Und wow! Die Galeria ist wirklich ausgesprochen beeindruckend, einfach nur wunderschön, hier hindurchzulaufen!

In dieser wunderbaren Galerie...

In dieser wunderbaren Galerie…

... ist an Geschäften wirklich alles vertreten, ...

… ist an Geschäften wirklich alles vertreten, …

... was Rang und Namen hat.

… was Rang und Namen hat.

Die ganze Passage ist so über und über mit Stuck, Fresken und Marmor verziert, dass einem schwindelig wird. Und ich frage mich, wer steht morgens auf und denkt sich, sowas baue ich jetzt? Und warum denkt sich niemand in Köln mal sowas aus?

Die ‚Galleria Vittorio Emanuele II‘

Der Gebäudekomplex wurde im 19. Jahrhundert zu Ehren des damaligen italienischen Königs Vittorio Emanuele II erbaut und nach ihm benannt. Damals war Italien frisch zu einem Königreich vereint worden.

In der Mitte der Galerie kreuzen sich beide Gänge unter einer fast 50m hohen Kuppel in einem achteckigen Platz, dessen Boden komplett aus Mosaiken besteht. Sie stellen die Wappen der vier Städte Rom, Florenz, Turin und Mailand dar und symbolisieren so die damalige Einigung Italiens.

Zur Abwechslung mal nach unten gucken lohnt auch: Der Boden ist über und über mit Mosaiken verziert.

Zur Abwechslung mal nach unten gucken lohnt auch: Der Boden ist über und über mit Mosaiken verziert.

In den prestigeträchtigen Verkaufsräumen der Bogengänge hat sich das Who is Who der italienischen Modeszene einquartiert:

Prada und Versace, Armani und Gucci, daneben hochwertige Lederwaren- und Hutgeschäfte, Koffer- und Schuhgeschäfte, Herrenausstatter und Juweliere sowie Läden mit Accessoires und Beauty-Produkten, alles vom Feinsten.

Vor den Eingängen stehen nun auch hier die wohl unvermeidlichen Betonsperren (vermutlich wegen der Terroranschläge) – aber selbst die sind glänzend Gold angesprüht!

Aus einem Seitenausgang der Galleria hinausgegangen...

Aus einem Seitenausgang der Galleria hinausgegangen…

... ein Blick zurück hinein.

… ein Blick zurück hinein.

Wir flanieren einmal durch die ganze Galerie und gehen an einem Ausgang wieder hinaus. Soviel Staunen macht hungrig, und so legen wir eine Pause ein, um zu Mittag zu essen.

Wenn ich mit den Mädchen in einer Stadt unterwegs bin und wir uns nicht bei längeren Aufenthalten sowieso selbst versorgen, recherchiere ich gerne vorab ein paar Optionen für gutes und günstiges Essen, um unvermeidbarem Stress vorzubeugen.

Wo gut essen im Zentrum Mailands?

Mailand stellte uns damit aber vor ein Problem: Denn in der Nähe des Duomo, wo wir uns heute voraussichtlich und dann auch tatsächlich etwa zur Mittagszeit befinden, habe ich, typisch Touristenmeile, einfach nichts einigermaßen authentisches und regionales gefunden, was bezahlbar wäre und gleichzeitig gute Bewertungen und vor allem: Sonntagmittags geöffnet hat, denn fast alle Restaurants hier sind anscheinend zu dieser Zeit geschlossen. Das macht es schwierig für uns, denn wir befinden uns nun einmal genau zu diesem Zeitpunkt in Mailand.

Und so sind wir erst etwas ziellos und dann – sehr hungrig. Das ist immer eine schlechte Kombination bei uns dreien, und so stolpern wir irgendwann ziemlich hoffnungslos, leicht gereizt und rein zufällig am Ladenfenster von ‚Di Gennaro‘ vorbei. Ein Blick auf den Steinbackofen, das sieht schon einmal gut aus, und dann ein Blick auf die Karte: erstaunlich akzeptable Preise für diese Gegend. Das Ristorante liegt zwar nicht direkt am Duomo, aber doch sehr nah dran. Mit dem Mut der Verzweiflung rein und – belohnt!

Wenig später sitzen wir glücklich inmitten vieler italienischer Grossfamilien und mit nur ganz wenigen anderen Touristen an Tischen unter Wänden, die gepflastert sind mit Michael-Schumacher-Fotos und Ferrari allüberall, und haben dank unseres mutig radebrechten Italienisch bei kaum englisch sprechenden Kellnern bald ausgezeichnete Pizza und exzellente Gnocchi vor uns stehen. Himmlisch!

Später lese ich bei tripadvisor nach, dass auch dieses Ristorante viele durchmischte Bewertungen hat – wir waren wirklich ausgesprochen zufrieden.

Gestärkt schlendern wir nach dem guten Essen wenig später noch einmal staunend durch die pompösen, von Glasdächern überspannten, mehrere Stockwerke hohen Gänge der wunderschönen Galleria Vittorio Emanuele II.

Noch einmal durch die Passage

Jetzt haben wir auch Muße, die Details genauer in Augenschein nehmen, wirklich ein tolles Gebäude!

So pompös! So beeindruckend!

So pompös! So beeindruckend!

So riesengroß!

So riesengroß!

Jedes einzelne Detail....

Jedes einzelne Detail….

... der Galleria Vittorio Emanuele II...

… der Galleria Vittorio Emanuele II…

... ist faszinierend!

… ist faszinierend!

Schließlich wird es Zeit, zum Bahnhof Milano Centrale zurückzukehren, und so besteigen wir die Metro M3, die praktischerweise eine direkte Verbindung quasi von Haustür zu Haustür liefert. Ein wenig wehmütig schaue ich noch dem Dom hinterher, ich wäre schon gerne auf das Dach hoch und hätte mir die Architektur mal aus der Nähe angesehen. Ich frage noch einmal nach, aber wirklich niemand möchte heute mit mir auf das Dach des Mailänder Doms steigen. So ein Mist. Wobei, bei dem Wetter hätte man vermutlich eh nicht weit gucken können. Und zu dritt unterwegs, und vor allem mit Kindern unterwegs, muss man eben auch Kompromisse schließen. Vielleicht ein andermal!

Für uns aber heißt es nun erst mal schon wieder Abschied nehmen von Mailand: Es geht weiter mit dem Frecciarossa, einem Schnellzug der italienischen Zuggesellschaft Trenitalia, nach Osten, Richtung Gardasee!


Duomo di Milano & Galleria Vittorio Emanuele II. Anfahrt

Metro: M1, M3
Straßenbahn: 2, 4, 12, 14, 15, 16, 19

Duomo di Milano Tickets

Dom: Erw. 3€, Kinder (bis 12 Jahre) 2€, unter 6 Jahre kostenlos.
Dach zu Fuss: Erw. 9€, Kinder (bis 12 Jahre) 4,50€, unter 6 Jahre kostenlos
Dach mit dem Lift: Erw. 13€, Kinder (bis 12 Jahre) 7€, unter 6 Jahre kostenlos

Es gibt Kombipässe!

Duomo di Milano Öffnungszeiten

Täglich von 8:00 Uhr – 19:00 Uhr, Terrasse/Dach des Doms von 10:00 bis 17:00 Uhr. Vgl. https://www.duomomilano.it, englische Version vorhanden


Öffentliche Verkehrsmittel in Mailand

Webseite ATM, englische Version vorhanden


Essen in Mailand

Di Gennaro Ristorante Pizzeria, Via Santa Radegonda 14, 20121 Mailand