Die Millennium Bridge ist eine Fußgängerbrücke, die vom Tate Modern über die Themse genau auf die St. Paul’s Cathedral zu führt. 2008 wird sie für zwei Tage wegen Dreharbeiten gesperrt, und dabei von Lord Voldemorts Anhängern, den Todessern, vollständig zerstört.

Im Film natürlich: Harry Potter und der Halbblutprinz.

‚Wibbly Wobbly‘ – Die wackelnde Brücke

Im echten Leben führt sie seit Juni 2000 bis heute natürlich unversehrt über die Themse, allerdings wurde sie tatsächlich nur Tage nach ihrer Eröffnung aufgrund von notwendigen Nachbesserungen an der Statik direkt erst einmal wieder für zwei Jahre gesperrt.

Seit der Wiedereröffnung aber verbindet der einer „Klinge aus Licht“ nachempfundene Entwurf des berühmten Architekten Sir Norman Foster verlässlich und äußerst elegant den nördlich gelegenen Bezirk ‚City of London‘ mit dem südlichen Stadtteil ‚Southwark‘.

Um die Sicht auf die vielen umgebenden Sehenswürdigkeiten zu gewährleisten, wurden die stützenden Kabel der Hängebrücke an ihren Seiten verlegt, was zu ihrer wohl ziemlich einzigartigen Form führt. Eine wirklich gelungene, schöne Umsetzung, und wenn es in den Plan passt, sollte man auf jeden Fall die Gelegenheit wahrnehmen, diese Fussgängerbrücke, die einzige Londons, zu benutzen.

Kunst zum Frühstück

Bevor wir aber selber die Themse über eben jene silberne Brücke überqueren, beginnt unser Morgen erst einmal hier:

Auf dem Weg zum Eingang der Tate Gallery of Modern Art, vorbei am vollverglasten Museums-Café

Auf dem Weg zum Eingang der Tate Gallery of Modern Art, vorbei am vollverglasten Museums-Café

Die ‚Tate Gallery of Modern Art‘, kurz ‚Tate Modern‘, befindet sich ebenfalls seit dem Jahre 2000 südlich der Themse in einem ehemaligen, umgebauten Kraftwerk. Ein beeindruckender, langgestreckter Ziegelbau mit einem einzelnen, hoch herausragenden Turm an der Front.

Es ist weltweit eins der größten Museen für moderne Kunst und stellt z.B. Werke von van Gogh, Cézanne, Gauguin, Picasso, Matisse, Warhol… sprich, alles, was Rang und Namen hat, aus den verschiedensten Epochen aus.

Gegliedert ist die ständige Ausstellung in Themenbereiche, und komplettiert wird das Angebot durch wechselnde Sonderausstellungen.

Sonderausstellung in der ehemaligen Turbinenhalle, der heutigen Eingangshalle des Museums.

Sonderausstellung in der ehemaligen Turbinenhalle, der heutigen Eingangshalle des Museums.

Moderne Kunst

Moderne Kunst

Das Tate Modern kostet wie so viele andere Museen in Großbritannien genialerweise keinen Eintritt (der Besuch der zusätzlichen Sonderausstellungen ist allerdings kostenpflichtig), und der gesamte Bau und die Nutzung dieser alten Turbinenhalle als Museum ist wirklich interessant umgesetzt.

Vor einer Video-Installation.

Vor einer Video-Installation.

Ein Ausstellungsstück.

Ein Ausstellungsstück.

Obwohl es uns also eigentlich gefällt… finden wir irgendwie keinen richtigen Zugang hier heute. Wir schlendern durchaus interessiert durch alle Etagen, beschließen aber an einem gewissen Punkt, selber ziemlich erstaunt, dass wir eigentlich genug gesehen haben – ohne, dass wir wirklich etwas für uns mitnehmen konnten, also, im übertragenden Sinne.

Vielleicht ist das manchmal so.

Rüber zu St Paul’s

Jedenfalls genießen wir Kulturbanausen dann, ich muss es gestehen, lieber die wohlig warme Frühlingssonne, die auf uns und die Szenerie vor dem Tate Modern scheint: Passanten, Touristen, Kinder, Straßenmusiker.

