Der heutige Tage beginnt, wie vorhergesagt, mit strömendem Regen. Aber selbst so hat Wien einfach etwas: Es wirkt durch und durch gemütlich, genau passend zum Herbst!

Also geht’s mit Regenjacke mit der U4 von Hietzing aus, wo wir wohnen, wieder los in die innere Stadt, heute zu den berühmten Lipizzanern zur – natürlich ebenfalls klitschnassen, aber nicht minder beeindruckenden – pompösen Hofburg:

Der Eingang zur Hofburg am Michaelerplatz, über den man, linker Seite, zur Kassa der Spanischen Hofreitschule gelangt.

Der Eingang zur Hofburg am Michaelerplatz, über den man, linker Seite, zur Kassa der Spanischen Hofreitschule gelangt.

Ein Reitparcours in einem Ballsaal

Hier drin wird seit mehr als 450 Jahren die „Hohe Schule“ der klassischen Reitkunst trainiert, und zwar, haltet euch fest: in einem wahrhaften Renaissancesaal als Reitstall!

Innen sind leider keine Fotos erlaubt, verständlich: Wir wollen die Lipizzaner nicht erschrecken und ablenken. Stellt euch einfach einen wunderbaren Ballsaal wie in einem zauberhaften Märchen vor, mitsamt Bögen, Schnörkeln, Verzierungen, Kronleuchtern und – dem Boden als Manege voller Sand und Spänen für das Training der Pferde. Ein verrückter Kontrast.

Die hier an der Spanischen Hofreitschule vermittelte, traditionelle klassische Reitkunst ist mittlerweile sogar beim immateriellen Kulturerbe der UNESCO aufgenommen.

Ein Blick nach draußen, von unter der Michaelerkuppel her. Sogar die Vorräume in Wien machen etwas her!

Ein Blick nach draußen, von unter der Michaelerkuppel her. Sogar die Vorräume in Wien machen etwas her!

Braune Fohlen, weiße Hengste

Unter der Woche von montags bis freitags von 10:00 bis 12:00 Uhr kann man hier von zwei Emporen, die die gesamte Halle umrunden, der Morgenarbeit der akkurat uniformierten Bereiter und ihrer anmutigen weißen Hengste, die als Fohlen alle dunkelbraun sind und erst über die Jahre Stück für Stück komplett „ausweißen“, zuschauen, und das ganze bei klassischer Wiener Musik.

Allerdings werden morgens nur die „Basics“ trainiert, um die Tiere zu schonen – wer waghalsige Sprünge sehen möchte,  muss zu einer richtigen Abendvorstellung gehen.

Wie und wo Karten kaufen?

Karten für die Morgenvorstellungen gibt es, meines Wissens nach, nicht online vorab bei der Spanischen Hofreitschule zu erwerben. Man kann aber einfach im Laufe eines beliebigen anderen Tages zur Kassa in der Hofburg gehen und sich ganz entspannt und ohne Warterei Karten für den gewünschten Tag kaufen. Das erspart zumindest eine Runde Anstehen am frühen Morgen.

Schon vor 10:00 Uhr, wenn es losgeht, steht nämlich dort jedes Mal eine unglaublich lange Schlange an Menschen. Wir umgehen diese, indem wir irgendwie… zufällig und ungeplant etwas zu spät dran sind. Drinnen ist dann alles streng durchorganisiert. Früh bzw. pünktlich da sein lohnt allerdings doch, denn sonst muss man, wie wir, eventuell erst einmal stehen, weil schon alle Sitzplätze belegt sind, denn der Andrang ist groß.

Tipp: Die wenigsten Menschen aber bleiben tatsächlich die vollen zwei Stunden da, so dass nach einer Weile doch wieder Plätze frei werden.


Anreise

Michaelerplatz 1, 1010 Wien.

Straßenbahn: ‚Kärtner Ring/Oper‘ (1, 2, D, 62), ‚Burgring‘ (1, 2, D)
U-Bahn: ‚Stephansplatz‘ (U1), Herrengasse (U3), Karlsplatz (U2, U4)

Tickets:

15€/Erw., Kinder 7,50€
Es gibt auch teurere Tickets, die dann noch einen geführten Rundgang nachmittags enthalten. Mehr Infos siehe Offizielle Seite der Spanischen Hofreitschule Wien.