Da ist sie, Gaudis berühmte Kathedrale, die Sagrada Familia!

Doch von vorne:

Heute ist unser erster richtiger Tag in Barcelona. Es ist Juli, morgens früh, und die Sonne scheint strahlend hell vom blauen Himmel, sobald wir aufwachen. Soweit, so prima.

Allerdings wird es ab 10 Uhr spätestens schnell richtig warm. Deswegen will so ein Tag vor allem mit Kindern in Barcelona im Sommer gut geplant sein, damit wir nicht nur im klimatisierten Hotel rumhängen.

Barcelona weist wirklich unglaublich viele Sehenswürdigkeiten auf und diese liegen gar nicht mal alle so besonders nahe beieinander. Daher beschließt die Reiseleitung, also ich, unsere erste Fahrt mit einem richtigen Touristen-Bus, eine Hop-On-Hop-Off-Bustour, zu machen. So verschaffen wir uns einen ersten Überblick über die Stadt, ohne dass die Kinder schon beim zweiten Anlaufpunkt nicht mehr können und/oder wir uns alle stressen.

HOHO-Busfahren in Barcelona

In Barcelona gibt es zwei Anbieter, die sich eigentlich nicht besonders viel tun. Wir entscheiden uns für die Bus Turístic. Die Busse fahren ab 9:00 Uhr morgens alle paar Minuten auf im Sommer drei (im Winter zwei) verschiedenen Routen kreuz und quer durch die Stadt. Sie starten an der Plaça de Catalunya, direkt um die Ecke von unserem Hotel, was sich einmal mehr als sehr praktisch erweist.

Haltestellenschild der Bus Turístic an jeder Haltestelle

Haltestellenschild der Bus Turístic an jeder Haltestelle

Es gibt über 40 Haltestellen und man kann beliebig oft aus- und später in einen anderen Bus wieder zusteigen. Die Sehenswürdigkeiten werden dabei in vielen Sprachen je nach Auswahl über Kopfhörer (die im Preis enthalten sind) kommentiert. Das Konzept gibt es so oder so ähnlich mittlerweile ja fast in jeder einigermaßen touristisch erschlossenen Stadt.

Die Tickets sind recht teuer und man kann sie für einen oder direkt zwei Tage (= mehr teuer) erwerben. Bei Online-Kauf vorab gibt es einen Rabatt. Wir haben uns hier allerdings einfach morgens brav angestellt und der nächste oder übernächste Bus der blauen Route war dann auch schon unserer, mit glücklichen Kindern auf Plätzen im oberen Deck ganz vorne (wo sonst).

Eine prima Sache ist aber das Coupon-Heftchen, das wir gemeinsam mit dem Ticket erhalten und das uns Rabatte für weitere Attraktionen verschafft. Die offizielle Barcelona-Card mit ähnlichen Ermäßigungen lohnte sich für uns nicht, weil wir nicht jeden Tag mehrere Sehenswürdigkeiten besuchen.

Unser Resümee

Obwohl wir nach dieser Hop-On-Hop-Off-Tour in den vielen später noch folgenden Städten bislang nie wieder eine weitere buchen, macht sie in Barcelona für uns durchaus Sinn. Wir sehen so – ohne uns bewegen zu müssen, denn die Kinder sind an diesem Tag doch auf einmal noch richtig geschafft vom Flug und der Aufregung am Tag zuvor – wirklich eine ganze Menge Sehenswürdigkeiten, darunter auch solche, die wir nur einmal „gesehen“ haben und nicht unbedingt konkret besichtigen müssen, so z.B. die Sagrada Familia.

Ich habe mich, so leid es mir tat, gedanklich bereits recht früh von einer tatsächlichen Besichtigung des nach wie vor unvollendeten Meisterwerks Antoni Gaudis, an dem er bis zu seinem Tod arbeitete, verabschiedet. Die Warteschlangen sollen sehr lang sein, eine Führung wird empfohlen, um alle Aspekte tatsächlich zu verstehen und es werden 2-3 Stunden dafür angesetzt. Selbst für grundsätzlich geduldige und interessierte Kinder scheint mir das einerseits für eine Kirche zu viel verlangt, andererseits der Eintrittspreis zu hoch, um nur mal kurz hineinzuschauen, und so begnüge ich mich bei diesem Barcelona-Besuch mit einer Fahrt drumherum, was bereits sehr beindruckend ist.