Wir hören eine Weile zu, lehnen am Geländer, die Mädchen machen Spökes und wir schauen dem Treiben auf der Themse zu, mit wirklich coolem Gitarren-Sound und gutem, britischem Anlternative-Rock im Ohr. Dafür muss auch Zeit sein.

Blick auf Millennium Bridge und, am anderen Ufer der Themse, die St. Paul's Cathedral.

Blick auf Millennium Bridge und, am anderen Ufer der Themse, die St. Paul’s Cathedral.

Die Themse ist fix überquert und so laufen wir direkt auf die St. Paul’s Cathedral zu. Wenn gerade nicht all zu viele Menschen die Millennium Bridge bevölkern, kann man es übrigens gut erkennen: Die Brücke wurde genau dorthin gebaut, von wo man exakt und geradewegs, ohne eine Einschränkung der Sicht, auf die Kathedrale zuläuft und sie zentriert im Blick hat – ziemlich cool.

Blick auf die St. Paul's Cathedral von der gegenüberliegenden Straßenseite - inklusive Routemaster, dem historischen, typisch britischen, roten Doppeldeckerbus.

Blick auf die St. Paul’s Cathedral von der gegenüberliegenden Straßenseite – inklusive Routemaster, dem historischen, typisch britischen, roten Doppeldeckerbus.

Die St. Paul’s Cathedral ist eine der größten Kirchen der Welt und steht als Gotteshaus jedem Besucher offen.

Und für unsere Yellow-Press-Freunde: Hier gaben sich vor einer halben Ewigkeit Prinz Charles und Lady Diana das Ja-Wort, begleitet von der größten Presse-Übertragung, die die Welt bis dato gesehen hatte.

Whisper, whisper

Man kann – gegen den Erwerb von Tickets – auch die imposante Kuppel besichtigen. Dafür muss man über 500 Stufen bewältigen und wird dann mit einer fantastischen Aussicht über London belohnt.

Interessant ist dabei der Besuch der „Whispering Gallery“: Ein Säulengang unterhalb der imposanten Kuppel, in dem die Wände genau so gebogen sind, dass geflüsterte Worte bis an die gegenüberliegende Seite reflektiert werden, faszinierend! Allerdings – realistisch gesehen wird das Ausprobieren etwas erschwert, wenn viele andere Besucher gerade genau auf die gleiche Idee kommen.

Sonntags ist der Besuch der Kathedrale übrigens generell kostenlos, allerdings gibt es dann keinen Zugang zur Kuppel.


Anfahrt Tate Modern

Tube: ‚Southwark‘ (Jubilee Line)

Tickets Tate Modern

Der Eintritt ist kostenlos. Sonderausstellung können kostenpflichtig sein, aber auch hier sind Kinder bis 11 Jahren umsonst und für Familien gibt es kostengünstigere Tickets.

Öffnungszeiten Tate Modern

Sonntag – Donnerstag 10:00 – 18:00 Uhr, Freitag & Samstag 10:00 – 22:00 Uhr, vgl. www.tate.org.uk


Anfahrt St. Paul’s Cathedral

Tube: St Paul’s (Central), Mansion House (Circle, District)

Tickets St. Paul’s Cathedral

Ein Gottesdienst kann kostenlos besucht werden. Ein Besuch auf der Kuppel und in der ebenfalls zugänglichen Krypta ist kostenpflichtig, man kann online vorab Tickets besorgen: Erw. 18£, Kinder (6-17 Jahre) 8£. Multimedia Guides sind inklusive! Außerdem werden kostenlose Führungen angeboten.

Öffnungszeiten St. Paul’s Cathedral

Montag – Samstag ab 8:30 Uhr, die Galerie öffnet später, ab 16:00 Uhr schließt die Kathedrale. Sonntags ist die Kathedrale ebenfalls geöffnet, nicht aber Kuppel und Krypta. Vgl. www.stpauls.co.uk.