Barcelona ist unser erstes gemeinsames großes Reiseziel.

Also suche ich uns ganz klassisch ein Hotel und entscheide mich nach langem Recherchieren, Abwägen und Vergleichen für das Hotel Nouvel. Es ist ein mehrstöckiges, altes Jugendstil-Haus in einer ebensolchen Nachbarschaft, genauso offen, gross, bunt, verschnörkelt, gusseisen und marmoriert, wie ich mir Barcelona im über 1.000km entfernten Köln so vorstelle.

Wir haben ein riesiges, riesiges Glück mit unserem Dreibettzimmer, denn wir bekommen – als wir einfach nett nachfragen – das vermutlich schönste Zimmer des ganzen Hotels mit buntem Mosaik-Fussboden, alten goldenen Messingrahmenbetten, weißem Stuck noch und nöcher an der Decke, knarzenden und verschnörkelten Holzmöbeln, und mit riesigen Lamellentüren zu der unglaublich tollen und riesengroßen Sonnenterrasse noch obendrauf. Was für ein Glück!

Tatsächlich können wir diese supercoole Sonnenterrasse kaum richtig nutzen, weil es immer einfach viel zu heiss ist – aber egal, es ist für uns einfach gigantisch!

Schnappschuss aus unserem schönen Zimmer auf unsere riesengroße Terrasse

Schnappschuss aus unserem schönen Zimmer auf unsere riesengroße Terrasse

Allerdings muss ich dazu sagen, dass die ein oder andere gesprungene Kachel im Bad, klemmende Schubladen in den alten Holzmöbeln und eher mäßiges Frühstück meine Freude an so wunderschönen, authentischen Häusern nicht trüben. Es ist alles immer eine Frage der Erwartungen…

Viel wichtiger ist mir eine nette Umgebung vom freundlichen Zimmermädchen bis hin zum Concierge, der uns problemlos Eiswürfel organisierte, als ein Kind sich natürlich den Kopf angehauen hat beim Toben im Zimmer.

Und das beste: Die Lage!

Beim Immobilienkauf gibt es ja wohl, habe ich mal gelesen, drei Kriterien: Lage, Lage und die Lage.
Beim Reisen mit Kindern gilt genau das Gleiche.

Unser Hotel befindet sich in einer ruhigen Seitenstraße, der Carrer de Santa Anna, für Autoverkehr gesperrt. Nur Fussgänger kreuzen. Und das ganze direkt hinter der Plaça de Catalunya. Auf (bzw. unter) diesem großen Platz halten direkt mehrere Metro-Linien (L1, L3) sowie L6 und L7 der katalanischen Eisenbahngesellschaft FGC. Außerdem starten und enden hier die beiden Express-Busse zum Flughafen El Prat (Aerobus A1 zum Terminal 1 (T1) und Aerobus A2 zum Terminal 2 (T2)). Auch mehrere Routen der beiden Hop-On-Hop-Off-Bustour-Anbieter beginnen und/oder kreuzen hier.
Und natürlich gibt es noch Läden und Shops ohne Ende: unzählige Restaurants, Kaufhäuser wie Cortes Ingles, gleich mehrere Filialen von Desigual und auch ein Apple-Flagship-Store und das HardRock Café. Abends tummeln sich Gaukler mit Riesenseifenblasen auf dem Platz und jede Menge Menschen.

Von der Plaça de Catalunya führen zwei große Straßen Richtung Meer, die Ramblas und die Avinguda del Portal de l’Àngel. Beide kreuzen als erstes die Carrer de Santa Anna, so dass man, egal, ob man aus dem Hotel rechts- oder linksherum geht, schnell auf die Plaça de Catalunya kommt.

Geht man die Ramblas hinunter, kommt man nach einem guten Kilometer direkt am alten Hafen, dem Port Vell, aus. Die Avinguda del Portal de l’Àngel führt mitten ins Barri Gòtic, dem ältesten Stadtviertel von Barcelona, absolut sehenswert.

Direkt am Anfang der Avinguda del Portal de l’Àngel kann man übrigens dieses coole Thermometer bewundern, das fast über 7 Stockwerke geht:

Ein Thermometer so groß wie ein Haus!

Ein Thermometer so groß wie ein Haus!

Die ersten paar Male, als wir daran vorbei laufen, denken wir, es sei kaputt, bis wir merken, dass es einfach ständig über 30°C sind und die Sonne immer so hell scheint, dass man die Anzeige ganz oben nicht erkennen kann, weil es blendet. Erst in der Dämmerung, so finden wir ein paar Tage später zufällig heraus, sieht man, dass es tatsächlich bis zur aktuellen Temperatur leuchtet. Coole Sache!

Obwohl wir also ruckzuck zwischen Leuten, Läden, Sehenswertem und allen möglichen öffentlichen Verkehrsmittel stehen, haben wir totale Ruhe, sobald wir in die kleine Seitenstraße Carrer de Santa Anna zu unserem Hotel Nouvel einbiegen. Für uns eine perfekte Lage und wir fühlen uns hier sehr wohl.

Tipp: Frühstücken kann man wesentlich besser und auch kostengünstiger in den kleinen Bäckereien und Cafés gegenüber des Hotels.