Ein Kind schläft auch prompt in der warmen Morgensonne und dank des beruhigenden Geschuckels des Busses durch den barcelonischen Stadtverkehr zusammengeringelt einfach auf meinem Schoß ein, so dass das wohl insgesamt für uns eine sehr gute Entscheidung ist.

Das faszinierende Dach des Casa Batlló - wie Echsenhaut!

Das faszinierende Dach des Casa Batlló – wie Echsenhaut!

Gleiches Schicksal ereilt so einige weitere Sehenswürdigkeiten wie das Casa Batlló (ebenfalls von Gaudi gebaut), das ich mir alleine oder mit Freunden oder auch mit den Kindern gemeinsam an einem eigens dafür reservierten Tag gerne ansehen würde, aber für diesen Trip und in dieser Konstellation muss es reichen, sie überhaupt mal von außen gesehen zu haben.

Am Port Olímpic

An der Station Francesc Macià steigen wir mit einer kurzen Pause um in die rote Linie, die uns vorbei am Olympiastadion und an der Fundació Joan Miró (seufz! Ein anderes Mal…) und Port Vell, den wir ja schon kennen, zum Port Olímpic, dem olympischen Hafen, bringt. Hier steigen wir erstmal aus und vertreten uns die Beine. Die Kinder sind nun auch ausgeruht oder direkt ausgeschlafen, das ist doch schon einmal was.

'El gran pez dorado' - Goldfischskulptur für die Olympischen Spiele 1992

‚El gran pez dorado‘ – Goldfischskulptur für die Olympischen Spiele 1992

Ein Blickfang auf dem Weg zum Hafen ist die wunderschön schimmernde und über 50 Meter lange Goldfisch-Skulptur, El gran pez dorado, die der Künstler Frank Gehry für die Olympischen Spiele 1992 in Barcelona entwarf. Echt schön!

Es ist bereits nachmittag, und es ist heiß. So heiß, dass wir lernen, dass manche deutsche Kinder-Ballerina-Schuhe so dünne Sohlen haben, dass sie im ganzen weiteren Spanien-Urlaub nicht mehr angezogen werden – die Hitze der Straße geht einfach direkt durch! Ab jetzt laufen wir für den Rest des Tages, bis wir im Hotel Schuhe tauschen können, nur noch im Schatten (schwierig). Woran man alles denken muss…

Glücklicherweise gibt es überall Brunnen, in die die Kinder erst einmal hineinspringen. Wir sind nicht ganz sicher, dass das erlaubt ist, aber es ist zumindest niemand da, der etwas dagegen sagt.

Yachten im Port Olympic, dem olympischen Hafen

Yachten im Port Olympic, dem olympischen Hafen

Wir laufen runter in den Hafen und wow! So viele Boote! Ähm, Yachten. Wir suchen uns direkt ein paar aus, die uns gefallen und in denen wir wohnen wollen würden. Träum…

Wir essen in einem der Restaurants mit Blick auf den Hafen und fahren anschließend wieder ab Port Olímpic mit der roten Linie der Bus Turístic zurück zur Plaça de Catalunya. Gott sei Dank nur drei Schritte bis zum Hotel, die schaffen wir gerade noch so.

Hatte ich schon erwähnt, dass eine verkehrsgünstige Lage des Hotels bei Trips mit Kindern tatsächlich das Ein und Alles ist? Ist es!


Anreise:

Metro: Catalunya (L1, L3, L7) für blaue/rote Linie der Bus Turístic

Tickets:

Bus Turístic: 28€/Erw., 16€ Kinder bis 12 Jahre, jeweils für einen Tag. Aktuellste Informationen und weitere Optionen siehe Webseite Bus Turístic.