Wir verbringen etwas Zeit fern von zuhause in der Nähe von Freiburg im Schwarzwald. Dabei stellen wir fest, dass es von dort selbst mit dem Regionalexpress kaum eine Stunde Fahrt bis Basel ist. In der Schweiz waren wir noch nicht, also nichts wie los!

Unser Ziel des heutigen Tages: Basel in der Schweiz.

Unser Ziel des heutigen Tages: Basel in der Schweiz.

Blick vom 'Kleinbasler' auf das 'Großbasler' Ufer, inklusive dem Wahrzeichen der Stadt: dem Basler Münster.

Blick vom ‚Kleinbasler‘ auf das ‚Großbasler‘ Ufer, inklusive dem Wahrzeichen der Stadt: dem Basler Münster.

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Umsonst in die Schweiz

Als Übernachtungsgäste im Schwarzwald haben wir bei Ankunft von unserem Gastgeber die „KONUS-Card“ erhalten. In mehr als 11.000 teilnehmenden Unterkünften in diesem Gebiet werden diese Karten an alle Gäste einfach so verteilt, also lohnt es sich durchaus, auf dieses Angebot zu achten, wenn man ein paar Tage in dieser Region verbringen möchte.

Mit dieser Karte gibt es viele Vergünstigungen bei Attraktionen in der ganzen Gegend und vor allem: Man kann völlig kostenlos mit Bus und Bahn (außer ICE, IC und EC) fahren, eine super Sache! Sie gilt sogar bis über die Grenze zur Schweiz – dort allerdings nur bis zum ersten Bahnhof, dem „Badischen Bahnhof“ in Basel, dann ist Schluß. Aber das reicht uns!

Morgens nach dem Frühstück packen wir also unseren Rucksack (und natürlich die KONUS-Card) ein und starten vom Freiburger Bahnhof Richtung Süden. Personalausweis oder Reisepass muss auch mit, denn wir verlassen ja die EU und in den Zügen gibt es auch immer wieder Kontrollen der Grenzbeamten.

Ähnlich und doch anders

In Basel versorgen wir uns erst einmal mit etwas Bargeld, denn hier gibt es logischerweise keinen Euro, sondern Schweizer Franken, und die Kinder staunen über die unbekannten schönen, bunten Geldscheine.

Dann machen wir uns zu Fuss auf Richtung Rhein, und die Kinder staunen schon wieder: „Wie, den gibt’s nicht nur in Köln?!“

Als wir am Ufer angekommen sind, staune auch ich: Tatsächlich sieht er hier ganz anders aus, „unser“ Rhein: hell und flaschengrün, beinahe türkis, wenn die Sonne draufscheint, gar nicht so dreckig-braun wie bei uns zuhause. Und auch die Breite ist noch ganz überschaubar, ein mächtiger Strom wie in Köln ist das noch nicht.

Am Rheinufer in Basel: Blick nach links...

Am Rheinufer in Basel: Blick nach links…

... Blick geradeaus auf das "Großbasler Ufer"...

… Blick geradeaus auf das „Großbasler Ufer“…

... und Blick nach rechts.

… und Blick nach rechts.

Kein Wunder: von seiner Quelle durch den Bodensee bis hierher hat er gerade einmal erst um die 350 Kilometer zurückgelegt, „älter“ ist er hier noch nicht.

Über den Rhein

Natürlich führen auch in Basel zahlreiche Brücken über den Fluss, aber wir haben eine ausgefallenere Möglichkeit des Überquerens auf dem Plan:

R(h)ein zufällig (also, denken die Kinder jedenfalls – ich habe vorher auf die Karte geguckt, wo wir am besten lang müssen, um hier herauszukommen) haben wir genau an der Stelle das Ufer erreicht, an dem die ‚Klingenthal‘-Fähre namens „Vogel Gryff“ ablegt.

Das ist eine von vier urtümlichen, nostalgischen Fähren, die den Rhein hier in Basel ohne jeglichen Antrieb, nur durch genaue Anpassung der Blätter an die Strömung, überqueren. Sprich: Es gibt keinen Motor!

So etwas haben wir noch nicht gesehen. Das wollen wir natürlich ausprobieren!

Keine Fähre weit und breit, was tun?

Keine Fähre? Kein Problem: Wir läuten fix die Glocke, wie es die Leute schon seit Ewigkeiten tun, damit die Fähre, die gerade am anderen Ufer „parkt“, herüberkommt zu uns.

Einmal klingeln, bitte! Schon kommt die Fähre angefahren, nur für uns.

Einmal klingeln, bitte! Schon kommt die Fähre angefahren, nur für uns.

An Bord der 'Klingenthal'. Die Fähren sind ganz aus Holz, total gemütlich und urig.

An Bord der ‚Klingenthal‘. Die Fähren sind ganz aus Holz, total gemütlich und urig.

