Nach einer Dreiviertelstunde gemütlichen Tuckerns mit dem Kanalboot hierher sind wir nun neugierig herauszufinden, was sich hinter dem Camden Lock Market verbirgt. Direkt hinter dem Anleger geht es um eine Ecke und schon stehen wir mittendrin.

Und dieser Ort ist einfach… wow!!!

So viel Essen, eine unüberschaubare Masse an provisorischen, selbstgebastelten Street-Food-Ständen, alles zum Probieren, überall Menschen, Geschäfte und Lädchen mit Krimskrams ohne Ende, einfach riesenriesengross! Wir haben gegessen und gegessen und geguckt und gestaunt, Klamotten, Schuhe, Zeug, Leute – crazy!

Ein Labyrinth aus Essenständen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei, die Auswahl schier unendlich. Dilemma: man ist immer zu früh satt!

Ein Labyrinth aus Essenständen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei, die Auswahl schier unendlich. Dilemma: man ist immer zu früh satt!

Es gefällt uns so gut, dass alle weiteren Pläne für heute spontan hinfällig sind. Verzaubert von der Magie dieses Markts und der Atmosphäre der vielen emsig beschäftigen Leute lassen wir uns mitziehen und stürzen uns mitten in den bunten Trubel.

Am Ende des Food Markets angelangt, sind wir bestens gelaunt, voller neuer Eindrücke und pappsatt – und stellen dann überrascht und für einen kurzen Moment ein klein wenig überfordert fest, dass es nun erst richtig losgeht!

Es folgt eine Straße mit weiteren unzähligen Lokalen links und rechts und, praktischerweise, direkt Bänken und Tischen auf dem Weg dazwischen, an denen bereits viele Leute sitzen. Wir holen uns wirklich doch noch etwas zu essen, setzen uns eine Weile dazu und genießen das Wirrwarr.

Der Camden Lock Market geht immer noch weiter und weiter. Es ist schwer, den Überblick zu behalten - aber vielleicht ist das auch gar nicht so wichtig.

Der Camden Lock Market geht immer noch weiter und weiter. Es ist schwer, den Überblick zu behalten – aber vielleicht ist das auch gar nicht so wichtig.

Der ganze Camden Market ist ein einziges Sammelsurium aus mehr als tausend Läden, die sich in nur sehr locker einzugrenzende weitere thematische Gebiete grob weiter unterteilen.

Weiter geht es mit ‚Camden Market The Stables‘

Auf den Part mit den Essenständen folgen die „Stables“, frühere Pferdeställe, deren Mittelgang irgendwie ein wenig überdacht ist und in denen, natürlich, Geschäfte über Geschäfte untergebracht sind. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt, und alles mit viel Hingabe liebevoll eingerichtet und drapiert:

Traumfänger, Batiktücher, Ohrringe, Ringe, Armbänder, Hüte, Blusen, Röcke, Hosen, Taschen, Karten, Deko und Nippes. Dieser Themenwechsel ist gerade echt okay für uns, denn satt sind wir nun wirklich. Für die nächsten drei Monate wohl mindestens. Vielleicht auch für die nächsten dreihundert.

Die 'Stalls', kleine, individuelle Geschäfte dicht an dicht.

Die ‚Stalls‘, kleine, individuelle Geschäfte dicht an dicht.

Hier gibt es z.B. coole Läden nur mit quietschbunten Lampen, und sogar einen Laden extra für Lichterketten in allen Formen und Farben.

Hier gibt es z.B. coole Läden nur mit quietschbunten Lampen, und sogar einen Laden extra für Lichterketten in allen Formen und Farben.

Manchmal fehlen einem die Worte, das alles hier zu beschreiben, so wie beim Besuch des 'Cyberdog'. Muss man gesehen haben, hier unbedingt reingehen! Feinste Techno-Beats, Neon-Styling, schräges Inventar, ausgefallene Produkte.

Manchmal fehlen einem die Worte, das alles hier zu beschreiben, so wie beim Besuch des ‚Cyberdog‘. Muss man gesehen haben, hier unbedingt reingehen! Feinste Techno-Beats, Neon-Styling, schräges Inventar, ausgefallene Produkte.

