Mit beinahe 40 Museen verfügt Basel über ein durchaus beeindruckendes und vielfältiges Kunst- und Kulturangebot.

Die Stadt besitzt eines der ältesten Kunstmuseen der Welt und generell eine außerordentlich interessierte Bürgerschaft, die z.B. einmal zusammen sparte, um zwei Bilder von Picasso zu erwerben. Der fand das so beeindruckend, dass er ihnen vier weitere schenkte.

Auf den Spuren des Jean Tinguely

Einer so inspirierende Umgebung brachte natürlich auch einige Künstler hervor oder zog sie an: Maler, Zeichner, Schriftsteller, Dichter und Architekten, so auch den Schweizer Bildhauer Jean Tinguely, der in der Stadt aufwuchs.

Ein Großteil seiner Werke ist heute in dem nach ihm benannten ‚Museum Tinguely‘ hier auf der Basler Kleinseite in der Nähe des Rheinufers inmitten eines Parks ausgestellt, und dorthin begeben wir uns jetzt.

Wir sind ziemlich gespannt, denn die Arbeiten des Jean Tinguely sind zumindest… ungewöhnlich.

Ein alter Doppeldecker auf dem Kopf an der Decke montiert - okay...

Ein alter Doppeldecker auf dem Kopf an der Decke montiert – okay…

Als Bildhauer schuf er natürlich hauptsächlich Skulpturen (wobei er auch gerne und viel zeichnete), die aber größtenteils beweglich sind und Maschinen ähneln.

Zur Gaudi der Mädchen sind diese Werke auch durch die Besucher des Museums bedienbar, und natürlich probieren wir sie mit Begeisterung aus!

Alles ist in Bewegung - wenn man die Maschine startet.

Alles ist in Bewegung – wenn man die Maschine startet.

Auch wenn sich uns der Sinn seiner Werke nicht immer unbedingt erschließt, sind sie auf jeden Fall eins: Interessant!

Das ist... irgendwie schön. Aber was ist das?

Das ist… irgendwie schön. Aber was ist das?

Und so sind wir eine ganze Zeit lang schwer damit beschäftigt, uns im Museum umzuschauen und herauszufinden, was alles beweglich ist.

Der Weg ist das Ziel

Anfangs begann er mit Draht zu experimentieren, dann nahm er Blech und andere Materialien hinzu, probierte sich auch mit Wasser und schließlich mit Licht aus und baute schlußendlich „Fundstücke“ in seine Arbeiten mit ein – man könnte auch sagen: Schrott.

Ein Blick in einen Ausstellungsraum.

Ein Blick in einen Ausstellungsraum.

Damit wurde er ein international angesehener Künstler, dessen Werke z.B. auf diversen ‚documenta’s in Hannover oder auch im New Yorker MoMA, dem ‚Museum of Modern Art‘, ausgestellt wurden. Er war Teilnehmer vieler Ausstellungen von Amsterdam über Paris bis nach Moskau und gewann einige Preise.

Verheiratet war er übrigens mit Niki de Saint Phalle, der Künstlerin, die die bekannten ‚Nanas‘, bunte Frauenstatuen mit betont üppigen und runden Formen, geschaffen hat. Auch hier im Park vor dem Museum Tinguely steht eine davon.

Noch ein letztes Kunstwerk drinnen, und auch draußen stehen noch Installationen des Monsieur Tinguely.

Noch ein letztes Kunstwerk drinnen, und auch draußen stehen noch Installationen.

Zum Abschluss des Rundgangs im Museum Tinguely lohnt es sich auf jeden Fall noch, einen Blick in den Museumsshop zu werfen.

Hier gibt es eine große Auswahl an Bildern und Zeichnungen, entweder von Tinguely selbst angefertigte oder solche, die thematisch in sein Universum passen, anzuschauen und natürlich auch, wenn man möchte, als schöne Erinnerungen oder Mitbringsel zu erwerben.

Der Museumsshop ist sehr zu empfehlen, um noch ein wenig herumzustöbern.

Der Museumsshop ist sehr zu empfehlen, um noch ein wenig herumzustöbern.

Eine lustige Sache, die Welt des Monsieur Tinguely.

Eigensinnig und ungewöhnlich, ziemlich kurzweilig und mitunter auch richtig lustig, und wir fanden es sehr schön, einen Einblick erhalten zu haben.


Museum Tinguely

Paul Sacher-Anlage 1, Basel.

Dienstags bis sonntags 11:00 – 18:00 Uhr.

Eintritt: 18 CHF (in Euro ist das ungefähr derselbe Betrag, etwas weniger). Kinder bis 16 Jahren sind umsonst.