Der erste Tag unseres Aufenthalts im ansonsten sprichwörtlich goldenen Herbst in Wien soll laut Prognose – zumindest hinsichtlich des Wetters – leider auch schon mit Abstand unser schönster sein.

Da zögern wir nicht lange: Nach dem Einchecken in unserem märchenhaften Hotel und dem dringend benötigten zünftigen Mittagessen im nahegelegenen, urgemütlichen Brauhaus zieht es uns nach draußen, die Sonnenstunden ausnutzen!

Der Schlosspark von Schönbrunn

Unser Hotel liegt genau gegenüber des Schlossparks von Schönbrunn, der ehemaligen Sommerresidenz der Habsburger. Ein wahrer Glücksfall, denn wir sind doch ziemlich kaputt von der Anreise und deshalb froh, dass wir nach nur wenigen Schritten auch schon wieder unser Ziel erreicht haben.

Durch das Hietzinger Tor betreten wir erwartungsvoll den Park und befinden uns nach dem Überqueren der geschäftigen, quirligen Hauptstraße im Handumdrehen in einer Oase der Ruhe.

Hier gibt es wirklich viel Platz für uns!

Hier gibt es wirklich viel Platz für uns!

Die Parkanlagen werden täglich schon um 6:30 Uhr geöffnet, die Schließzeiten abends sind abhängig von der Jahreszeit. Gemeinsam mit dem Schloß Schönbrunn ist der Park Teil des Weltkulturerbes der UNESCO.

Der Besuch des Schlossparks an sich ist komplett kostenlos; die Sonderattraktionen wie der Kronprinzengarten, der Orangeriegarten, der Irrgarten sowie auch der Tiergarten Schönbrunn, das Palmenhaus und Wüstenhaus, erheben einzelnen Eintritt. Für unsere Zwecke ist das prima, denn gerade wollen wir noch gar nichts Spezielles ansehen, sondern erst einmal einen Eindruck bekommen – und der ist ganz wunderbar erholsam!

Das Palmenhaus von 1881, mit botanischem Garten davor.

Das Palmenhaus von 1881, mit botanischem Garten davor.

Wir genießen es, uns treiben zu lassen, bewundern Brunnen, Statuen und Denkmäler sowie die akkurat in Form gehaltenen Bäumen, die jede Allee säumen. Wie machen die das nur?

Wir grübeln und rätseln und überlegen, wie hoch die Leitern sein müssen, um da bis ganz oben ranzukommen. Und ob dann unten immer jemand steht und aus der Distanz aufpasst, dass keine krummen Ecken reingesäbelt werden?

Im Vordergrund das 'Sternbassin', eine der vielen Brunnenanlagen von Schönbrunn. Im Hintergrund der schnurgerade beschnittenen Bäume erahnt man bereits das Schloss.

Im Vordergrund das ‚Sternbassin‘, eine der vielen Brunnenanlagen von Schönbrunn. Im Hintergrund der schnurgerade beschnittenen Bäume erahnt man bereits das Schloss.

Mit solchen Gedankenspielen und Grübeleien beschäftigt, erreichen wir schließlich das Herzstück des Parks: das imposante Schloß Schönbrunn ist schon von Weitem hinter den Bäumen zu erkennen.

Heute allerdings begnügen wir uns mit einem ersten Blick darauf von außen und bestaunen die wunderbaren, gezirkelten Blumenrabatte davor, die auch Mitte Oktober noch bunt blühen und einfach perfekt aussehen.

Die Gloriette

Am Ende der insgesamt acht riesigen Blumenteppiche sehen wir die Gloriette oben auf dem Hügel gegenüber mystisch im Abendlicht thronen.

Im Vordergrund ein Teil des 'Großen Parterre', angelegt nach den Prinzipien der barocken Gartenbaukunst, im Hintergrund die Gloriette.

Im Vordergrund ein Teil des ‚Großen Parterre‘, angelegt nach den Prinzipien der barocken Gartenbaukunst, im Hintergrund die Gloriette.