An einem Ausgang der Stables kommen wir an der Chalk Farm Road heraus. Hier herrscht wieder – relative – Normalität, und wir schlendern die Straße hinunter zurück in Richtung Regents Kanal. Auch hier reiht sich Laden an Laden.

Immer wieder bleiben wir stehen, immer wieder erregen sonderbare, einzigartige Produkte unsere Aufmerksamkeit, so wie die Queen als Wackeldackel-Figur oder diese Schuhe hier:

Shoe heaven! Solche Schuhe haben wir noch nirgends gesehen.

Shoe heaven! Solche Schuhe haben wir noch nirgends gesehen.

Knapp vor dem Regents Kanal erreichen wir so etwas wie das inoffizielle Wahrzeichen des Camden Lock Markets: die türkis angemalte Eisenbahnquerung mit gelben Lettern. Hach, schön!

Die Eisenbahnquerung vor dem Regents Kanal mit dem bekannten Camden-Lock-Schriftzug.

Die Eisenbahnquerung vor dem Regents Kanal mit dem bekannten Camden-Lock-Schriftzug.

Schließlich: Shops und Läden auf der ‚Camden High Street‘

Wir überqueren den Regents Kanal über die kleine Brücke und landen auf der ‚Camden High Street‘, in die die ‚Chalk Farm Road‘ übergeht. Hier fahren nun Autos auf der Straße, da muss man sich ein wenig umstellen und kann nicht mehr so gedankenlos vor sich hin trödeln wie in den vorherigen Teilen des Camden Lock Markets.

Die Camden High Street hinter dem Regents Kanal.

Die Camden High Street hinter dem Regents Kanal.

Dieser Bereich wirkt mit etablierteren Geschäften schon deutlich kommerzieller als die vorherigen Parts, aber nicht minder cool, den hier ist (fast) jede Fassade der Häuser einzigartig verziert! Mich würde mal interessieren, wie das begonnen hat:

Der Union Jack, Elefanten, Flugzeuge, Piercings, Drachen, Spielkarten, fliegende Sneakers, Silhouetten von Promis, dunkle Engel - alles klar!

Der Union Jack, Elefanten, Flugzeuge, Piercings, Drachen, Spielkarten, fliegende Sneakers, Silhouetten von Promis, dunkle Engel – alles klar!

Ich meine, wie kommt man spontan darauf, sich einen Elefanten oder ein Flugzeug oder einen überlebensgroßen Doc Martens ans Haus zu nageln?

Schließlich treffen wir hier auch auf das illustre Pärchen aus dem Headerbild dieses Beitrags, der Wahnsinn! Mitten auf dem Bürgersteig zwischen den Passanten sitzen die beiden außergewöhnlichen Gestalten an einem zauberhaft gedeckten Tisch, völlig nonchalant, unbekümmert und lässig.

Und wir fragen uns, wer an einem normalen Donnerstagnachmittag sagt: „Och, hm, ich glaube, ich ziehe mir heute mal so schräge Klamotten an, stelle einen Tisch samt kompletter Deko auf die Straße und warte mal ab, wer sich so Nettes zu mir setzt und sich mit mir unterhält!“?

Wir sind einfach geflasht von dieser ganz eigenen Welt des Camden Lock Markets – und so langsam tun uns die Füße weh. Wir haben so viel gesehen! Und es gibt noch so viel mehr zu entdecken…

 


Anfahrt

Tube: ‚Camden Town‘ (Northern), oder, so wie wir es gemacht haben: mit dem Kanalboot ab Little Venice den Regents Kanal entlang bis zum Fährterminal ‚Camden Lock‘

Öffnungszeiten

Der Camden Lock Market öffnet täglich ab 10:00 Uhr bis abends. Einzelne Geschäfte haben andere Öffnungszeiten, und auch die Art der Geschäfte ändert sich ständig. Man kann sich vorab gut auf der übersichtlichen Webseite einen Eindruck verschaffen, siehe www.camdenmarket.com.