Wir bezahlen, gehen an Bord, und lassen uns von dem netten ‚Fäärimaa‘, so heißen die Fährmänner auf schwyzerdütsch, übersetzen.

Ganz ohne Motorkraft oder manuelle Kraft – faszinierend! Und sehr, sehr ruhig.

Von Kleinbasel nach Großbasel und zurück

Auf der ‚Großbasler Seite‘ angekommen, drehen wir eine Runde durch die ausgesprochen hübsche und ziemlich hügelige Basler Altstadt und essen in einem echtem Basler ‚Beiz‘, das ist eine Gaststätte, hervorragendes, überbackenes Rösti (was sonst!), bevor wir am Basler Münster vorbei wieder zum Rheinufer zurückkehren.

Mit der 'Leu', einer anderen der vier Basler Fähren, geht es zurück ans 'Kleinbasler Ufer'.

Mit der ‚Leu‘, einer anderen der vier Basler Fähren, geht es zurück ans ‚Kleinbasler Ufer‘.

So klein und unscheinbar sieht die Ablegestelle der Münster-Fähre 'Leu' auf der Großbasler Seite aus - funktioniert aber bestens seit Jahrhunderten!

So klein und unscheinbar sieht die Ablegestelle der Münster-Fähre ‚Leu‘ auf der Großbasler Seite aus – funktioniert aber bestens seit Jahrhunderten!

Dort nehmen wir nun eine andere Fähre, die ‚Leu‘, zurück auf die Kleinbasler Seite.

Das Beste kommt zum Schluß

Das Highlight schlechthin ist für die Mädchen am Ende der Fährfahrt aber – neben dem netten und lustigen Fäärimaa, der das Boot steuert – der bunte Hochglanz-Pappbogen mit ausstanzbaren Vorlagen, um sich selber den ‚Leu‘ und den ‚Vogel Gryff‘ zusammenzubauen, den man für wenige Franken auf der Fähre erwerben kann.

So etwas gab es in meiner Kindheit oft, aber für meine Kinder habe ich solche Bastelbögen irgendwie nicht oft gefunden. Um so größer die Freude, denn so etwas ist natürlich eine tolle Sache, vor allem, wenn man genau auf diesen Fähre ja selber gefahren ist!

Bastelbogen für die Basler Fähren "Leu" und "Vogel Gryff" - für die eigenen Fähren für zuhause.

Bastelbogen für die Basler Fähren „Leu“ und „Vogel Gryff“ – für die eigenen Fähren für zuhause.

Daumen hoch also von uns für die Fäärimaa von Basel, und eine absolute Empfehlung, einmal mit ihnen überzusetzen.

Mit dem Bastelbogen fest in der Hand besuchen wir nun auf der Kleinbasler Seite noch das ungewöhnliche Museum des Jean Tinguely, der aus Schrott Kunstwerke herstellte, und das sogar ziemlich erfolgreich.

Von dort laufen wir zurück zum Badischen Bahnhof, von wo aus wir dann doch etwas müde, aber glücklich und voller neuer Eindrücke und Erlebnisse mit dem Zug zurück Richtung Freiburg fahren – natürlich wieder umsonst, versteht sich!


Die Fähren in Basel

Was für eine tolle Sache! Die urtümlichen Fähren in Basel haben es uns wirklich angetan.

Es gibt vier Stück davon, flussaufwärts der Reihe nach sind das:

  • die nördlichste ist die St.-Johann-Fähre „Ueli“
  • darauf folgt die Klingenthal-Fähre „Vogel Gryff“ (mit der wir auf die Großbasler Seite übergesetzt sind)
  • die nächste ist die Münster-Fähre „Leu“ (mit der wir zurück auf die Kleinbasler Seite gefahren sind)
  • und die östlichste schließlich (der Rhein macht hier einen Knick von Norden nach Osten, deshalb) ist die St. Alban-Fähre „Wild Maa“

Die Fähren wurden im 19. Jahrhundert von einem Basler Kunstverein eingerichtet, eigentlich zu dem Zwecke, damit genug Geld für den Bau einer Kunsthalle zu erwirtschaften (kleiner Tipp: sie hatten Erfolg).

Erwachsene zahlen CHF 1,60. Für Kinder, Hunde, Fahrräder, Kinderwagen fallen CHF 0,80 an. In Euro ist das ungefähr derselbe Betrag, etwas weniger.

Mehr Infos unter www.faehri.ch.


‚KONUS-Card‘ im Schwarzwald

In mehr als 145 Schwarzwälder Ferienorten erhalten Übernachtungsgäste bei gut 11.000 Gastgebern diese Touristenkarte mit vielen Vergünstigungen und kostenloser Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs umsonst bei ihrer Ankunft.

Mehr Infos unter schwarzwald-tourismus.info.