Der Architekt Antoni Gaudi steht wie kein anderer für die Modernisme, die katalanischen Spielart des Jugendstils, und die meisten seiner eigenwilligen, naturnahen und detailreichen Werke stehen hier, in der Hauptstadt Kataloniens.

Nachdem wir schon an der Casa Milà, dem Palau Güell, der Casa Batlló, der Casa Vicens und der Sagrada Família auf unserer Hop-On-Hop-Off-Tour lediglich vorbeigefahren sind, wollen wir uns den Park Güell nun wirklich ansehen. Hier sollte ab Anfang des letzten Jahrhunderts eine komplette umweltgerechte Gartenstadt mit über 60 Villen entstehen, vollendet wurden allerdings nur drei davon sowie ein riesiger Versammlungsplatz.

Oben der Terrassenplatz mit dem reich verzierten, wellenförmigen Rand, darunter sieht man die Säulen des Sala Hippostila

Oben der Terrassenplatz mit dem reich verzierten, wellenförmigen Rand, darunter sieht man die Säulen des Sala Hippostila

Der Besuch des Park Güell ist erst seit einiger Zeit kostenpflichtig und auf 400 Menschen gleichzeitig begrenzt. Karten können drei Monate vorab online gebucht werden, was wegen dieser Begrenzung und unglaublich langer Schlangen prinzipiell zu empfehlen ist.

Bei der Buchung muss man allerdings einen festen Tag und eine feste Uhrzeit wählen, und da es unsere erste große Reise gemeinsam allein war und ich noch gar nicht einschätzen konnte, wie denn alles wohl laufen wird, wollte mich nicht vorab festlegen. Daher entschied ich hier doch für Tickets vor Ort.

Plan vs. Realität

So fahren wir also an einem Tag nach dem Frühstück mit der L3 bis zur Station Lesseps. Ab hier sind es etwa 15 Minuten zu Fuss bis zum Eingang, eigentlich kein Problem. Allerdings geht es krass, also wirklich krass bergauf, und so zieht sich die Strecke ganz schön.

Noch dazu sind wir irgendwie nicht so ganz richtig früh losgekommen wie geplant; es wird bereits wärmer und wärmer und wir sind recht erschöpft, als wir endlich oben ankommen. Was wir erst nachher realisieren: Es gibt auf zwei ganz bestimmten Wegen hinauf zum Eingang wohl Rolltreppen (!) die Straßen hoch. Die haben wir allerdings leider nicht gefunden.

Schon die Mauer um den Park Güell ist gewohnt detailreich verziert und Teil des Gesamtkunstwerks

Schon die Mauer um den Park Güell ist gewohnt detailreich verziert und Teil des Gesamtkunstwerks

Oben angekommen verkrümeln sich die Kinder in den Schatten und ich stelle mich alleine an, um Tickets zu besorgen. Und das dauert auch echt lange.

Die imposante Freitreppe zum Terrassenplatz

Die imposante Freitreppe zum Terrassenplatz

Der Park an sich ist dann wirklich schön, einfach zauberhaft und beeindruckend. Gaudi selbst hat hier in einer der Villen gewohnt, die heute ein Museum ist.

Da das aber noch einmal extra kostenpflichtig ist, lassen wir das aus.

Die atemberaubend schönen Zuckergussdächer. Einfach traumhaft.

Die atemberaubend schönen Zuckergussdächer. Einfach traumhaft.

Wir laufen ein wenig herum und schauen uns alles an, bewundern Gebäude, Kunstwerke, Statuen, Säulen, Hallen und Mosaike. Aber letztlich fällt das Urteil der Kinder hier, obwohl es ihnen schon gefällt und sie auch immer wieder fasziniert sowohl von den Details als auch von dem Großen und Ganzen sind, vernichtend aus: langweilig.

Der mühsame Aufstieg, die lange Warterei und dann die heute wirklich große Hitze sind auch ein Aufeinandertreffen ungünstiger Umstände.

Der 'Sala Hippostila', die beeindruckende Säulenhalle mit fantastisch gestalteter Decke

Der ‚Sala Hippostila‘, die beeindruckende Säulenhalle mit fantastisch gestalteter Decke

Wir schließen unseren Rundgang auf der riesigen Terrasse mit der wundervollen Mosaikbegrenzung ab, und auch ich bin dann froh, als wir aus der Sonne kommen.

Einfach zu heiss heute.

Der wellenförmige Rand der Terrasse dient als Sitzgelegenheit inklusive Wasserabläufen für das Regenwasser

Der wellenförmige Rand der Terrasse dient als Sitzgelegenheit inklusive Wasserabläufen für das Regenwasser

Unser Fazit

Letztlich lerne ich aber aus diesem nicht ganz geglückten Ausflug dazu und plane zukünftig anders:

Dass wir zu solchen Besuchermagneten nicht erst mittags losziehen, war schon vorher klar, aber für manche Sights lohnt es sich offensichtlich trotz Urlaub, so richtig, richtig früh aufzustehen, damit wir alle etwas davon haben und Menschenmassen und/oder Gluthitze lieber vermeiden.

Das kunstvolle Mosaik besteht aus unzähligen Keramik-Bruchteilchen, die sich zu einer schier unendlichen Reihe an Mustern und Bildern zusammenfügen

Das kunstvolle Mosaik besteht aus unzähligen Keramik-Bruchteilchen, die sich zu einer schier unendlichen Reihe an Mustern und Bildern zusammenfügen

PS: Auch auf dem Rückweg finden wir die Rolltreppen übrigens nicht!
Unglaublich…


Anreise

Metro: Von Catalunya 4 Stationen mit der L3 bis Lesseps. von da an laut Webseite 15 min bis zur Rolltreppe an einem Eingang. Der Bus 92 soll auch bis direkt vor einen Haupteingang fahren, wie ich nachträglich herausfand.

Tickets:

Park Güell: 7,50€/Erw., Kinder 7-12 Jahre 5,25€, reiner Eintritt in den Park, ohne Führungen oder extra Ausstellungen. Tickets können drei Monate im Voraus mit festem Tag im Halbstunden-Takt gebucht werden.
Aktuellste Infos und weitere Optionen auf der Offiziellen Webseite des Park Güell: u.a. ist laut aktuellem Stand 2018 z.B. einer der Eingänge sowie die gesamte Terrasse wegen Renovierung geschlossen.