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts dient das aus mehreren Rundbögen bestehende und mit einer Balustrade eingefasste Bauwerk als Aussichtsplattform. Man kann von dort bis weit über Wien schauen.

In der Mitte des Gebäudes ist inzwischen ein verglastes Café untergebracht. Wunderschön!

Hochlaufen wollen wir heute aber nicht mehr, uns reizt eher der tolle, hochwertige Spielplatz, der sich direkt nebenan anschließt.

Spielplatz, Labyrinth und Irrgarten

Eins der Highlights des Schönbrunner Spielplatzes ist dieser Metallvogel, in dessen Bauch man hineinklettern und sich dann darin mittels der Seile anschaukeln kann, so dass er wahrhaft fliegt.

Eins von vielen liebevoll gestalteten und durchdachten Elementen des Spielplatzes von Schönbrunn.

Eins von vielen liebevoll gestalteten und durchdachten Elementen des Spielplatzes von Schönbrunn.

Darüber hinaus gibt es noch unzählige weitere tolle Möglichkeiten, sich hier zu beschäftigen: Balancieren, Klangspiele, Klettergerüste, und sogar ein Spiegelkabinett.

Direkt am Spielplatz ist auch der Eingang zum Labyrinth des Schlossparks von Schönbrunn gelegen, und das wollen wir uns im mittlerweile schwindenden Tageslicht unbedingt noch anschauen.

Auch hier gibt es einiges auszuprobieren und zu entdecken, und natürlich will auch der Irrgarten überwunden werden:

Blick über den Irrgarten von Schönbrunn im Abendlicht.

Blick über den Irrgarten von Schönbrunn im Abendlicht.

Wir schaffen es also erfolgreich bis zum Ziel, der Aussichtsplattform, und als die Sonne dann endgültig untergegangen ist, wird es doch ziemlich schnell kühl. Es ist eben schon Mitte Oktober und dazu, wie der Rezeptionist unseres Hotels geradezu persönlich beleidigt in feinstem Wiener Dialekt erklärt hatte, einer der kältesten Herbstwochen, die Wien je erlebt hat.

Zeit also, uns in einem der wunderbaren Kaffeehäuser Wiens aufzuwärmen und nach einer kleinen Stärkung dort in unser gemütliches und äußerst geräumiges Hotelzimmer heimzukehren und uns auf unsere bequemen Betten fallen zu lassen!


Anreise:

U-Bahn: Linie U4, ‚Station Schönbrunn
Straßenbahn: Linien 10, 60, ‚Station Schönbrunn

Öffnungszeiten:

ab 6:30 Uhr morgens bis abends, Schließung jahreszeitenabhängig.
Für die aktuellsten Informationen siehe  Offizielle Webseite Schloß Schönbrunn, Öffnungszeiten

Tickets:

Schlosspark Schönbrunn: kostenlos
Gloriette: Erw. 3,80€, Kinder 6-18: 3,00€
Irrgarten: Erw. 5,50€, Kinder 6-18: 3,20€
Für die aktuellsten Informationen siehe Offizielle Webseite Schloß Schönbrunn, Tickets

Sonstiges:

Zu den wahrlich umfangreichen Möglichkeiten bei einem Besuch in Schönbrunn bietet die Offizielle Webseite Schloß Schönbrunn einen virtuellen Rundgang als sehr gut aufbereiteten Überblick über alle Sehenswürdigkeiten mit interessanten Hintergrundinformationen an, der sich sehr gut eignet, um bereits im Vorfeld den Besuch zu planen.

Ideal für Läufer übrigens gibt es sogar einen Laufplan mit eingezeichneten Meter-Angaben: Offizielle Webseite Schloß Schönbrunn, Laufplan Park (PDF). Allein unterwegs mit den Kindern entfällt das zwar für mich, aber vielleicht ein anderes Mal.