Auf dem Weg zum Haus der Musik hält sich die Vorfreude der Kinder eher in Grenzen. Ein Museum? Nur über Musik? Naja, okay…

Diese Haltung schlägt sehr bald ins komplette Gegenteil um, denn schon im Innenhof vor dem Eingang sind interaktive Stationen aufgebaut, die uns in das Thema einfach hineinziehen.

Man muss zum Beispiel versuchen, die herumfliegenden Bälle auf einem Screen rechtzeitig „einzufangen“, so dass die darunter angezeigten Tonspuren verschiedener Instrumente eine Melodie ergeben. Gar nicht so leicht!

Konzentration!

Konzentration!

Nachdem wir so eine halbe Ewigkeit schon völlig vertieft im Innenhof verbringen, können die Kinder es plötzlich gar nicht mehr erwarten, das eigentliche Museum zu betreten und zu sehen, was es da noch zu entdecken und ausprobieren gibt.

Also endlich rein, Tickets kaufen, Jacken und Rucksäcke an der kostenlosen (!) Garderobe abgeben und schon stehen wir an der nächsten Attraktion, denn die Treppe in den 1. Stock ist eine Klangtreppe, d.h. jede Stufe entspricht einer Klaviertaste. An der Wand darüber wird der jeweils passende Akkord farblich beleuchtet angezeigt und natürlich hört man ihn auch. Großer Spass! Wir gehen noch sehr, sehr, sehr oft diese Treppe hinauf und hinunter.

1. Etage: Die Wiener Philharmoniker

Der gesamte erste Stock ist den berühmten Wiener Philharmonikern, Mitgliedern des Wiener Staatsopernorchesters, gewidmet.

Auswahl verschiedener Ausschnitte von Stücken der Wiener Philharmoniker auf CD per Druckknopf.

Auswahl verschiedener Ausschnitte von Stücken der Wiener Philharmoniker auf CD per Druckknopf.

Neben vielen Infos kann man in einem eigenen, kleinen Konzertsaal einer Aufzeichnung lauschen und den Musikern dabei auf einer Leinwand zusehen.

Als Ort des Konzerts erkennen die Mädchen überrascht den Schlosspark von Schönbrunn wieder, da waren wir ja schon.

2. Etage: Klangphänomene

Im nächsten Stockwerk geht es um Klang und Schallwellen an sich. Es gibt unzählige, interaktive Experimente zum ausprobieren, z.B. können wir unseren höchsteigenpersönlichen Walzer erwürfeln.

Jede gewürfelte Zahl steht für eine Notenabfolge, und so erhalten wir nach einigen Versuchen eine komplette Sequenz, die wir uns dann auch anhören können. Merkt man sich die Nummer, die am Schluß angezeigt wird, kann man sich seinen eigenen Walzer sogar am Ende im Museumshop abholen und gegen kleines Entgelt mit nach Hause nehmen.

Wir würfeln unseren eigenen Walzer.

Wir würfeln unseren eigenen Walzer.

Wir probieren uns ausgiebig durch dieses und alle anderen Angebote dieses Stockwerks und ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es sich anhört, wenn da komplette Schulklassen durchdrängeln!

Dank Schulzeit in Österreich (keine Herbstferien) plus Wochentag haben wir das Museum nämlich fast für uns allein und ich glaube, da haben wir ziemlich großes Glück gehabt.

3. Etage: Die großen Meister

Hier dreht sich alles um die großen Wiener Musiker: Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert, Ludwig van Beethoven, Johann Strauss, und noch einige.

Auch in diesem Stockwerk werden in allen Räumen viele Informationen auf interessante Art verpackt, und überall kann man so viel ausprobieren! An einer Station lassen wir unsere Namen mit dem Mozart-Alphabet in Noten übersetzen und erhalten so unsere eigene Namensmelodie:

Mein Vorname in Mozarts Noten-Alphabet übersetzt.

Mein Vorname in Mozarts Noten-Alphabet übersetzt.

Im Beethoven-Raum wird anhand von 5 Hör-Trichtern simuliert, wie sein Gehör im Laufe der Zeit schwand. Man kann sie sich ans Ohr halten und dadurch eine Sequenz hören, nur eben von Hörrohr zu Hörrohr immer dumpfer und leiser.

Eins der Kinder schnappt sich zielsicher den letzten Trichter, hört hinein, hält ihn mir enttäuscht hin und sagt: „Der ist kaputt! Man hört gar nix.“

Worauf ich erkläre, dass er dann zu diesem Zeitpunkt vollkommen taub war. – Oh!

Das Thema gehörlose Menschen und wie sie sich in ihrer Umwelt zurechtfinden, und was das vor allem für einen Musiker bedeutet, begleitet uns noch eine ganze Weile. Wahrlich Wissen zum Anfassen und Erfahren!

4. Etage: Multimediale Inhalte

Dieses Stockwerk entführt uns in imaginäre Welten. Unter anderem können wir sogar selber die Wiener Philharmoniker, zumindest virtuell, dirigieren.

Im Taktstab ist ein Sensor enthalten, von dessen Bewegung die Geschwindigkeit abhängt, mit der die Musiker auf dem Screen spielen. Das ist gar nicht mal so einfach!

Nach einem mutmachendem Prolog von Zubin Mehta, der einige Male das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker dirigiert hat, darf man es selber versuchen.

Nach einem mutmachendem Prolog von Zubin Mehta, der einige Male das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker dirigiert hat, darf man es selber versuchen.

Einmal haben sie sich, sehr zur Gaudi der Kinder, sogar beschwert! Dann steht ein Mitglied des Ensembles empört auf und fragt uns in feinstem Wiener Dialekt fassungslos, was wir uns denn dabei denken, so zu dirigieren. Bittschön, Herrschaften!

Was haben wir gelacht! Und uns danach natürlich umso mehr angestrengt, damit die armen auch ordentlich spielen können.

Unser Resümee

Bis heute ist das Haus der Musik eins der beliebtesten Museen, das wir besucht haben. Wir haben hier ohne es zu bemerken einige Stunden verbracht, die auf ganz unanstrengende Weise sehr lehrreich waren. Empfehlenswert!

Das 'Haus der Musik', Straßenansicht.

Das ‚Haus der Musik‘, Straßenansicht.


Anreise

U-Bahn: Karlsplatz (U1, U2, U4), Stephansplatz (U1, U3), Stadtpark (U4)
Straßenbahn: Karlsplatz/Oper (1, 62), Schwarzenbergplatz (D, 2, 71)

Tickets

Erw.: 13€, Kinder unter 12 Jahre: 6€. Ermäßigung gibt es mit diversen Pässen/Karten, wie z.B. der Vienna City Card.

Öffnungszeiten

Täglich von 10:00 – 22:00 Uhr. Aktuelle Infos siehe hausdermusik.com.