Ja, wie findet man nur eine passende Unterkunft in London, wenn man mit Kindern unterwegs ist? Das Angebot ist riesengroß und schwer überschaubar. Die Gegend soll natürlich sicher sein. Außerdem nah genug am Zentrum, damit man bei einem immer zu kurzen Besuch nicht unnötig Zeit in Zügen verbringt. Überhaupt: Die Anbindung ist natürlich wichtig… Und kein seelenloser 0815-Hotelklotz, sondern am liebsten etwas authentisches, damit man auch merkt, wo man ist. Und am besten noch bezahlbar?

Solche Gedanken schwirren einem früher oder später durch den Kopf, wenn man eine Reise mit Kindern in die Hauptstadt Großbritanniens plant.

Hier erzähle ich euch, wie ich das bei unserem Besuch in London im Frühjahr angegangen bin:

Das sieht hier aber mal ganz anders aus als zuhause.

Das sieht hier aber mal ganz anders aus als zuhause.

Unsere Entscheidung hängt ab vom Flughafen, an dem wir ankommen. Es gibt gleich mehrere, über die man London gut erreichen kann; bei unserem Trip ist es Heathrow, der größte Flughafen Europas.

Wie am besten vom Flughafen in die Stadt?

Die Anbindung ist hervorragend, denn außer den üblichen Zugverbindungen ist sogar die Londoner Tube direkt mit angeschlossen! Die dunkelblaue Piccadilly Line endet hier, und zwar mit gleich drei Haltestellen: ‚Terminal 2&3‘, ‚Terminal 4‘ und ‚Terminal 5‘. Achtung: bei der Rückfahrt am Ende der Reise muss man sich entscheiden, ob man zu Terminal 4 oder 5 möchte und die richtig ausgeschilderte Fahrt nehmen, denn hier gabelt sich die Verbindung am Schluß.

Mit den Kindern, für die der Flug an sich doch immer noch aufregend und anstrengend ist, möchte ich auf der Fahrt vom Flughafen in die City nicht noch x-mal umsteigen, zumal sie ihr Gepäck ja auch selber ziehen müssen. Als einziger Erwachsener in unserer kleinen Reisegruppe kann ich im worst case nicht die Koffer für drei Personen übernehmen, wenn sie nicht mehr weiterkönnen.

Folglich schränke ich die Lage unserer Übernachtungsmöglichkeit auf Areale rund um die jeweiligen Stationen der Piccadilly Line Richtung Innenstadt ein.

Reisen mit Kindern = möglichst kurze Wege

Der öffentliche Nahverkehr in London ist, wie in vielen Städten, in Zonen eingeteilt. Je mehr Zonen man durchfährt, desto höher ist der anfallende Preis für die Fahrt. Zone 1 steht in etwa für die Innenstadt und umfasst damit so ziemlich alle wichtigen Sehenswürdigkeiten. Da die Attraktionen aber teilweise auch sehr weit auseinanderliegen, werden wir die öffentlichen Verkehrsmittel wohl öfters nutzen, also streiche ich alle Stationen der Piccadilly Line außerhalb der Zone 1, damit wir nicht unnötig oft mehrere Zonen durchfahren. Gleichzeitig ist die Strecke, die wir unterwegs sind, um zu unseren verschiedenen Zielen zu gelangen, nicht zu lang.

Je zentraler man wohnt, desto teurer wird es aber auch im sowieso hochpreisigen London, also scheint es klug, sich eher am äußeren Rand der Zone 1 umzuschauen. Und dank der guten Tube-Anbindung ist man dann ja schnell unterwegs.

Die erste Station in Zone 1 aus Richtung Heathrow kommend ist ‚Earls Court‘. Genau genommen liegt sie in beiden Zonen: 1 und 2. Fährt man in Zone 2, gilt sie als letzte Station der Zone 2. Fährt man in Zone 1, gilt sie als letzte Station der Zone 1 – immer so, wie es für den Fahrgast am günstigsten ist. Sehr nett!

Google verrät mir bei einem kurzen Check, dass die Gegend als ruhig gilt. Hier finden sich viele Restaurants und Geschäfte sowie reihenweise stattliche, georgianische Stadthäuser aus dem 19. Jahrhundert, die seit einigen Jahren in großer Anzahl als Hostels und Hotels genutzt werden.

Außerdem ist die Anbindung sehr gut: Neben der bereits erwähnten ‚Piccadilly‘ Line, die, von Heathrow kommend, weiter die Innenstadt durchquert, kreuzt hier auch noch eine zweite U-Bahnlinie, die grüne ‚District‘ Line, so dass man von hier aus mit einfachem Zugang viele Möglichkeiten hat, zu seinen Ziele zu gelangen.

Bares Geld sparen mit Selbstversorgung

Da London bekanntermaßen ein teures Pflaster ist und sich das mit drei Personen schnell summiert, suche ich uns hier ein Apartment mit Küche. So sind wir flexibel und können wir zwar in der Stadt essen, wenn wir unterwegs sind, aber wir haben auch die Möglichkeit, in einem der Supermärkte hier um die Ecke etwas einzukaufen und uns günstiger selbst zu versorgen.

Mit all diesen Vorgaben habe ich die Auswahl der in Frage kommenden Übernachtungsmöglichkeiten in London gut eingegrenzt. Aus dem übrigen Angebot wäge ich nun ab nach Fotos, Bewertungen und dem Preis und entscheide mich für ‚Mayflower Hotel & Apartments‘.

Hier bekommen wir eine frisch renovierte, schnuckelige, kleine Wohnung ganz oben unter dem Dach in einer separaten Dependance um die Ecke vom eigentlichen Hotel. Einige vorherige Besucher hatten das kritisiert, aber wir finden es eigentlich gerade gut: So haben wir mehr Ruhe, sind nicht in der normalen Abfertigung eines Hotels eingebunden und fühlen uns ein wenig mehr, als würden wir tatsächlich hier wohnen.

Wir wohnen ganz weit oben! Von dort genießen wir einen typisch Londoner Ausblick an einem typischen, regnerischen Morgen auf ein anderes, typisch britisches Backsteinhaus - bei uns drinnen ist es dafür umso gemütlicher.

Wir wohnen ganz weit oben! Von dort genießen wir einen typisch Londoner Ausblick an einem typischen, regnerischen Morgen auf ein anderes, typisch britisches Backsteinhaus – bei uns drinnen ist es dafür umso gemütlicher.

Die komplett eingerichtete Küchenecke im Wohn-Schlafraum verfügt sogar über eine Waschmaschine. Darüber hinaus gibt es ein extra Zimmer mit zwei Betten für die Kinder, das winzig, aber total gemütlich ist, und wir fühlen uns hier sehr wohl.

So klappt alles wie geplant und wir haben eine prima Basis für unseren Aufenthalt gefunden: Die Anreise von Heathrow mit der Piccadilly Line funktioniert mit den Kindern problemlos und der Fussmarsch von der Station ‚Earls Court‘ bis zu unserem Apartment ist wie erwartet nur kurz, so dass wir auch an den folgenden Tagen ruckzuck von hier mit der Tube zu den geplanten Ausflügen starten können.

Und falls uns abends auf dem Rückweg doch einmal ein Regenschauer erwischt, haben wir es nicht weit, bis nach Hause zu spurten!